German Golem

 

German Golem

Kunstler Wbaeuml

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German Golem

1-1024 Texte

von Max de Man

German Golem eBook:

www.german-golem.de

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German Golem

1-1024 Texte

von Max de Man

German Golem eBook:

www.german-golem.de

Herausgeber: Wolfgang Bäuml

Inhalt:

Zwischen den Ohren des Autors

berichten 128 Erzähler.

Die 128 sind:

>

Max de Man: 1-8

Germàno Golem: 9-16

Lupo Baum: 17-24

Scy Phoenix: 25-32

Peter Davilla: 33-40

Hasar de Ur: 41-48

Ave evA: 49-56

Anat Olee: 57-64

Adam Baal: 65-72

Mara Bang: 73-80

Adi Adler: 81-88

Bella Gratis: 89-96

Alfa Agavus: 97-104

Zero Hero: 105-112

Paul Kiss: 113-120

Claire Chair: 121-128

Alice Anis: 129-136

Panico MozArt: 137-144

Anna Land: 145-152

Lasso Lesso: 153-160

Beau eroZ: 161-168

Ovo Lago:169-176

Billi Barcelona: 177-184

Bello Woww: 185-192

Basti Fini: 193-200

Berto Grob: 201-208

Ben Dunkel: 209-216

Berlino Oil: 217-224

Bussi Knopf: 225-232

Berta de Wandel: 233-240

Killa Teplitz: 241-248

Biggi Zick: 249-256

Belina Strumpf: 257-264

Heilo Zaun: 265-272

Pablo Konfetti: 273-280

Bono Luft: 281-288

Adam Invitro: 289-296

Frida Fiesel: 297-304

Brava Mare: 305-312

Peri Kliff: 313-320

Wally Braun: 321-328

Caesare Langusto: 329-336

Pedro Gallo: 337-344

Amaretto Dolfi: 345-352

Colo de Coco: 353-360

Eugen WeiSSer: 361-368

Otto Tuer: 369-376

Cay Tango: 377-384

Sony Toll: 385-392

Jupp Kreisch: 393-400

Don Schnee: 401-408

Danny Kleister: 409-416

Didi Senf: 417-424

Domino Solido: 425-432

Adolfa Hyena: 433-440

Mamma Granata: 441-448

Dassel Luna: 449-456

Mona Zombi: 457-464

Sauna Rumm: 465-472

Daniel Singer: 473-480

Ahab Schwert: 481-488

Dago Lago: 489-496

Gerda Gold: 497-504

Dora Solange: 505-512

Dada Salto: 513-520

Dietlinde Gestern: 521-528

Zara Amt: 529-536

Duda Lauf: 537-544

Dalia Lotus: 545-552

Emil Spott: 553-560

Erich Lausig: 561-568

Pit Straße: 569-576

Rico Mantel: 577-584

Erwin Shit: 585-592

Emma Zug: 593-600

Wanda Fuego: 601-608

Erna Laut: 609-616

Elsa Rummel: 617-624

Matilda Lasso: 625-632

Erika Zank: 633-640

Lisa AsiL: 641-648

Martin Hell: 649-656

Amadeus Schal: 657-664

Sal Elbe: 665-672

Alp Hart: 673-680

Puzzl Pyramido: 681-688

Harry Vino: 689-696

Axel Sud: 697-704

Gustavo Cara: 705-712

Fats Morgan: 713-720

Betty Fett: 721-728

Edith Ringer: 729-736

Jenny Huhn: 737-744

Almuth Memo: 745-752

Zelda Harmonika: 753-760

Rita Cigarra: 761-768

Zasi Dance: 769-776

Zala Gut : 777-784

Zasta Wirr: 785-792

Vira Stern: 793-800

Laura Tropfen: 801-808

Handy Hand: 809-816

Louis Biber: 817-824

Roberto User: 825-832

Axel Holtmich: 833-840

Hella Fieber: 841-848

Pauline Heilig: 849-856

Feodora Feder: 857-864

Kami Kaaze: 865-872

Thea Atol: 873-880

Laura Puppa: 881-888

Rita Zeile: 889-896

Carla Spinne: 897-904

Rosti Nagel: 905-912

Kurti Zecke: 913-920

Kasimir Cash: 921-928

Konrad von Bier: 929-936

Kosi Quast: 937-944

Karl Albus: 945-952

Nero Lama: 953-960

Raro Bang: 961-968

Wolf Bang: 969-976

Heiner Keiner: 977-98

Sonni Sonne: 985-992

Wollo Tree: 993-1000

Hasar de Ur: 1001-1008

Anatol Ostrow: 1009-1016

Irma je t’aime: 1017-1024

>
>
>
>

Erzähler: Max de Man: 1-8

>

1

Am Abend des 16. September 2008

werde ich angerufen:

-Ich rufe Sie aus Bozen an. Ihren Namen

habe ich aus dem Geburtsregister von

Teplitz. Ihre Telefonnummer durch die

Auskunft. Der Grund des Anrufs ist, meine

Frau ist Ihre Halbschwester. Meine Frau

und Sie haben den gleichen Vater. Aber

verschiedene Mütter. Folgen Sie mir?

-Ich folge Ihnen. Sprechen Sie bitte weiter.

-Kennen Sie Ihre Herkunft?

-Wenn stimmt, was Sie sagen, nein.

-Es stimmt. Ich werde meine Aussagen in

einem Brief an Sie belegen. Vorab bitte ich Sie,

mir über die Familie Ihres Vaters

Auskünfte zu geben.

2

Ich erfahre mit 66 Jahren, ich bin nicht ich.

Lebe ich vorher als Schatten, lebe ich

heute im Märchen. Ich bin am 24.12.1941

von WeiSSen im Namen des Volkes in

einem Fruchtbarkeitslabor als Präparat

für Menschenversuche gemacht worden,

um zukünftig Herrenmenschen industriell

zu fertigen. Als Embryo und Kleinkind

werden meine Veranlagungen neu

gewürfelt. Durch Fremdblut, Strahlen,

Pharmaka und chirurgische Eingriffe.

3

Am 24.12.1941 werde ich im

Fruchtbarkeitslabor der Teplitz Bucht

gemacht. Am 23.9.1942 dort geboren.

Bis Mai 1945 im künstlichen Koma

missbraucht. Ich bin Präparat für

Menschenversuche. Mutant. Wie meine

Vorfahren Ikarus und Frankenstein.

Jekyll und Hyde. Bis zum 16. Lebensjahr

kontrollieren mich WeiSSe.

Werde gemessen und gezählt.

4

Ich danke denen, die mich machen,

wie ich bin. Elternfrei. Anders. Bindungslos.

Selbstbestimmt. Ohne mich durch mein

Aussehen von den Anderen zu

unterscheiden. Die mich würfeln, planen

mich, mit 3 Jahren weiterzuschicken. Zu

töten, um mich weiter zu verwerten.

Der graue Bus wartet als die Rote Armee

mich rettet und befreit. Mai 1945.

5

Bis dahin wohne ich im Kinderheim des

des Fruchtbarkeitslabors. Teil eines Lagers.

Meine Sozialmutter, 1 Braune Frau aus der

Lagerleitung, beschützt mich. Ich überlebe.

Lebe. Zufall. Glück. Ich bin stark und ganz.

Gott will es. Ich bin feuerrot.

Tanze den Tanz des Paradiesvogels.

6

Ich empfinde mich als Teil der Entwicklung,

die Gott durch seine Natur bewirkt. Die mich

machen, sind wie ich Teil davon.

Der Missbrauch an mir war notwendig, um

mich so zu machen, wie ich bin. Wie es ist,

ist es gut.

7

…Vergib mir meine Schuld, wie auch ich

vergebe meinen Schuldigern… .

8

Ich bin Teil der Schöpfung Gottes.

Die Empfindung ist Basis meines Lebens.

Es ist.

Wie es ist, ist es Gottes Wille.

>

Erzähler: Germàno Golem: 9-16

>

9

Der Anrufer sagt, dass ich nicht ich bin.

Der Fremde ruft mich am 11. Juli 2008 an.

Aus Bozen. Norditalien. Er klärt mich über

meine Herkunft auf. Schlüssig. Dafür will er

Einzelheiten über den Vater seiner Ehefrau

wissen, der auch mein Vater ist. Der mich

machte, machte auch sie.

10

Meinen Namen hat der Anrufer aus dem

Geburtsregister. Wir sprechen.

Ich erfahre, ich habe mehr als

300 Geschwister. Aus dem Hörer stinkt

Scheiße. Mir wird schlecht.

11

Ich erfahre, dass ich Sklave bin und

einem Fruchtbarkeitslabor der Teplitz Bucht

gehöre. Lebe ich bis zu dem Anruf als

Schatten und Fremder in meinem Körper,

bekomme ich durch den Anruf Konturen.

Wahrheit und Lügen sind seither wertfrei.

Für mich. Ich lebe in meiner Vita Morgana.

In Symbiose mit meinem Sapiens, der in

seinem Kopf 128 Geister hat, die Märchen

über gestern und morgen erzählen. Ich

bin im Jetzt. Ohne Gestern und Morgen.

Wir sind zusammen für die Dauer der

Metamorphose Menschenleben. Geht mein

Körper, bleibe ich.

12

Ich höre, dass ich von Glück reden kann,

dass mir nicht die Augen ausgestochen

wurden, um meine Schmerzen zu messen

und zu zählen. Als Proband für die

Pharmaindustrie.

13

128 Verschiedene sprechen meine Zeit.

Senden die Erzählungen mich in mein <Q>:

-35_10_26+. Ich bin Präparat, das für

Entwicklungen gemessen und gezählt wird.

Von WeiSSen. Denen ich Material für ihre

Arbeit bin. Die ich meide, weil sie hässlich

sind. Stinken.

14

Braune Frauen lassen sich freiwillig und

motiviert von WeiSSen decken.

Als Gebärmütter stellen sie ihren Körper für

Experimente an ihren Embryos zur Verfügung.

Beglückt, ihrem Führer zu dienen. Heimatfront

der Volksgemeinschaft.

15

Der Anrufer weist mich daraufhin, dass er

Listen anfertige und weiterführe. Ich begreife.

Er gehört dazu. Lügt. Fragen über die Herkunft

seiner Ehefrau sind Vorwände, um mich

mich zu protokollieren.

16

Eine SS Nachfolgeorganisation kontrolliert

mich. Der Südtiroler bezeichnet seine Frau,

mich und andere im Labor gemachten

Züchtungen der WeiSSen als Menschenartige.

Hybride. Weiterentwicklung der Natur.

Evolution. Er ist an den Forschungen beteiligt.

Das 1. Telefonat dauert 32 Minuten. Ein Brief

folgt. Wert- und aussage frei. Grüße aus Tirol.

Von 1 Eigenschaftslosen. Ich beende den

Kontakt. Ändere meine Telefonnummer.
>
Erzähler: Lupo Baum: 17-24

>

17

Ich fühle mich jetzt. Gestern oder morgen

kenne ich nicht. Märchen.

Ich bin nicht fähig, für Reihen zu leben.

Ich nutze sie, um Lebensmittel zu tauschen.

18

Ich bin Gegenentwurf. Zufällig. Meine Natur,

die ich vor den Veränderungen durch

WeiSSe habe, kenne ich nicht. Sehe ich

andere, die nicht mutiert sind, bin ich

darüber zufrieden, so zu sein, wie ich bin.

19

Aus einem Labor zu stammen, stört mich

nicht. Auch nicht, keinen Vater oder Mutter

als Bezugspersonen zu haben.

Sehe ich auf Fotos das Gesicht des

SSpermators empfinde ich Ekel. Wer

meine Gebärmutter ist, interessiert mich

nicht. Beides Vormenschen, die ich Gott sei

Dank nicht kennengelernt habe.

20

Vergangenheit und Zukunft gibt es für

mich nicht. Was andere betrifft, geht mich

nichts an. Ich kenne außen und innen.

Befinde mich außen. Innen ist mein Sapiens.

21

Der ich bin, ist. Das ist sicher. Den,

der ich nicht bin, aber sein könnte,

kenne ich nicht.

Die 128 Märchenzähler sind zeitweise

aggressiv und feindlich mir gegenüber.

Ich passe auf. Zumeist erzählen sie

mich so, dass es mir gefällt.

28 erzählen mich. Ich sehe mich in

128 Teilen. Die Summe davon bin ich.

22

Ich höre, dass ich und andere Präparat

des Fruchtbarkeitslabors im Auftrag der

Pharmaindustrie chemisch – heute

biochemisch – verseucht werden.

Im Namen der Volksgemeinschaft.

Rechtsnachfolger ist die Bundesrepublik

Deutschland.

23

Ich bin im Labor zufällig von WeiSSen

so veranlagt worden, dass ich 2 bin.

Ego ist Anima. Ago ist mein Körper.

Mein Sapiens. Meine Anima empfindet

mein Ego. Zuständig für Sachen. Als

Kunst in der Umgangssprache

bezeichnet. Wobei meine Kunst heute

ist. Nichts mit gekünstlerter Kunst und

Kultur zu tun hat. Was keine Leistung

von mir ist, sondern Veranlagung.

24

Mein Ego gestaltet meinen Sapiens

als Kunstwerk. Sendung im <Q>. Auf

Dauer des <Q>. Mime davon steht

und hängt als Ableger oder Abbildungen

herum. Ebenso veröffentliche ich Texte,

Videos, Opera, Aufführungen.

Mime befähigt mein Ago, meinen

Körper Ausdruck meiner Kunst zu sein.

Ansonsten beschäftigt sich der Sapiens

mit Dingen, um uns zu versorgen.

Auf der Rennbahn.

>

Erzähler: Scy Phoenix: 25-32

>

25

Als Max de Man gründe ich Scyland

am 04. Dezember 1958 nachts um 2 Uhr

in Paris auf der Pont Neuf.

Beteiligt sind Surrealisten, Aktionisten,

Existentialisten, Situationisten.

26

Wir singen unserem Vater Daedalus

die Opera Soledad.

ArtB trommelt dazu FELS.

FELS ist das Scyland Manifest:

Fraternité, Egalité, Liberté, Solidarité.

Sculpture social. Im Unterschied

zu den sozialen Skulpturen des

Lebensreformers JoB.

27

FELS ist in Bausand geschrieben,

den ich auf einem Küchenblech trage.

Das Blech gehört Madame Richard

vom Chat que Peche. Bringe ich das

Blech nach der Aktion nicht zurück,

bekomme ich Lokalverbot.

28

Das Manifest wird in die Seine geschüttet,

damit es durch Strömungen über Le Havre

in 50 Jahren den Kontinent Oceania

erreicht. Vanuatu.

29

Mit 16 Jahren lerne ich von Meister

Rimbaud, was ich zu tun habe, kein

Sklave zu sein. Doch Händler zu

werden, kommt für mich nicht in Frage.

30

Rimbaud als Sklavenhändler vor Augen.

Amputiert. Einbeinig. Malaria krank. Blind.

Nicht ich, Freund Rimbaud. Beinverlust

macht Frust. Schluss mit Tanz und Lust.

Der Ersatz des Beines durch Lorbeer

hilft nicht beim Gehen. Wer Poesie lesen
möchte, soll sich diese schreiben!
31
Gilgamesch bringt Ordnung in mein Leben.
Er lehrt mich den Tanz des
Paradiesvogels. Pantherschritte gegen
minus1plus der Gesprochenen.
Schenkte mir die Vulva der Dido als
Trommel. Meiner Geliebten. Lernte in ihrer
Vulva zu singen. Bis Aeneas aus der
Gebärmutter sprang und schrie: Schluss
mit dem Punk. Mir platzen die Ohren.
Ich sage:
-Ein Glück, dass du da bist,
alter Vollmatrose. Jemanden, der anderen
in die Fresse haut, kann ich gut gebrauchen.
-Wo? Wen? Fragt er.
-Den SSpermator da. Schlag der Drecksau
von Vater auf die Schnauze. Ganz heftig.
32
Ich erfahre, ich werde am 24.12.41 im
Fruchtbarkeitslabor der Teplitz Bucht gemacht.
Dem Führer 1 Weihnachtskind. Der
Volksgemeinschaft 1 Präparat. Für
Grundlagenforschungen zur Zucht der
Herrenrasse der Germanen.
>
Erzähler: Peter Davilla 33-40

>

33

Mein Lebensraum ist die Gebärmutter.

Dann das Fruchtbarkeitslabor der WeiSSen.

Ich übernachte in einem Heim.

Sozialmutter: Braune Frau.

Ich bin Eigentum des Labors. Ich arbeite.

Als Embryo und Kind. Als Probenbastard.

Bis zum 3. Lebensjahr.

34

Die Rote Armee befreit mich Mai 1945.

Rechtzeitig. Zum Ende meines

3. Lebensjahrs soll ich weitergeschickt

werden. Zuvor wurden Präparaten bei

vollem Bewusstsein, unbetäubt, von

WeiSSen im Namen des Volkes die Augen

ausgestochen. Der Brustkorb geöffnet.

Genitalien abgeschnitten. Um Schmerzen

und Reaktionen zu messen und zu zählen.

35

Der Sieg der Alliierten, Wirren des

Zusammenbruchs und meine Ziehmutter

retten mich. September 1945 erwache ich

aus meinem Kind-Koma. Sprachlos.

Betäubt. Süchtig. Mutiert. Zufällig entwickle

ich mich nicht zum Herrenmenschen,

sondern zum Gegenentwurf. Frei. Selbst.

Die Sozialmutter zieht mich auf. Unter

Kontrolle der WeiSSen befinde ich mich

bis 1958. Andere meide ich.

36

Ich empfinde Räume. Mein Sapiens

fühlt Dinge.

37
Arbeite ich für Gesprochene benutze ich
Gefühlsdateien, die ich geschrieben habe.
So gehe ich sicher, den VotaQota Mehrheiten

genau zu entsprechen.

38
Ich bin nicht dazu da, Dinge zu

Produzieren. Andere können das besser.

Nicht gestern. Nicht morgen. Ich schreibe

nicht ab. Ich wiederhole nicht.

39

Ich bewirke, Mime und Epimime,

die in das Mimemare fließen. In Symbiose

mit anderen Mimen. <Q>. Raum für alle

und alles. Kosmos. Natur.

40
Im Augenblick Gottes spricht er sein Wort.

Der Animus entsteht. Geist, der die

Entwicklung der Natur treibt.

Dinge sind hierbei ohne Bedeutung.

Seit 2008 drücke ich Empfindungen

aus, die in das Mimemare fließen.

Ich bitte Gott, dass er meine Mime

bemerkt. Mich nicht vergisst.

Ich in der Hölle ende. Verdammt.

>

Erzähler: Hasar de Ur: 41-48

>

41

Braune Frauen lassen sich freiwillig

und motiviert von SSpermatoren decken.

Als Gebärmütter stellen sie ihren Körper

und Embryos für Experimente zur

Verfügung. Hoch erfreut, nützlich zu sein.

Heimatfront. Volksgemeinschaft.

42

Durch den Anrufer erfahre ich, dass ich

von seiner Ehefrau weitere Halbgeschwister

habe. Mehr als 300. Er bestätigt mir, dass er

Listen anfertigt und weiterführt. Ich begreife.

Er lügt. Seine Ehefrau ist Vorwand. Er gehört

dazu. Eine SS Nachfolgeorganisation

kontrolliert mich.

43

Während ich als Embryo und Kleinkind

misshandelt werde, höre ich die WeiSSen

Sprechen. Deutsch. Das Deutsch der

Humanisten des Labors. Der Mengeles.

44

Verwandte meiner Sozialmutter bestätigen

die Existenz des Südtiroler Anrufers.

Seither bin ich jetzt. Gestern oder morgen

kenne ich nicht mehr. Meine Einsicht ist,

ich bin. Jetzt. Gestern werde ich morgen

nicht sein. Ich habe also keine Absichten.

Ebenso kenne ich keine Wahrheit oder

Lüge. Ich bin unfähig, mich im Spiegelsaal

der Reihen einzurichten. Was gewesen

ist, ist morgen. Was mir nichts bedeutet.

45

Vergangenheit und Zukunft gibt es nicht.

Für mich. Vorteil zum Nachteil anderer,

ist für mich kein Vorteil. Profit aus Geld

und Politik sind Dinge mit denen ich wenig

anfangen kann. Für andere ist das anders.

Geht mich nichts an.

46

Ich bin das Ergebnis des Präparats,

das ich leben muss. Die Natur will es.

Ich bin Produkt des mutierten Embryos.

Fremdblutbehandlungen. Pharmaka.

Röntgenbehandlungen. Experimenten.

Das Koma-Kind für die tägliche

Fleischbeschau. Zu messen. Zu zählen.

Sklave der Volksgemeinschaft.

Bis ich mit 16 mich rette. Exil. Paris.

47
-Nennen Sie mich Germàno Golem,
Herr Frankenstein.
-Ich grüße Sie. Angenehm, einen Verwandten
zu treffen. Stört Sie mein Aussehen?
-Nein. Die Schrauben an Ihrem Kopf kenne
ich aus Filmszenen mit Ihnen.
-Glauben Sie das nur nicht. Und was Mary Shelley
über mich geschrieben hat, ist Phantasie.
-Was Frauen so alles einfällt.
-Sie sagen es. Aber ich muss damit leben.
Tagsüber traue ich mich nicht auf die Straße.
Ich will niemanden erschrecken.
-Herr Frankenstein, ich bitte Sie. Ich als Punk
finde, Sie sehen blendend aus.
-Das freut mich wirklich.
-Dass die Mary Shelley spinnt, weiß jeder.
Schauen Sie sich nur die Erfindung ihres
Bruders Percy Shelley an.
-Lord Byron nimmt an, dass der existiert.

48

Töchter und Söhne der Sonne treffen

sich am 21.12.2012 im Vorhof der Ewigkeit.

Max de Man und seine 128 sind dabei.

Am 20.12.2012 verlassen mich Max de Man

und seine 128.

>

Erzähler: Ave evA 49-56

>

49

Sein Alter Ego, der Germàno Golem geht mit

ihm. Sein Lachen wird mir fehlen.

Gegen den Plan der WeiSSen lebe ich.

Glücklich. Einsichtig. Selbstbestimmt.

Germàno Golem sagt mir, ich bin von der

Natur gewollt, wie ich bin.

50

WeiSSe, die meine Natur zerstörten

ebenso. Mit dem Ende der Vormenschen

wird die Projektion des Bösen ausgeschaltet.

Ende der der Asymmetrien.

Das Schlechte geht. Das Gute bleibt. Natur.

51

Die Menschen teilen sich in 2 Stränge.

Mensch-Maschinen und Urmenschen.

Ohne Zahl und Zeit. Ohne Absicht.

52

Wir sind eine Mannschaft, sagt

Käpt‘n Bilbo. Und meinte damit

die Anwesenden. Sich, den Regierenden.

Die Trinker in seiner Bar. Unser Gerti,

der Mantelmann. Ich. Schiffsjunge.

Vollmatrosen auf dem Öltanker „Berlin“.

Auf großer Lustfahrt. Auf Sendung.

Einer wie der andere.

Mein Heimathafen ist Scyland.

Meine llingua ist Scyhigh.

53

Offen für alle, die sprechen.

Ich singe meine Cantos im Höllensturm.

Er treibt mich von Außen nach Innen.

In den Augenblick Gottes.

Der Urmensch erscheint am Horizont.

Ich tanze den Tanz des

Paradiesvogels. Ich bin feuerrot.

54

Mit 2 Reitern der Apokalypse bin ich

täglich zusammen. Kapitalismus.

Faschismus. Von WeiSSen gemacht,

ich bin aus der Art gefallen.

55

Flucht. Wir kommen aus Sitges.

In Barcelona habe ich mich von meinen

Freunden getrennt. Zwei sind nach Paris

geflogen. Bill und Larry in die Pyrenäen

nach Seo de Urgel abgehauen,

um zu Fuß nach Frankreich gehen

zu können. Falls die Lackkappen uns

suchen. Ich will auf Ibiza im Rummel

untertauchen. Maskenball veranstalten.

Fiesta machen. Befinde mich auf der

Überfahrt. Ciudad Valencia.

56

Am 24. Dezember 1941 werde ich von

WeiSSen gemacht. Als Präparat für

Menschenversuche.1 SSamer deckt 1

Braune Frau. Natürlich.

Im 3. Lebensjahr soll ich weitergeschickt

und verwertet werden. Die Rote Armee rettet

mich im Mai 1945.
>
Erzähler: Anat Olee 57-64

>

57

Ich überlebe, weil meine Sozialmutter

bis zu meiner Befreiung für meine

Sicherheit sorgt. Als Braune Frau einer

internationalen Gesundheitseinrichtung

hat sie genug Einfluss, mich zu schützen.

58

Am 23. September 1942

werde ich in einem Fruchtbarkeitslabor

der Teplitz Bucht geboren.

Von WeiSSen gewürfelt.

59

Geplant ist, mich und andere zu einem

Arier mit der Urgewalt des Golem zu

mutieren. Lebensreformer, wie der

Reichskanzler und sein Reichsprotektor

für Böhmen haben den Auftrag

gegeben, Arier als Golem zu züchten.

Unbesiegbare. Herrenmenschen.

Wird mir erzählt.

60

Als Embryo und Koma-Kind

arbeite ich als Eigentum des Labors

für die Volksgemeinschaft. Sklave.

Material für Menschenversuche.

Im Namen des Volkes.

61

Von den Vormenschen als Nazi Golem

bezeichnet. Bis ich befreit werde. Mein

Erinnerungen beginnen damit, dass ich Licht

esse. Mich freue. Sommer 1945. Freude.

An der Wärme der Sonne. Das Streicheln

der Luft. Frische Luft.

62

Ich sehe Sprache. Lerne hören. Sprechen.

Befreie mich aus der Medikamentensucht.

Öffne ich die Tür aus den Reihen.

Verlasse das Flache der Spiegelungen.

Empfinde räumlich. Ich gehe durch die Tür.

Schließe sie hinter mir. Schalte ab,

was ich erlebt habe. Schmeiße es weg.

63

Bin in meinem Raum. Der mit mir spricht.

Der Raum und ich sind eins. Ich nenne ihn

<Q>. Nie werde ich in die Reihen zu den

Reihern, die mich misshandelt und verletzt

haben, zurückkehren. Zu messen und zu

zählen. Gemessen und gezählt zu werden.

Meine Behinderung ist, ich kann nicht fühlen.

Mitfühlen. Anteil nehmen. Ich empfinde.

Ganz. Dinge der Reihen berühren mich nicht.

Unbeteiligt. Brauche ich Dinge, gibt mein

Sapiens Leistungen ab. Tausche.

Gelernt als Koma-Kind.

64

Im Mai 1945 wache ich aus meinem

Kind-Koma auf. Das Wunder ist, dass ich

trotz der Misshandlungen als Embryo und

Kleinkind glücklich bin. WeiSSe mutieren

mich durch Menschenversuche zufällig

so, dass ich keine Veranlagungen habe,

mich für die Verletzungen rächen zu wollen.

Meine Empfindungen bewirken Einsichten.

Absichten habe ich nur, um Lebensmittel

zu tauschen.

>

Erzähler: Adam Baal 65-72

>

65

2 Bäuerinnen ziehen mich ab 1946 auf.

Tante Pauline und Tante Maria.

Tiefgläubige Katholikinnen, die Kopftücher

tragen. Nie lassen sie mich spüren,

minderwertig zu sein. Abfall. Präparat.

Bastard. Im Gegenteil. Ihre praktizierte

Nächstenliebe lehrt mich die

Achtung vor anderen. Wie fremd sie

mir auch sind. WeiSSe.

66

Für meine Tanten ist meine Herkunft

belanglos. Sie nehmen mich zu den

Gottesdiensten mit. Ich werde Teil der

Kirchengemeinde. Schutz. Bis heute.

Meine Sozialmutter geht erfolgreich ihren

Geschäften im Gesundheitswesen nach.

67

Auf die Idee, dass sie nicht meine Mutter

ist, bin ich bis 2008 nicht gekommen.

Dass ich von ihr als Gast behandelt werde,

fällt mir erst heute auf.

68

Weil ich mich als 2 empfinde, füllt mich

die Zugehörigkeit zueinander aus. Andere

fehlen mir nicht. Meine Anima empfindet.
Was mein Animus spricht, spricht mein
Sapiens-Vormensch.
69
1948: Katholische Lateinschule. Ministrant.
Ausbildung zum Poeten und Redner.
1952: Gymnasium. WeiSSe beschneiden
mich neu. Kontrollieren, messen, zählen mich.
23. September 1958: Ich spüre Lebensgefahr.
Meine Braune Ziehmutter sagt mir wörtlich,
dass WeiSSe meine Genitalien korrigieren
möchten. Nichts Besonderes. Operation.
Normal.
70
Ich gebe mir das Zeugnis der Reife.
Verbessere im Pass mein Alter. Fliehe.
Gehe ins Exil nach Paris.
Auf die rue de la Huchette. Wohne bei
Madame Popoff. Gehe im Theatre Huchette
in die Schule der Surrealisten. Lerne AB
kennen, der auf der Flucht ist.
71
Studiere Be Bop im „Aux La Chat que Peche“.
Bei Art Blakey und seinen Kampfgenossen.
Horace Silver bringt mir bei, auf dem Klavier
zu spielen, was ich im Kopf höre.
Madame Richard, die Besitzerin des
„Aux La Chat que Peche“ achtet darauf, dass
ich französisch lerne und nicht mit 16 in der
Seine ersaufe.
Ich schulde ihr 160 Dollar. Und dem Künstler
Norbert Thadeusz 200 Mark. Meine
Lebensschulden, die ich nicht zurückzahlen
kann. Beide im <Q>.
Ich finde die Insel Scyland. Gründe mein
Soledades auf ihr. <Q> –35_10_26+ .

72

<Q>. Raum. Haus für 14 Milliarden Jahre.

Sein. Leben. Mein Scypalace. Für Freunde, die

räumlich denken. Senden. Die Wirklichkeit von

<Q> empfinden. Sendungen empfangen. Das

Sendesignal, das mich 1956 weckt, sind die

Poems von Dylan Thomas. Ich lese. Spreche.

Schreibe. Veröffentliche.

>

Erzählerin: Mara Bang: 73-80

>

73

Sein Poem empfinde ich direkt.

Kann das auch. Ich teste mich. Ich schreibe in

englisch und deutsch seine Methphysical Poems

weiter. Wie ich 2 Jahre später einen Druck

von Picasso zu Ende male. Homo ludens.

74

1956 schreibe ich 1 Sachbuch Wort für Wort

ab, um die Empfindung für den Raum eines

Buches zu bekommen. 1957 den Roman einer

Französin. Die Inhalte interessieren mich nicht.

Ich lese die „Metamorphosen“ von Ovid wieder.

Ich empfinde, ich kann es. Ich beginne.

Ich starte das Epos „Schneetal“. Mehr als

200 Buchseiten Verse.

75

AB liest das „Schneetal“ in Berlin. Sein Rat:

Keine Adjektive. Lösche sie. Das „Schneetal“

ist fertig. Lasse mich loben. Lege es weg.

Vergesse es. Heute suche ich es. Finde ich

es nicht, schreibe ich das Epos noch einmal.

Vers für Vers. Was einmal auf Sendung ist,

kann ich jederzeit abrufen.

76

Als Glanz von Spiegeln bin ich happy. Fühle,

was ich bin. Gläsern. Ich bin Licht.

Röntgenstrahlen. Gefangen im Glas.

Tanze 50 Jahre auf 1 Bein. Auf Barhockern.

Brauche ich Entspannung, tanze ich auf der

Bombe der „7“. Auf dem 4. Hocker vom Entré

des Salons der „7“. Hinter mir die die Türen des

Retire Rooms für Ladies. Ausgeschlagen mit

Samt. Schwarz. Im schwarzen Samt strahlen

meine Augen das Magma des Vulkans. Blutrot.

77

Schweige. 2008 erfahre ich meine Herkunft.

Hechte vom Barhocker. Sterbe mich durch den

Entzug. Arbeite. Täglich ab 6 Uhr. Seither.

Die Arbeit spricht mich. Ich höre und gehorche.

Ich sehe ein und folge. Was ich trage, was ich

benutze, ist von meinen Mimen geimpft.
Seit 2008 impfe ich Dinge, die ich nutze
mich zu nutzen. Mit mir auf Sendung zu gehen.

78

Was ich ausatme: Epimime. Sauerstoff für die

Mimemare des <Q>. Ich erkläre meinen Dingen

ihren Wert. Ordne sie neu. Sende sie. Kunst.

Wie Ovid sagt: …dixit et animum ignotas dimittit

in artes naturamque novat…. . Ist.

Ich spreche mit meinen Dingen llingua im

Snikipeak des ddatacode.de.

24. Dezember 2012, verlasse ich mich als

Max de Man mit 128 Charakteren. Fliege in die

Sonne. Zu meinen Geschwistern. Den Töchtern

und Söhnen der Sonne.

79

Max de Man lässt mir WBaeuml zurück. Ich

habe ihn durch Hinterlegung beim Deutschen

Patentamt als Wortmarke und im DCRB Register

als Titel eintragen lassen.

DPMA Hinterlegung 17.01.2013

DCRB Eintrag 01.01.2013

im www.ddatacode.de, Daily Copyrights.

Am 02.02.2013 beende ich nach

368 Sendungen die dogg blogs des

GG – German Golem.

Es folgen boy.ml blog doggs.

80

Heute in der Zeit von 8-10 Uhr a.m. Bin ich

telefonisch zu sprechen. Daily Poetry seit

1958. Aktuell unter 0049 (0)89 379 478 94.

Wie mit Max de Man vereinbart, gebe

ich das German Golem eBook an mich

als Beziehungsgefüge heraus.

Als Kunstwerk. Gut so.

>

Erzähler: Adi Adler: 81-88

>

81

Max de Man gründet Scyland

am 4. Dezember 1958. In Paris.

Auf der Pont Neuf. Nachts um 2 Uhr.

Beteiligt sind Töchter und Söhne

der Sonne.

82

Surrealisten, Aktionisten,

Bettler, Existentialisten, Situationisten.

Sie singen ihrem Vorbild Daedalus

eine Opera. Straßenköter jaulen mit.

Art Blakey trommelt dazu.

83

Ich trage mein Scyland Manifest

FELS vor. Der FELS steht für

Fraternité, Egalité, Liberté Solidarité.

Meine 1. Sculpture social.

84

FELS ist in Bausand geschrieben,

den ich auf einem Kuchenblech trage.

Geliehen aus der Küche des

Aux La Chat que Peche.“

85

Das Manifest wird in die Seine geschüttet,

damit es über Le Havre in 50 Jahren zum

Kontinent Oceania strömt. Vanuatu. Sich in

das Magma des Meeresvulkans schreibt.

Arthur Gordon Pym singt es

in die Glut des Vulkans.

86

Das Time Magazin zeigt als Titel ein

älteres Kind, das in die Brust seiner

Mutter beißt und Muttermilch saugt. Ihr

Blut lutscht.

Mutterlosen Nichtsäugern

wie mir beweist das Foto eindringlich,

dass es Vorteile hat,
keine Mutter zu haben.

Die Gebärmutter ausgenommen.

87

Ich blicke Störtebeker an:
-So lass ich dich nicht enthaupten.
Wir gehen erst einmal zum Zahnarzt.

Dein Schandmaul muss gerichtet werden.

Mit den faulen Zähnen enthauptet dich kein

Henker. Vor Gott, in der Ewigkeit trittst du

alter Halunke picobello auf.

Beim Zahnarzt klaut der Pirat eine Literflasche

Apothekeralkohol, setzt sich in den

Behandlungsstuhl und säuft sie auf ex leer.

Der Zahnarzt kommt. Beginnt mit der

Behandlung. Greift mit der Rechten in den

Mund des Piraten. Störtebeker beißt den

Zeigefinger des Arztes ab.

Schluckt ihn runter. Schreit den Zahnarzt an:
-Ich bin ganz happy, dass ich wieder feste beißen
kann. Klasse gemacht, Keule.

88

Am 29. 05.1400 um 12Uhr08 wird

Klaus Störtebeker enthauptet. Kopflos

nimmt er sein Bluthaupt, stürmt 12 Schritte

auf die Elbewiesen Richtung Blankenese,

hebt ab. Fliegt weg. In die Sonne.

>

Erzählerin: Bella Gratis 89-96

>

89
-Das war knapp. Da schießt jemand mit
Steinen auf uns. Mit Meteoriten auf Asteroiden
zu schießen, um sie auf die Erde zu lenken,
ist 1 Top Leistung.

90
-Für die Natur gibt es einfachere Wege, um sich
des Homo sapiens zu entledigen. Sie macht ihn
impotent. Mit Mikroplastik in der Nahrungskette.
Zum Beispiel.

91
-Oder durch Chips, Menschen so fremd
bestimmen, dass sie sich nicht vermehren.
Mit Maschinen Menschen ist das kein Problem.
92
-Ursache der Umweltzerstörung ist das Anwachsen
der Erdbevölkerung auf 8 Milliarden.
Morgen 16 Milliarden. Kinder von heute werden
es erleben.

93
-Grauenhafte Vorstellung. Wir
verbrauchen unsere Erde. Fressen sie

auf. Ruinieren und zerstören sie. Der

Natur zu helfen, ist einfach.

94
-Die Bevölkerungszahl zurück auf 3,2 Milliarden
Menschen. Stand von 1960. Dagegen steht
die Dummheit des Homo sapiens.
Seine Gier auf Profit.

95
-Will es die Natur, wird die Erde wie der Mars.
Die Menschen Maschinen heute lassen vermuten,
dass in Zukunft ein Algorithmus das Zusammenleben
regelt.

96
-Was ich empfinde, spreche, schreibe ich
öffentlich. Im Internet. Für Dialoge nutze ich
2 Strukturen meines Beziehungsgefüges.
German Golem & SunSon.
Jeweils 128 Charaktere: 16384 Ereignisse.

vverbas. llingua.

mmatrix der Verletzungen. Schrott.

>

Erzähler: Alfa Agavus: 97-104

>

97

Jährlich werden weltweit Millionen

Doktorkinder gemacht.

Anzunehmen, dass ihre Herstellung

sie ihr Leben lang verletzt. Schrotthaufen.

Fremde.

98

WeiSSe würfeln die Kerne des Lebens,

ohne ihre Sprache zu verstehen. Als Teil

der Natur handeln sie natürlich.

99

Beeinflussen Erbanlagen so, dass sich Mutierte

zwanghaft gegen sich und andere wenden.

Immer öfter. Morgen sind wir 10 Milliarden.

amoK permanent. Oslo. Denver.

20 Milliarden. Übermorgen.

100

Töchter und Söhne der Sonne treffen

sich am 21.12.2012 im Vorhof der Ewigkeit.

Max de Man und seine 128 sind dabei.

Am 20.12.2012 verlässt Max de Man mich.

Sein Alter Ego, der German Golem bleibt

als Germàno Golem.

Sein Lachen bleibt mir also.

101

Gegen den Plan der WeiSSen lebe ich.

Glücklich. Einsichtig. Selbstbestimmt.

Nach den Gesprächen mit Max de Man

weiß ich, ich bin von der Natur gewollt.

Wie auch die WeiSSen, die meine Natur

zerstörten, um mich zu verbessern.

102

Mit dem Ende des Homo sapiens

wird die Projektion des Bösen abgeschaltet.

Höllentheater der Asymmetrien.

Natur kennt kein Gut oder Böse.

Der Homo sapiens teilt sich in 2 Stränge.

Mensch-Maschinen. Maschinen-Menschen.

Neu ist der Urmensch am Horizont.

Ohne Zahl und Zeit. Weder gut noch böse.

Mutanten, wie ich. Brücken.

103

Wir sind eine Mannschaft, sagt

Käpt‘n Bilbo. Die Mannschaft sind die

Anwesenden. Der Regierende.

Die Trinker in seiner Bar. Unser

Gerti, der Mantelmann. Ich. Schiffsjunge.

Vollmatrosen auf dem Öltanker „Berlin“.

Hafen Kurfürstendamm. Große Lustfahrt.

Verzweiflung auf Sendung.

104

Mein Heimathafen ist Scyland. Ich spreche

Scyhigh. Singe meine Cantos im Höllensturm.

Er treibt mich von Außen nach Innen.

In den Augenblick Gottes.

>

Erzähler: Zero Hero: 105-112

>

105

Kind zu sein, kenne ich nicht. Kinder sind

mir fremd. Ich war niemals Kind.

Sehe ich Kinder in Familien, brechen meine

Wunden auf. Schmerzen.

106

Im Namen des Volkes haben WeiSSe meine

Kindheit ermordet. Bis Mai 1945 lebe ich in

einem Stein aus Glas. Ich habe fast 4 Jahre

darin gelebt. Beschützt von meiner Ziehmutter

überlebe ich.

107

Als Versuchs-Embryo. Als Kind-Präparat.

Als Koma-Sklave der WeiSSen. Deren Sprache

mich spricht. Ohne einen von ihnen zu verstehen.

Ich spreche, was mir bleibt. Verallgemeinerungen.

108

Ich schulde den GGermanen nichts. Wie ich bin,

bin ich zufällig. Gegenteil. Gegen ihren Plan.

Dass ich lebe ist zufällig. Mich zu töten, ging im

Chaos des Zusammenbruchs unter.

109

Der Bruder des SSpermators sagt zu meiner

Ziehmutter so, dass ich es hören muss:

Schmeiß den Bastard raus. Besser noch,

schmeiß ihn weg. Meide die Gezeichneten.

Nach 2008 weiß ich, was er meint.

110

Ich bin Teil der Symbiose. Ich bin, wie es

meiner Vorgabe entspricht. Gott sei Dank,

dass ich nicht zu denen gehöre, die mich

gemacht haben. Dabei bin ich zutiefst mit

ihnen verbunden. Ich empfinde das. Es

widert mich an.

111

Mein Vorbild für das Scyland Netzwerk ist 1958

das Network der AFN Radiosender.

©Daily Poetry und ©<Q>teleradio

wurden über Telefon + Telex ab 1958

gesendet.

Seit 2008 wird Scyland als Sender vom

AGO e.V. betrieben. Max de Man schreibt

das Scyland Buch dazu. Mein offenes

Beziehungsgefüge. Es kann von anderen

weiter geschrieben werden. Scyland gibt

Einsichten weiter, um einfach, bewusst,

besser miteinander zu leben.

112

Max de Man ist Autor des German Golem.

Dessen 128 Charaktere erzählen ihm

128 Momente. Der German Golem entsteht

im Internet. Mit den Mitteln des Internets.

Ich höre zu. Max de Man berichtet.

GG ist nicht für das Internet geschrieben.

Das Internet schreibt ihn.

Der German Golem beginnt als Blog.

Ist heute eBook. Morgen Roman. <Q>Book.

>

Erzähler: Paul Kiss: 113-120

>

113

Im Exil in Paris lese ich den Naked Lunch

von WB. Die Story erregt mich nicht.

Die Leute, die WB beschreibt, sind um mich

herum. Ich mag sie nicht.

Dabei erzählt der Autor grandios.

114

Bis zum dritten Lebensjahr war ich als

Präparat für Menschenversuche Junkie.

Ich schlafe die Sucht im Sommer 1945 in

einem Dauerschlaf aus. Nach-Koma, Koma.

Ich wache auf und bin clean. Erinnere

mich an nichts. Ab da bin ich immun gegen

Sucht und Abhängigkeiten jeder Art.

Alkohol ist für mich mehr als 50 Jahre

Lebensmittel, das mich davon abhält,

meine Lebenssituation zu hinterfragen.

115

Als ich die Träume des Capitan Morgan

nicht mehr brauche, verabschiede ich mich

für immer von ihm. Ebenso von 80 Nikotinos

täglich. Fleisch schmeckt nicht und Sexus

interessiert nicht mehr. Ich tausche komplett

meine Company. Nüchtern langweile ich

andere. Meine Frau zieht aus. Ich begreife

den Zusammenhang.

116

Gehe ich vorher um 6 Uhr ins Bett, stehe ich

jetzt um 6 Uhr auf. Arbeite. Dinge. Sachen, die

ich zu Dingen mixen kann, habe ich reichlich.

In 66 Jahren gesammelt. Wird mir Alkohol,

Nikotin usw. angeboten, langweilt es mich.

117

LSD und Halluzinogene sind an mir als

Präparat getestet worden. Opiate ebenso.

Mir wird erzählt, dass an Präparaten die

Wirkung von Schmerz- und Schlafmittel

getestet werden. Anderen Präparaten wurden

die Augen ausgestochen, um die Wirkungen

der Mittel zu messen und zu zählen. Ich habe

Glück. Meine Augen bleiben unversehrt.

Glück hat auch die Pharmaindustrie, die

preisgünstig die Experimente an Kinderaugen

durchführen lässt. Ich habe sie wegen

verschiedener Verbrechen nicht verklagt.

Auf Schmerzensgeld und Schadenersatz.

118

Ich treffe WB in Tanger. Er riecht nach

Schweiß. WB ist WeiSSer. Er stinkt aus den

Augen. Ich erkenne WeiSSe daran, dass sie

aus den Augen nach Säure stinken.

Desinfektionsmittel. Der Geruch des Labors,

in dem ich als Kleinkind arbeitete.

Er ist Lebensreformer. Wichser. Er verdeckt

seine Sucht nach Sex mit Kindern und Heroin.

119

Ich nehme an, dass mir im Kind-Koma

Drogen injiziert worden waren.

Meine Naked Lunchs. Henkersmahlzeit

ist Schokolade zum Ende eines Versuchs.

Ich entnehme es den Notizen meiner

Sozialmutter. Waren Feldstudien mit den

Präparaten des Heims erfolgreich, schmiss

meine Sozialmutter eine -wörtlich- Party.

120

On The Road von JK habe ich gelesen, als

meine Zeit auf der Straße vorbei war. Was

meine amerikanischen Kollegen erlebt haben,

ist harmlos zu dem, was ich auf meiner

Straße an Eisen gefressen habe.

Ich mache weiter. Als ich besoffen in einem

Schaufenster auf der Wilmersdorfer in Berlin

meine Opera in das Klavier rotze, sagt

Blue Monk: Mach nichts anderes. Du kannst

das. Spiel, was du im Kopf hörst. Und zog

die Pudelmütze über die Ohren.

Den BeBop Spruch kenne ich aus Paris.

Nie im Leben werde ich die Folge von zwei

Tönen so spielen, wie der Meister sie spielt.

Scheiße ist, dass ich das nicht kann.

Seit 2008 spiele und sende ich wieder Klavier.

Tägliche Punk Session um 9 Uhr. Blog Dogg.

Bevor ich bade und die Tageszeitungen lese.

Was ähnliches, wie Blue Monk improvisiert

zum Ende des Konzerts für mich. Täglich die

Mütze über den Ohren fliege ich hinein ins <Q>.

>

Erzählerin: Claire Chair: 121-128

>

121

Der SSpermator folgt Weihnachten 1941 seinem

SS Eid, 4 oder mehr Arier zu zeugen. Ehelich

oder unehelich. Braune Frauen warteten freudig

darauf, gedeckt zu werden. Ihren MeSSias AH

vor Augen. Seinen Gestank im Herzen. Dem

Führer ein Weihnachtskind.

122

Blutorden-Party. Nicht auf der Wewelsburg.

Diesmal in der Teplitz Bucht zwischen Prag

und Dresden. Weihnachtsbaum, Akkordeon,

Bohnenkaffee, Kuchen, Schnittchen, Cognac.

Elite unter sich. Erfolgreich. Begütert. Durch

Krieg, Massenmord, Raub, Unterdrückung.

123

Gesang. Mamatschi schenk mir ein Pferdchen… .

Stille Nacht, heilige Nacht… Ihr Kinderlein kommet…

Wolf, der Schäferhund Schwanz wedelnd in der Mitte.

Wiener Würstchen in der Schnauze.

124

Schwester Wally hatte die Sieges- und

Weihnachtsfeier arrangiert.

Fruchtbarkeitsfeier im Fruchtbarkeitslabor.

Sie ist zuständig für die Koordination von

Menschenversuchen.

125

Zur Erforschung medizinischer Reproduktions-

Techniken. Der Aufzucht von Präparaten für

Versuchsreihen im Auftrag der Pharmaindustrie.

Die Helden an den Fronten brauchen perfekte

Mittel gegen Verwundungsschmerz.

Die Kind-Präparate der Lagerinsassen reichen

für die Versuchsreihen nicht aus. Sie sterben

daran. Um ihr Schmerzempfinden zu messen

und zu zählen, werden ihnen die Augen von

WeiSSen ausgestochen.

126

Ziel: die Beherrschung der Welt durch eine

neue Herrenrasse der Germanen.

Es werden die wissenschaftlichen Grundlagen

zur Aufzucht der Arier geschaffen. Zukunft:

das Klonen von Menschen.

Riesengeschäfte mit neuartigen Menschen

bahnen sich an. Fremdbestimmte.

Gesprochene. Je mehr davon, um so mehr

Macht und Profit. Für die Lebensreformer.

Und Unternehmen, die sich daran beteiligen.

127

Würde ich die Versuche während der

Schwangerschaft überleben, sollte ich in der

Familie der Ziehmutter aufwachsen und von

WeiSSen bis zu meiner Weiterverwertung

protokolliert werden. Die Familie der Ziehmutter

war mein Glück. So überlebe ich.

128

Im Heim des Lagers nennen sie Präparate

Nazi Golem. Ein Lagerinsasse hat die

Bezeichnung in die Welt gesetzt.

Wohl aus Mitleid für uns Menschenmaterial.

Bastard nennt mich die Familie des Besamers.

Familie von WeiSSen, SSoldaten, Gestapo,

Braunen Frauen. Abfall des Homo sapiens.

Am 23. September 1942 werde ich geboren.

Danach verändern WeiSSe meine Natur.

Würfeln mich. Zufällig. Neu. Ganz und stark.

Neu. Dank an die Macher. Danke Sozialmutter.
-Ich wiederhole mich nicht.
-Es sind 128, die mein Leben erzählen.
Gleiche Momente.
-Gleichzeitig erlebt. Jeder erzählt es anders.
-In der Sprache, die mich spricht. Deutsch.

>

Erzählerin: Alice Anis: 129-136

>

129

Heavy Ground 68. Wir helfen Dir.

Wir sagen Dir, wie ein Schneidbrenner

funktioniert. Fliege. Habe keine Angst.

Angst ist hässlich. Hässlichkeit macht dumm.

BE A BEAUTY AND BE A SERVANT.

130

Minuten später:

Bist du eingetreten … ich bin in einer

Vase … du bist krank … die Magie

beginnt … du bist in meiner Vase …

Der Treppenlift nimmt dich auf …

Macht einen Heidensatz…

Hab keine Angst … das Flippem lernst

Du von mir und meinen Freunden …

Du musst warten können … denke daran,

dass Dylan Thomas redete, bis ihm die

Hoden platzten… Dylan Thomas wartete nicht.

Dylan Thomas konnte seine Zeit nicht warten.

Du stirbst. Nur Wichser warten… doch die Zeit

der Wichser ist vorbei … endgültig … auch

wenn sie massenhaft existieren …

Von ihnen lass Dich nicht täuschen…

Denn Du bist dumm genug dazu …

Wenn Du mit uns gehen willst

darfst Du nicht hässlich sein.

Hässlichkeit ist dumm.

131

Wir kommen aus Sitges. In Barcelona habe

ich mich von meinen Freunden getrennt.

Zwei sind nach Paris geflogen.

Bill und Larry hauen in die Pyrenäen ab..

Nach Seo de Urgel.

Ich will lau f Ibiza Fiesta machen und

Geld vernichten. Befinde mich auf der

Ciudad Valencia. Boot nach Ibiza.

Drei Tage zuvor hat sich Larry eine

Straßenkarte Nordspaniens besorgt.

Er studiert sie und meint,

Seo de Urgel ist das Richtige für Bill und

mich. Wir können gegebenenfalls zu Fuß

nach Andorra oder Frankreich verschwinden.

132

Band on The Run. Wir gehen davon aus,

dass uns die spanische Polizei, wenn

überhaupt, als Gruppe suchen würde.

Eher unwahrscheinlich, weil wir keine

Spanier linken. Verfolgen sie mich,

suchen sie einen Engländer. Ich bin

Deutscher. Da weder Diebstahl-,

Rauschgift-,Sexual-, noch politische Delikte

vorliegen, gehe ich davon aus, dass die

Guardia keinen von uns sucht.

133

An Verbrechen an und unter Ausländern

hat die Polizei kein Interesse. Zudem

habe ich einen falschen Pass. Mein Pass

ist mir in einem Hotel vom Portier

unterschlagen worden. Weil ich mir nicht

sicher bin, ob die deutsche Polizei

mich sucht, bitte ich einen Freund, der die

Dinge locker sieht, um Hilfe. Im Konsulat

in Barcelona besorgt er mir auf seinen

Namen einen Passersatz, den ich auf der

Überfahrt benutze.

134

Give Peace no Chance.

I´m not a hippie and have not to pippi.

Pippi ja. Hippie nein. Lieber hacke ich mir

ins Bein, singe am Klavier.

Muttis Liebster als Friedensstifter. Das

fehlte mir gerade noch. Brain Fucker.

Abgebrühte Raffer. Gaffer.

135

Wo die Abstauber aufkreuzen, hat die

Freundschaft mit den Einheimischen ein

Ende. Waren die Hippies erst mal da,

kommen die Touristen. Mit den Touristen
die Flughäfen. Die Pest bricht aus
Der Untergang des Märchens Ibiza die
reale Warnung. Ibiza war in den 50/60ern
für Taugenichtse wie mich das Paradies
auf Erden. Bis die verdammten Hippies
aufkreuzen. Mit ihrer Bürgerkacke verdrehen.
136
Werden die Tage auf Ibiza zu anstrengend,
mache ich auf Formentera Urlaub. Die
Joven Dolores wartet jeden Morgen auf
mich. Schippert mich nach Formentera in
die Fonda Pepe. Zu Revitalisierungs-Hierbas.
Wird dieses geregelte Leben langweilig,
wartet der Hexenkessel Barcelona auf mich.
Paradiese, die ich lebe.
>

Erzähler: Panico MozArt: 137-144

>

137
Sicher ist, dass die Misshandlungen, die ich
als Embryo und Kind erleide, mich 66 Jahre
traumatisieren. Vor Depressionen und Ängsten
schützt mich Capitan Morgan. Mit einer Mauer
aus 80% Alkohol.
138
Meine Gene, gerüttelt und geschüttelt, würfeln
mich stark. Einsichtig. Durchsetzungsfähig.
Ich verliere 2008 meine Schatten, die auch
meine Wunden verdecken. Plötzlich bin ich
nackt. Blicke in das Trümmerfeld meines Ichs.
Unbekannte Störungen in meinem Verhältnis
zu anderen verfolgen mich 4 Jahre.
Ich bete. Gott hilft.

139

Meine Erlebnisse als Kind verändern mich

epigenetisch so, dass ich nüchtern im Stress

mit mir lebe. Der Anruf 2008 lässt mich intuitiv

und planlos mein bisheriges Leben ändern.

Ich sehe meine Person. Struktur aus

128 Märchenerzählern. Ich spreche mit ihnen.

Schreibe darüber an mich. Sende es. Öffne es.

140

Unter den 128 sind Vorfahren. Bis hin zu

Ka In. Dem Vorfahr meiner Spezies des

Homo sapiens. Und seinem Bruder Ab El.

Dem Vorfahr der Familie der Schimpansen.

Ich beginne also lange vor meiner Zeugung

und Geburt. Ich sehe mich lange nach

meinem jetzigen Leben verändert im <Q>.
141
1968 nenne ich mich Provo,
Singe Krawallos
… be a beauty and be a servant …
…Engagement ist hässlich … Hässlichkeit
ist dumm … jeder ist anders … alle sind
ungleich … das ist sicher … wenn auch
krumm … nur Dumme sind gleich …
in der Birne weich … machen sie Wichser
reich … im Namen des Volkes …
142

Prügel mich mit den Nachwuchsrevolutionären

der Re-Nazifizierten herum. Lebensreformer

allesamt. Krämpfer! Pop Massisten.

Links. Rechts. Egal.

Rassisten mit dem Feindbild ihrer Mütter und

Väter. Deutsch spricht links statt rechts.

Give cheese a chance. Alles? Alles!

143

Frühjahr 2000. Pullach bei München.

Das Spencer Jacket steuert auf seinen

roten Ferrari zu. Er zeigt über den Kirchplatz

auf einen Neubau. „Mein Auto, meine Firma,

mein Haus.“

Wir treffen uns in dem Biergarten

nebenan. In 5 Minuten. Ich muss den

Wagen woanders parken. Einschätzung:

Studienabbrecher. Völlig korrupt.

Muttis Liebster. Der Bankdirektor, der mich

begleitet, ist in meinem Alter. Strahlt. Er wittert

Geld. Der Kontakt ist aussichtsreich.

Wir gehen in den Biergarten.

Setzen uns an einen leeren Tisch.

Abseits. Das Gespräch wird laut und

aufdringlich. Während wir auf die

Getränke warten, erzählt der Banker

von seiner Tochter. Er nennt sie Powerfrau.

Er weiß nicht, dass ich sie flüchtig kenne.
Von der Piste. Klasse Frau.
Zweimal Agentur-Tasche links.
Sixpack Rotwein rechts im Delicadosack.
Packung Valium und Asperin in der
AlphaTeamer. Glück zum Unglücklichsein.
Nur keine Nähe zu ihr. Die Frau ist
der perfekte Makler für Suizid.

144

Spencer Jacket kenne ich als Rocksänger

einer Studentenband. Viel Talent.

Sing Stagger Lee. Spitze.
Das muss jemand erst einmal bringen.
Der Banker ist mein Kontakt
Für die beiden bin ich der Mixer.
Wichser, der zaubert. Aus der Pisse der
Arschlöcher mache ich Champagner.
Manchmal.

>

Erzählerin: Anna Land: 145-152

>

145
-Selbstverständlich verlangt die Entscheidung
die Beteiligung aller UN Staaten.
So Dr. Hannelore Lebich, Humanmedizinerin
und Vizepräsidentin, der Deutschen Hygiene-
Sektion. Direktorin der Lebensreform Akademie.

146

Jahrtausende lang war das Ziel unserer

Spezies, sich zu vermehren. Seit die

Erdbevölkerung 1963 auf 3 Milliarden

anwuchs und sich innerhalb von 50 Jahren

mehr als verdoppelte, fangen wir an, unseren

Lebensraum zu zerstören.

147

Wir verfügen über humane Möglichkeiten,

die Menschheit auf 3 Milliarden zurückzuführen.

Dem planlosen Fortpflanzen wird ein Ende

gemacht, um das Leben der Lebenden zu

schützen.

148

Unser Arbeitsprogramm besteht aus zwei

globalen Projekten:

A: Durch sofortige Veränderung des

Trinkwassers und anderer Lebensmittel

werden Menschen global impotent gemacht.

B: Im Hygieneinstitut der Union Quota der UN

werden Menschenarten gezüchtet, die nicht

fortpflanzungsfähig sind. Die Libido der

Menschen wird dadurch nicht zerstört.

149

Volksgemeinschaften lassen ihre WeiSSen

mit den Kernen des Lebens würfeln.

Die Volks wundern sich empört, dass

durchgehend Gewürfelte durchdrehen.

150

Mein Leben ist einzigartig, wie jedes

andere Leben auch. Gesamtkunstwerk.

Keiner ist gleich. Jeder steht ungleich in

Beziehung zur Symbiose aller. Allein.

Spreche ich mit anderen, bereichere

ich mein Beziehungsgefüge.

Gehe auf Sendung. In mein <Q>.

Spreche ich nicht, bleibe ich stumm

und werde gesendet.

151

Im Spiegelwald der Reihen besorge

ich mir Lebensmittel. Mache Geschäfte

mit Leistungen von mir. Lebe ich nicht

mehr, hören die Spiegelungen auf.

Der Spiegelwald braucht meinen

Körper als Projektionswand.

152

Atme, mache, liebe, lache.

Ich bin ich. Weil ich spreche.

Sagt mein Sapiens.

>

Erzähler: Lasso Lesso: 153-160

>

153

Ich bin Mutant. Ich schreibe über mich.

Frankenstein berichtet über sich.

Persönlich. Erstmals. Andere sollen

meine Empfindungen erfahren. Multiple.

128 erzählen. Momente meiner

Erlebnisse. Miniaturen des Anders sein.

Meine Biographie ist Hinweis über die

Welt der Artifiziellen. 1 von 1000 ist

Doktorkind. Millionenheer der Mutanten.

154

Ob mir meine Erzählungen schaden,

zeigt sich. Was geschieht, ist Natur.

Ich breche mein Schweigen um der,

der ich nicht bin, zu sein.

155

Im Exil in Paris habe ich mir Schweigen

auferlegt. Der Surrealist AB, mein

Lehrer und Arzt, hat mir dazu geraten:

-Betrinke dich. Berausche dich.

Vergesse. Mache Krawall, Aktionen.

Spreche nicht über dich. Geh auf Sendung.

Wenn du sprichst, was du lebst,

was du erlebt hast, sperren sie dich weg.

156

Denke an Artaud. Denke an Genet.

Denke an Ovid. Augustus sagte:
-Meinen Freund Ovid musste ich
verbannen, weil er Dinge gesehen hatte,
die er nicht sehen durfte.

157
Als Embryo und Kind arbeitete ich
als Präparat für die WeiSSen
der Volksgemeinschaft.
Verdiene meinen Lebensunterhalt.
Als Koma-Kind-Arbeiter.
Tägliche Fleischbeschau. Gemessen
und gezählt. Sklave. Missbraucht von
Missbrauchten. Behandelt mit
Verachtung und Ekel. Desinfiziert.
Lernte ich diese Form der Zuneigung.

Wurde 1 von Milliarden. In Symbiose

mit Menschen, die anders sind.

Ohne persönliche Sprache, Nahrung,

Raum, Frieden. Die Natur will es.

Was hilft? Die Stille des Mars.

Wer ich sein möchte? 1 Stein.

158

3. Juni 1963. Autofahrt. Mutters Auto.

Mutters Geld.

-Mach diese Beatles aus.

-Was hast du gegen nette Jungs?

-Genau das.

-Die legen eine Weltkarriere vor.

-Die Gruppe 47 auch.

-Die machen und verkaufen

Braunkohle-Kultur der Reichskammer.

-Bitte schalte diese englischen

Volkslieder-Sänger aus.

-Rocker Schocker wo bist du?

159

-Und nun meine Damen und Herren

sehen Sie den Höhepunkt unserer Stadtrundfahrt

durch die Stadt der Hitze. Den Hammer

Hauptbahnhof. Europas größten Güterbahnhof.

Letzte Station vor Hannover.

Der Stadt der Pferde, die akzentfrei hochdeutsch

sprechen. Fördergelder fressen. Statt Gras.

Auf der Rennbahn nach West Berlin: Ich komme.

Und dann „sitz ick mit der Emma uff der Banke.“

Hammer Bahnhof links führt gerade

auf die Weststraße Richtung Berlin. Warschau,

Moskau, Wladiwostok. Und da gibt es Speiseeis.

160

-Das Autoradio gibt nichts her.
-Da ist er.
-Ring ring goes the bell.
-The cook is ready to sell.
-Lass den Rocker.
-Was denkst du denn? Der bleibt.
-Und nun laut und deutlich brüllen.
-Hale Hale Rock’n Roll.
-Deliver me from the days of old.

>

Erzähler: Beau eroZ: 161-168

>

161

Sagen mir andere, sie empfinden Kunst

oder sie künstlern, bitte ich sie mir ihr

Rechte-Buch, ihre Sendungen und

Produktionen zu zeigen. Alles? Alles.

162

Jährlich werden In Deutschland mehr

als 20 000 Menschen industriell gemacht.

Mit den Veranlagungen der Mutanten.
Fremde. Wie ich.
163
1958 gehe ich nach Paris. Exil.
Ich finde Scyland auf der Pont Neuf.
Lerne Aktionen. Mache Krawall. Happenings.
Schweige über mich. 50 Jahre. Gründe
2008 die Scyland-Republik.
Exil für Mutanten. Ich stelle fest, an der
Republik ist kein Interesse. Gut so. Ich
bin res publika genug.
164
1 SSoldat deckt im Namen des Volkes
1 Braune Frau. Wie geplant, werde ich
gemacht. Was mich mit den Erzeugern

verbindet, ist Deutsch. Die Sprache.

Die gegenseitige Verachtung. Sie auf

mich. Ich auf sie. Sonst nichts.

Als Embryo wurde ich als Präparat

durch Fremdblut- und

Röntgenstrahlenbehandlungen mutiert.
Ich wiederhole mich? Ich weiß.
165
Als Kind arbeite ich als Proband für
Menschenversuche in der Medizin- und
Pharmaforschung. Ich habe Glück, mir
werden die Augen nicht ausgestochen,
um meine Schmerzen zu messen und zu
zählen. Ich wiederhole mich? Natürlich.
Wir sind 128.

166
Mit 3 Jahren bin ich als Präparat
verbraucht. Soll weitergeschickt werden.
Nichts Neues? Ich weiß, Deutsche langweilt
so etwas. Mich beschäftigt es, im Namen
des Volkes getötet und verwertet zu werden.
Im Mai 1945 rettet mich die Rote Armee.
Ich lebe. Glücklich darüber, zu denen, die
mich aus ihrer Gemeinschaft schnitten,
nicht zu gehören.
Gott will, dass ich ohne Bindungen an
andere lebe. Wie ich bin, ist es gut. Neu.

167

Golem ist hebräisch und heißt
„ungeformte Masse“. Nach einer jüdischen
Legende ist der Golem ein künstlicher
Mensch aus Lehm. Erzählt vom Rabbi Löw
um 1600. Im Namen des Volkes beauftragte
der Reichskanzler seinen Reichsprotektor
für Böhmen und Mähren 1941 die Kräfte
des Golem auf Germanen zu übertragen.

168

Als Lebensreformer glauben sie daran,

so die Herrenmenschen der Zukunft zu

züchten. Ich bin Teil des Programms.

Die Erzählung „German Golem“ ist kein

Bericht über Mutanten.

Den „German Golem“ schreibt ein

Mutant. Erstmals erscheint die

Autobiographie eines Frankensteins.

Bastards, wie ihn der Besamer nannte.

Der Mutant erkundet sich. Spricht.

>

Erzähler: Ovo Lago: 169-176

>

169

Dem amerikanischen Sologitarristen

geht die Musik aus. Sein Geblase von

Give Peace a Chance“ ist unerträglich.

Ich bekomme Zahnschmerzen. Irgendwann

wird Hippie Rechtsanwalt, macht Quote.
Wird Politiker in den USA. Führt Krieg
für ein Fass Öl.

170

Warum gibt er sich nicht den goldenen

Schuss? Er fängt wieder zu klimpern und zu

singen an. Das Lied ist von Dylan. Er bringt

ihn zu perfekt. Bei den Frauen kommt das Lied

an. Zürich summt mit. Gefällt ihr der Abstauber.
Da kenne ich mich aus. Stussen für Frauen
und Kohle.

171

Ich nehme an, dass Sprache zukünftig

als Lebensmittel verkauft und gegessen wird.

Über Bio-Chips im Trinkwasser zum Beispiel.
Profit ohne Ende für die Händler der frischen
Wörter.

172

Zu meiner llingua hat niemand Zugriff. Die

Wörter der anderen spreche ich nur, um

mich in Reihen verständlich zu machen.
Fremdsprache. Ebene ihres Sprechens ist
nicht meine llingua.

173

Zugriff oder Missbrauch meiner Sprache ist

unmöglich. Es sei denn, ich öffne meine

Sprache. Mach ich aber nicht. Für kein Geld

der Welt. Sicher ist, dass auch andere zu

ähnlichen Ergebnissen kommen wie ich.
Die verkaufen sicher gerne.

174

Wer wissen will, was llingua ist, soll 1 Bild

von Jackson Pollock lesen. Kann er es

nicht, soll er mit Pollock sprechen, dass er

ihm hilft. Der hilft manchmal weiter. Ungern.

Ich lerne meine llingua von Ovid. Ich treffe

ihn im <Q>. Wer ihn sprechen will, sollte

vorher seine Metamorphosen lesen. In Latein:
… dixit et animum dimittit in artes naturamque
novat …
175
Meine Umgangssprache ist verbraucht.

Wie sehr, zeigt der Lärm um Doktorarbeiten,

die abgeschrieben sind. Mix von Mixern,

die gemixt werden. Used user. UUus.

Gesprochene. Urheber ist der, der Vorlagen

neu anordnet. Würfelt, bis neuartige

Informationen entstehen. Was bleibt ihm

übrig, wenn für das, was er sagen will,

keine Sprache vorhanden ist.

Morgen sind es 10 Milliarden, die Sprachen

sprechen, die für 2 Milliarden reichen.
Wichtigster Rohstoff des Menschen ist seine
Sprache. Selbst die Gesprochenen benötigen
Wörter, die sinnvoll sind. Um zu informieren
und informiert zu werden.
176
-Damit Natur- und Lebensabläufe verstanden
werden können, müssen sie sprechbar sein.
Gesprochen werden. Fehlt die Sprache dazu.
Fehlt alles.
-Das Problem des Abschreibens ist
nicht die Absicht zu betrügen, sondern,
nachdem die Sprache fehlt, um sich auszudrücken.
Nur Tricks helfen weiter. Einer davon ist,
übernommene Inhalte neu zu ordnen.
-Ist das der Fall, sind die Inhalte nicht neu,
sondern neuartig. Brei. Gesprochenes
schreiben Gesprochene ab. Wer veröffentlicht,
ist Urheber. Ich helfe mir dadurch, dass ich
Systeme erfunden habe, die mich als Urheber
von Inhalten in Umgangssprachen schützen.
Sicher sind meine Veröffentlichungen in meinem
Sniki Data Tresor. Im Snikipeak. Durch die
Chiffrierung in der Snikenigma.
-Unterhalte ich mich, ist das Gespräch
wertfrei, weil die Worte der Umgangssprache
wertfrei sind. Verbraucht. Ich spreche und
schreibe Geschichten, die von anderen
ebenso gesprochen und geschrieben werden.
Nichts Neues. Bestenfalls Neuartiges. Brei.

>

Erzähler: Billi Barcelona: 177-184

>

177

Ich helfe mir dadurch, dass ich Systeme

erfunden habe, die mich als Urheber

meiner Märchen feststellen und schützen.

Will ich meine Empfindungen nicht öffentlich

mache, vergrabe ich sie in meinen

Sniki Data Tresor. Im Snikipeak.

Zu chiffrieren und dechiffrieren in der

Snikenigma. Chiffriertes liest sich

spannend. Nur ist es nicht das, was ich

erzähle. Es ist Chiffre.
EAP sagt, ich habe es in die Berge
getragen und meinen Schmerz in den Sand
der Felsen. Wörter aus einer Zeit,
als Sprache Wert hatte.
178
„Max de Man“ – Maximum of Man –
bezeichne ich in Paris 1958 eine Gruppe von
Surrealisten und Aktionisten. In Bewunderung
des Linguisten Paul de Man.
179
Homo novo nenne ich mich im Gegensatz
zum Vormenschen.
N e u e Menschen, die die Sprache der
Quanten und Kerne lernen. Ausdruck ihrer
Empfindung ist Le Passant von AG.
Der sich als Urmensch bezeichnet.
Ich gehöre dazu. 16 Jahre alt. Kaffeejunge.
Geht AG im Keller das Geld aus, bringe ich
einen Passanten zum Händler. Geld holen,
um Lebensmittel zu kaufen. Vorbei an der
Ehefrau im 1. Stock. Sie ahnt vermutlich,
dass ich der Merkur für Weltkunst und
Vollräusche bin.
180
Wir gründen unter Einfluss von
Capitan Morgan Scyland of Oceania.
SCY als Kürzel. SoCietY. 7. Kontinent
des Homo novo. Der N e u e n. Urmenschen.
In der Tiefe der Südsee liegt unsere Heimat.
Traumland, das bis in die Gesichter der
Osterinseln reichen, die auf uns warten.
Dem Magier, Surrealisten, Revolutionär
und Arzt AB, habe ich über meine Herkunft
erzählt. Verfolgung. Flucht. Wie ich sie
damals kenne. Er rät mir, 50 Jahre zu
schweigen. Er lebt im Exil in London, weil
er nicht schweigt. Ist er in Paris, versteckt
er sich. Charly der Große verfolgt ihn.
Ich schreibe das „Max de Man Manifest“
mit dem Sand, der mir aus den Augen fällt.

181

Mein Sapiens ist 50 Jahre betrunken,

um die Volksgemeinschaft zu ertragen.

Seit ich nüchtern bin, arbeite ich.

Von 6 bis 19 Uhr. War ich als

Betrunkener und Spekulant erfolgreich,

bin ich mir sicher, als Arbeiter

auf keine Beachtung und Geld zu stoßen.

Tanze ich vorher leicht und seicht meine

ChaChas, schütte meine Fata Morganas

mit Capitan Morgan zu, sitze ich jetzt an

einer Maschine und füttere sie mit meiner

llingua. Egal.

182

Der WeiSSe aus Bozen ruft an. Auf der

Stelle bin ich nüchtern. Der Schrecken

über das, was ich erfahre, lässt nicht zu,

dass ich den anderen betrunken begegne.

Verachtung hält mich nüchtern und wach.

Jetzt. Wer die Verursacher sind, was sie

treiben, interessiert mich nicht. Abfall.

Die Natur wollte es.

183

Reihen und Reiher bedeuten mir wenig.

Ich bedeute ihnen nichts. Wunderbar.

Für ihre Dinge, Bildung, Politik, Kultur,

habe ich keine Zeit.

Ich bin Katholik, weil es Katholiken

sind, die mich vorbehaltlos aufnehmen,

retten. Die keinen Unterschied zwischen

Germanen und Bastarden machen.

Es hilft mir, dass ich nicht zähle und messe.

Wenig zu denken habe. Wenig weiß. Gut so.

Mein Freund in den Reihen, des Schwarms,

ist der Affe Puk. Wir verstehen uns.

184

Seit 1952 bin ich Provo und Poet.

Um mich nicht aufzufallen, verkleide ich

mich. Als Dandy. Kieselstein.

Gebügelt. Das Gesicht. Beflügelt.

Der Charme. Begeistert. Frauen und

Schnürsenkel. Geschichtenerzähler.

Vita Morgana.

>

Erzähler: Bello Woww: 185-192

>

185

Ich bin Anarchist. Ich habe kein Interesse,

Macht über andere zu haben. Wie ich jeden

Anspruch auf mich ablehne. Geld besitze

ich für Lebensmittel. Ich habe nicht vor,

Personen oder Gesellschaften zu verändern.

Sie zu unterhalten, macht mir Spaß.

186

1963 begrüßt mich AB im Lokal Försterin in

West-Berlin mit seinem >>vive la anarchisme

permanente<< . Andy, am Beginn seines

Marsches in die Hölle, fragt mich:

>>Was heißt Anarchismus?<< .

Kläre ihn auf. Empfehle ich ihm das Buch

Raskolnikoff. Er hat es falsch verstanden.

187

Ungeboren bin ich Präparat. Geboren bin

ich Koma-Präparat. Fremdblutbehandlungen

ist eine Form der Zuneigung, die ich erfahre.

Im Namen des Volkes. Seither meide ich die

Gesellschaft der Verursacher. Verständlich.

Ich bin allein, einzigartig, selbstbestimmt.

Geht es mir dreckig, habe ich gelernt zu

beten. Es fehlt mir der Vergleich, wie es mir

besser gehen könnte. Ich bin glücklich,

wie es ist.

188

Was ich berichte ist subjektiv. Meine Sicht.

Es betrifft mich. Niemand sonst. Andere

und anderes ist anders. Ich bin im <Q>.

01er ebenso. Keiner ist gleich. Ist er

gleich, hat er nichts begriffen.

189

Leistungen meines Körpers sind,

den Mord an meiner Natur, die Zeit als

Versuchs-Embryo und die Versklavung als

Kind zu überleben. Bis ich im Mai 1945

befreit werde. Betäubt, süchtig, verstrahlt,

zerschnitten, wertlos, sprachlos.

190

Ein Wunder passiert, ich vergesse und

wachse gesund auf. Die Ziehmutter und ihre

Familie behüten mich. Ich werde stark und

klug. 50 Jahre Punk schalte ich 2008 ab.

Nüchtern gehe ich durch die Hölle meiner

Herkunft. 4 Jahre lebe ich im Feuerofen.

Ich verlasse den Trip of SScum. Gebrannt.

Neu. Um mir zu helfen, schreibe ich die

Märchen der 128 auf. GG entsteht. Ich

lebe gut. Ohne Anteil zu nehmen. Zu geben.

Irma, je t‘aime.

191

Fliege 1954 wegen Störung aus dem

Unterricht. Ich behaupte, dass die

Bäume auf dem Schulhof nur da sind,

wenn ich sie sehe. Sehe ich sie nicht,

existieren sie nicht. Von Einsteins Frage,

ob der Mond auch da ist, wenn ich nicht

hinsehe, weiß ich nichts.

192

Meine Einsicht, wie es ist, ist empfunden.

Meine Anima erzählt es. Absicht des Animus

will ich nicht. Zähle nicht. Keine Leistung.

Veranlagung. Über meine Fähigkeit empfinde

ich räumlich. Ganz.

>

Erzählerin: Basti Fini: 193-200

>

193

Es ist so. Meine Mime lassen mich Dinge

unscharf sehen. Wie sie sind. Kein Spaß,

3D Filme oder Bilder sehe ich ohne 3D Brille

scharf. Farbfilme schwarzweiß. Meine

Veranlagung bringt mir keine Vorteile.

194

Gegen mein Wissen muss ich Dinge tun,

obwohl ich empfinde, dass es falsch ist.

Folgerichtig beende ich als 16-Jähriger

meine Ausbildung. In den Dinge-Reihen

lebe ich unscharf. Dafür schmecke

ich Farben und rieche Töne.

195

Quantenphysiker gehen davon aus, dass

mehr als 30% der Weltwirtschaft auf

Quantenphysik basiert. Zum Beispiel

Behandlungen mit dem Kernspintomographen.

Der Kernspin ist eine Quantengröße.

Die super leitenden Magnete sind

Quantenphänomene. Die verwendeten

Magnetsensoren ebenso. Laserscanner in

Kassen sind mithilfe der Quantenphysik

erfunden worden. Und so weiter. Lese ich.

196

Märchen: Der ADAG e.V. gründet die Schule

für Qantensoziologie. ADAG entwickelt die

<Q>Sprache. Quantensoziolingusitik.

Eine persönliche Sprache, die Tunnel zum

Quantengeist ist. Die <Q>Sprache ist

Voraussetzung für die zukünftigen Grids

und des Snikipeak Datenschutzes.

197

Märchen: Um Ergebnisse der Mathematik

zu sprechen, zu schreiben, ist

geeignete Sprache Voraussetzung.

Die Sprache, die ich spreche, reicht nicht.

Sprache wird morgen der Rohstoff sein,

der entscheidet.

198

Märchen: Unternehmen und ihre Mitarbeiter

werden sich zukünftig als Soziale Skulpturen

begreifen. Die Vorteile sind erheblich.

Was sicher kein Märchen ist.

199

In Paris lerne ich 1958, ich existiere nicht.

>>Je n‘existe pas.<<

Ich bin Spiegelung. Dinge spiegeln sich zu

Reihen. Teil davon. Die Vorstellung, Ding zu

sein, ist nur verzaubert zu ertragen. Ich

verzaubere mich täglich. Surreal. Dinge lösen

sich auf. Ich sehe den Kern. Es folgen Aktionen.

Keine Träume. Opera Morganas. Imagination.

Räume, die sprechen. Märchen aus dem

Gefängnis des Körpers. Empfindungen des Seins.
-35_10_26+. Mehr als 14 Milliarden Jahre.
200

4 Schlagwörter machen es mir einfach,

zu sagen, was ich meide:

Volk, WeiSSe, Gesprochene, Mehrheiten.

Mein Körper und sein Leben sind mein

Gesamtkunstwerk. Ich sende es. <P>arts.
Material des <Q>.

>

Erzähler: Berto Grob: 201-208

>

201
Opera Vitae, die sich stetig vollendet.
Leichte Stücke sende ich täglich in mein <Q>.
Die Physis der Opera, die im Moment
aufgeführt wird, gebe ich g a n z an 1 Person
ab, die 1 geeigneten Raum dafür hat.
Irma, je t‘aime.

202
Natur ist ganz. Alle und alles ist Natur.
Menschen sind Teil davon. Was auch immer
sie tun, es ist Natur. Nicht gut. Nicht schlecht.
Die Natur kennt das Böse nicht. Menschen
mutieren ihre Erbanlagen, um sie zu
industrialisieren. Profit zu machen.
Mein Sapiens verschwindet in der
Geschichte. Es folgt der Homo novus. Neuer.
Ich hoffe, dass seine Geschichten es wert
sind, erzählt zu werden. Mein Sapiens
verändert sich in 2 Spezies: Homo novus und
den Robo sapiens. Mensch Maschine.
Mutierte Menschen unterscheiden sich
zukünftig darin, dass sie sprechen oder dass
sie, wie der Robo sapiens, gesprochen wird.
Der eine oder der andere zu sein ist keine
Leistung, sondern Natur. Sie leben in
Symbiose. Der eine zum Vorteil des anderen.
Hoffe ich.

203
Der German Golem ist kein Buch über
Mutanten, sondern die Erzählung eines
Mutanten. Ein Künstlicher, dessen
Persönlichkeit 128 Charaktere sprechen,
berichtet über sich.

204
Max de Man wird im 3. Reich gezüchtet
und geboren. Weltweit wurde damals
begonnen, Menschen industriell zu fertigen.
Der Grund: Profit ohne Ende. Das Resultat,
Exit des Vormenschen. Die Natur entledigt
sich seiner im Moment.

205
Überflüssig geworden, wie der Neandertaler.
Mein Sapiens – Homo stupidus –
Begreift seinen Niedergang als Fortschritt.
Mutanten vermehren sich.
Der German Golem steht am Beginn.
Nachkommen der Mary Shelley.

206

Seit 1958 weiß ich, dass meine Kunst, Opera

ins <Q> zu senden, unbeachtet bleibt.

Gut so. So arbeite ich völlig entspannt. Glück.

Ohne Einschränkungen. Die Kunst findet mich.

Für Lebensmittel bringe ich Dinge in die Reihen

ein und verkaufe sie. Nichts fehlt.
Gott will es. Danke.

207
Message to: Mister Simon Godin,
Pentecoast, Vanuatu
Datum: 06.04.2009
Thema: Sand Poetry

208

Dear Mister Godin,
Thank you for your message
in the Bavarian News Paper „AZ“.
I am happy that the Max de Man post
arrives Vanuatu after 50 years.
The Sculpture social Scyland
founded by Max de Man Network
on 23 SEP 1958. The same night
I sent in the Seine the message to you.
In Paris at night at Bridge Pont Neuf.
The founders have written the
Manifest of Scyland on a SandTable and
threw the Poetry in the river Seine
to bring the message in 50 years to your
Island.

>

Erzähler: Ben Dunkel: 209-216

>

209

23 SEP 2008 opened
Max de Man Network the WebSculpture
www.scyland.com
4 APR 09 we found your answer and
news from the Sand Writer of Vanuatu
in the News Paper AZ/Abendzeitung.
As a child I first did Sand Picture Writings.

210
Since 1970 I do Sand Writing on
Lanzarote/Canarias-Spain with
inhabitants there.
We wrote Fire Poems in the
Ash of Vulcanos and <Q>Poetry
in the waves of the Atlantic Ocean.
We want to contact and publish
Sand Writer of Vanuatu.
Please send us information.
Sincerely Yours,
Wolfgang Bäuml Max de Man Network

211

Die scyland.com.de der Mutanten

ist offen für andere, die sich beteiligen.

Beteiligt sich niemand, ändert es nichts.

Mache alleine weiter. Scyland.com und

sein eBook ist offen für Dialoge.

Wie alle Media des www.agoverlag.de.

Der German-Golem.de Blog und das

DCRB eBook sind aktuelle Foren.

Für Sprechende. Hörende. Missbrauchte.
Vergessene. Für Interessierte.
Für Freunde.

212

Bis ein Auto anhält und mich bis nach

Holland mitnimmt. Als ich aussteige,

ist es dunkel geworden. Kalt.

Ich setze mich in einer Telefonzelle

auf meine Tasche. Schlafe. Träume. Bis

heute. Der Tag beginnt. Sonnenaufgang.

Ich stehe an der Straße nach Brüssel.

Gleichaltrige gehen zur Schule. Ich bin

glücklich, nicht mehr beteiligt zu sein.
Ein deutsches Auto hält.
Die Fahrerin fährt nach Brüssel.
Ich fahre mit. Erregung. Ich liebe sie.

213

Die Verletzungen der Misshandlungen

verfolgen mich. Bis heute. Ich fühle mich

von der Volksgemeinschaft verfolgt.

Dabei ist mir klar, dass ich nicht wichtig

genug bin. Doch ich bin auf der Flucht.

Was verständlich ist. Mich an Geschäften

der anderen zu beteiligen, fällt mir schwer.

Bis zu meinem 16. Lebensjahr.
Ich gehe ins Exil. Spiele seither Theater.
Über mich. Zumeist erfolgreich.

214

Ich schreibe das Scyland Manifest.

Das Epos „Schneetal“ entsteht aus

meinem Soledades. Ich schreibe

Geschichten der 128, die mich sprechen.

Entwickle mein Picture Writing.

llingua entsteht. Wohne im Eiskellerberg

von Düsseldorf. Im Mai 1968 sage ich

AndyW .

-Ich mag Ihre Videos. Was ich sonst

kenne sind Ihre Geldscheine, die Sie in

Kassel ausstellen.

Der Lebensreformer und Akademieprofessor

JoB ist verärgert über meinen Spruch.
AndyW lacht. Er sagt
-Business ist die Kunst. Besuche mich
in der Factory.
215
Ich lebe Märchen. Morganas. Ganz.
Ich bin. Das ist sicher.
Wer ich bin, stelle ich nicht fest.
Ich bin mir unbekannt.
Seit ich meine Herkunft kenne.
216
Vater. Spermien. Mutter. Gebärmutter.
Fremder in einer Fremden von einem
Fremden. Golem. Menschenartiger.
Gewürfelt. Zufall. Präparat. Verstümmelt.
>

Erzähler: Berlino Oil: 217-224

>

217
B/esser:
Ich esse, um satt zu sein.
Nahrung hat für mich den Zweck,
mich zu ernähren. Satt zu machen.
Ohne Muss & Stuss. Mein Sapiens,
hat sich daran gewöhnt. Habe ich
Hunger, esse ich ausgewogen, was
mir schmeckt. Habe ich keinen
Hunger, habe ich wichtigeres zu tun,
als mich mit Futter zu beschäftigen.
Den Firlefanz der Industrie und ihrer
Media-Köche langweilt mich. Ich esse
und lebe entspannt, weil ich das tue,
was mir gut tut.

218

Mich widert es an, von anderen beim

Arbeiten, Essen, Sex und Scheißen

beobachtet zu werden. Was andere

gut finden, geht mich nichts an. Ich

liebe Paris. Ich hasse es, in Paris

öffentlich meinen Status zu bekunden,

indem ich in angesagten Lokalen esse.

Schmeckt mir nicht. Will ich nicht.

219

Ich kaufe “billig ist okay”. Also b_i_o.

Ich bin nicht Otto, der BiO kauft. Kürzel

für “Bekloppt ist Otto.

Verkaufsförderungsmaßnahmen wie

Gerechter Handel” sind gerecht für

den Händler. So macht er die Apfelsine

bis zu 100% teurer und profitabler.

Eine hinterhältige Form von “nachhaltiger

Geldvernichtung”. Für mich.

220

Meine Erfahrung ist, was gut für Otto ist,

ist schlecht für mich.

Kaufe ich ein, sagt mir mein Sapiens,

die Hälfte reicht. “JdH”. “Ja, die Hälfte.”

Ich vergesse nicht, Nahrung, die ich billig

einkaufe, gründlich zu säubern.

Meiner Gesundheit zuliebe. Ich lebe

entspannt, weil ich auf die Moden und

Verhalten anderer keinen Wert lege. Um

mich durch Dinge wie Geld und Konsum

zu profilieren, fehlt mir die Absicht.

221

Ich bin 2. Metamorphose aus Ego und

Ago. Ego bin ich. Meine Empfindung.

Ago ist mein Sapiens. Mein Körper.

In seinem Kopf existieren 128 Geister,

die den Max de Man erzählen.

Märchenerzähler der Vita Morgana

des ”GG” – German Golem.

222

Der Embryo mutiert in Röntgensonnen.
Mein Blut wird gepanscht. Mein Hirn wird
in Panzerschokolade eingemauert.
Neuartige Epigene entstehen, die mein
Leben bestimmen. Mime formen mich so,
dass meine Verletzungen Emotionen
entstehen lassen, die mich Neues sehen
lassen.

223

2008 finde ich mich. Trinke mich aus.
Finde nichts, was andere schuldig macht.
Bin körperlos. Energiefeld zwischen
Subjekt und Objekt, das formuliert.
Unbeteiligt. Beziehungslos zu anderen
und ihren Dingen.

224
Die 128 Masken des Max de Man
erzählen den German Golem. In Blogs.

Für eBooks. Videos. Buchskulpturen.

Max de Man geht am 20. Dezember 2012.

20Uhr12. Fliegt mit Scy Phoenix in die

Sonne. Das Märchen des German Golem

langweilt ihn. Unbeirrt mache ich

Buchskulpturen. <Q>books.

Während ich im Kinderheim des Lagers der

Teplitz Bucht lebe, höre ich Verdis Requiem.

Es wird von Häftlingen aufgeführt. Bevor sie

In den Tod weitergeschickt werden.

Meine Sozialmutter nennt Verdi Josef Grün.
>

Erzählerin: Bussi Knopf: 225-232

>

225

In der Akademie im Eiskellerberg in Düsseldorf

lerne ich die Fettecken der Volksgemeinschaft

kennen. Sponsor der Gebilde ist der Hersteller

des WeiSSen der WeiSSen. Ich bin informell.

JoB bezeichnet in Paris die Kunst von Informellen

und Tachisten als unmoralisch. Konsequent

gibt er die Farbigkeit des Eisbergkellers in

seinen Entwürfen weiter. Eisgrau bis fettblass.

Zur Freude der Nachfolgevolksgemeinschaft.

Der Eigenschaftslosen. Dr. Steiner und sein

Jünger AH ist begeistert von JoB.

Dem Meister der neudeutschen Weltkunst.

226

Ich singe meine Cantos im Sturm, der mich

rockt und rollt. Außen nach Innen.

Hinein in den Augenblick Gottes. Das Jetzt.

Der Urmensch schwoft herein. Aus Paris.

Damit ich meine ChaChas standesgemäß

steppe. Von Eva und avE begleitet.
Ich tanze los.
227
MiMe >>Mime<<. Mi ist lateinisch. Kürzung
von mihi >>Mir. Ich.<< Me ist englisch und
heißt mir. Mimisis. Ich ahme mich nach.
Mimisis ist griechisch und heißt >>Nachahmung<<.
Meine Mime aus den Mimemare mit anderen
lassen mich meine Empfindungen >>Emotionen<<
deutsch sprechen. Meine Persönlichkeit formen.
Ich spreche deutsch. Ich kann nicht anders.
228

2008 begreife ich, ich bin Teil derer, die meine

Natur mutiert. Auf Gedeih und Verderb.

Die Natur will es. Wahllos greife ich Deutsche

heraus. Um Ähnlichkeiten zu sehen:

Martin Luther, JohannWvG, Friedrich II,

Richard Wagner, Friedrich Nietzsche,

Joseph Goebbels, Massenmörder, Humanisten,

Thomas Mann, Erich Mende, Erich Wehner,

Joseph Beuys. WeiSSe, Lebensreformer.
Demokraten. Händler, VotaQota,
Gesprochene, Sprechende.
Sapiens. Urmensch.

229
120 Millionen Deutsche. In Europa. Heute.
Ohne Eigenschaften. Mixer. Trixer. Erfolgreich.
Auf dem Weg in die Mitte. Wo Vorteil und Profit
die Mehrheiten sind. Bin ich in den Reihen, um
Lebensmittel zu tauschen, bin ich exakt so.
Sapiens.
Einer der Gründe, mit 16 nach Paris ins Exil zu
gehen war, nicht mehr deutsch zu sprechen.
Zu sein. Intuitiv. Richtig. Ohne zu wissen warum.
Das klappte nicht. Im Exil habe ich, um
akzeptiert zu werden, deutsch zu sein, betont.
Ich lerne sofort, dass ich abgestoßen werde,

wenn ich den Deutschen und das Deutsche
in mir negiere. Kritisiere.

230
In Paris bin ich deutscher als in Berlin, um
erfolgreich zu sein. 1962 gehe ich nach

Deutschland zurück. Es ist für mich einfacher,

in Berlin Deutscher zu sein, als in Paris. Zurück

in der Volksgemeinschaft bin ich Fremder.
Mutant. Mitte deutsch. Vorteil.
Nützt es mir, gebe ich ab.
Nach außen geschlossen. Chiuso. Die
Mehrheit und Mitte in mir ist „Schneetal“.
Ich lebe, um laufend Gene als Epigene, MiMe als
Epimime herzustellen. Sie fließen der Symbiose
von Formen und Organismen zu, um
die Kunst und die Natur zu verändern.
231
König Reihervogel. Entschuldige.

Unübertrefflicher Flieger und Tänzer im Raum.

Schwereloser Schweber.

Der Symmetrie. Schönheit. Der Freiheit

zwischen Dingen.
Das Gegenteil: Reiher der Reihen.
Auf -1+ genagelt. Gemessen. Gezählt.
Gesprochener. Gesprochen.
Armer Teufel. Von Schimären zerfressen.
Ich bete zu Gott. >>Helfe ihm<<.
232

Die Mitte der Gesprochenen, ihre Mehrheit,

ist rassistisch. Fremdenfeindlich. Global.
Eigenschaftslose dulden Selbstbestimmte
nur, wenn sie davon profitieren. Mein Sapiens
ist von mir gehalten, seine Begabungen nicht
öffentlich zu machen. Es reicht vollkommen,
Durchschnitt der Mehrheit zu sein. 1 Schritt
voraus. Um Vorteile zu haben.

>
Erzählerin: Berta de Wandel: 233-240
>

233

Die Lebensreformer des Bauhauses

haben Abbildungen der Surrealisten als

Traumkitsch bezeichnet. Jahre später

erleben sie, was Horrorträumer real

veranlassen. Gegen sie und andere.

Massenmord in über 40 000 Lagern durch

die WeiSSen der Volksgemeinschaften.

100 Millionen Tote auf dem Abfall ihrer

Zivilisation. Lebensreform aus Gas und

Fäulnis. Traumkitsch der Scums.

234

Deutsch spricht Deutsche. In Österreich,

der Schweiz, in Südtirol, im Elsass und

natürlich in Deutschland. Gene sprechen

Mime, die sich so ausdrücken, dass sie

optimal von Menschen angenommen

werden. Verschiedene Rassen.
Verschiedene Sprachen, die verschiedene
Menschen sprechen. Der Einzelne formuliert
das ihn Sprechende persönlich.

235

Deutsch spricht nicht Martin Luther, sondern

ebenso Walter Mappes, den ich verehre:
Wer mir meine Mütze stahl, soll des Todes
sterben. Folterqual und Höllenqual jählings
ihn verderben…

236

Geld ist kein Gegenwert für Kunst.

Dagegen sind Kunstdinge, Artiges,

Gekünstlertes, Installiertes, mit Geld käuflich.

Kulturträger filtern, was als Kunstding taugt.
Oder was nicht. Da ihre Vota-Kunst im Jetzt
nicht betrifft, erübrigt es sich, weiter darauf
einzugehen. Es möchte bitte nicht der
Eindruck entstehen, dass ich Höhlenmalereien
oder Popart nicht schätze. Bis in die 50er gibt
es aktuelle Kunst, von der ich lerne. Aber das
Anwachsen der Erdbevölkerung verlangt
entsprechend flache Entspannung und
Unterhaltung.

237

Mein Sapiens hat Sprech- und Singverbot

für Artiges heute. Meine Empfindungen

zeigen mir an, wenn 01er-Trara sich

breitmacht. In den 60ern bekomme ich

Zahnschmerzen, wenn ich die Beatles höre.

Bei Bildern von Popmalern tränen mir die

Augen. Ziehe dich den Vorhang der Tränen

Auf, sehe ich Tüten. Nichts als Tüten.

238

Ich habe meinem Sapiens beigebracht,

dass die VotaQuota, die Mehrheit, Recht hat.
Immer. Den Regeln der Mehrheit ist in den
Reihen und auf der Rennbahn peinlich
genau zu folgen.

239

Eva zu avE:
-Wir stehen vor Lupos Zeitraum.
-Der Zeitraum öffnet sich.
-Hinein. Eins mit Lupo. Schützen wir ihn.
-Ich höre und gehorche.
-Du gehst in die Eizelle.
-Du gehst in den Samenfaden.
-Ich bin in der Eizelle. Komm.
-Halt ruhig. Ich fliege in dich hinein.

240

Befruchtung:
-Hallo neuer Mensch.
-Ich grüße dich, neues Menschlein.
-Hallo, wer seid ihr?
-Deine Schutzengel Eva und avE.
-Du heißt Lupo, Menschlein.
-Lupo? Ein schöner Name.
-Ich heiße Eva.
-Ich heiße avE.

>

Erzählerin: Killa Teplitz: 241-248

>

241

1. Tag:

-Schutzengel, ich friere. Warum friere ich?
-Lupo, deine Mutter liebt dich nicht.
-Warum, liebt sie mich nicht?
-Sie will nicht deine Mutter sein.
-Ich fühle das. Sie will mich loswerden. Ich friere.
-Wir beschützen dich. Wir wärmen dich.
-Lupo, leg dich zwischen uns.
-Das wärmt. Ich fühle mich gut.

242

1. Woche:
-Meine Mutter würgt mich, schlägt mich.
-Nur ruhig, Lupo.
-Sie trinkt Alkohol und raucht.
-Wir filtern das Gift aus deinem Blut.
-Niemand schadet dir.
-Sie will mich vergiften.
-Du spinnst.
-Rede dir das nicht ein.

243
1. Monat:
-Lupo, gut geschlafen?
-Du schnarchst, Lupo.
-Da muss ich lachen,
Embryos schnarchen nicht.
-Dann ist es deine Mutter.
-Die schnarcht, wenn sie betrunken ist.
-Ansonsten geht es gut?
-Ja, ja. Keine Klagen.
-Unserem Menschlein geht es gut.

244

3. Monat:
-Ich bekomme Arme.
Schöne Arme.
-Völlig normal.
-Jeder Mensch hat Arme.
-Ich bin gespannt, wie meine
Hände werden.
-Vergiss die Beine nicht.
Und die Füße.
-Meine Mutter verbrennt
sie mit Strahlen.
-Wir helfen dir.
Und schützen deine Füße.

245

6. Monat:
-Bist du aber gewachsen.
-Lupo wird ein Riese.
-Wenn sie mich vorher nicht töten.
-Das schaffen sie nicht.
-Im Gegenteil.
Das Gift macht dich stark.
-Was dir schaden soll
verzaubern wir ins Gegenteil.
-Hoffentlich klappt das?
-Unser Zauber klappt immer.

246

Geburt:
-Lupo, es ist soweit.
Die Wehen setzen ein.
-Hurra, ich werde geboren.
-Eva, wohnt in deinem linken Auge.
-avE, wohnt in deinem rechten Auge.
-Dann kann ich ja nicht sehen.
-Wir lassen dich durch die
Dinge sehen.
-Du siehst, was andere nicht sehen.
-Da bin ich. Ich sehe durch mich
hindurch. Ich bin geboren.

247

23. September 1942. 02Uhr08.

Im Entbindungsraum eines

Krankenhauses der Teplitz Bucht

werde ich geboren.

248

Scyland wird am 4. Dezember

Nachts um 2 Uhr

1958 in Paris auf der Pont Neuf

gegründet.

Gründer sind: Max de Man,

Surrealisten, Aktionisten,

Existentialisten, Situationisten.

Sie singen ihrem Ahnherrn

Daedalus eine Opera.

Das Scyland Manifest wird

vorgetragen:

FELS
Fraternité
Egalité
Liberté
Solidarité:
Sculpture social.
Was nichts mit
den Sozialskulpturen
der Lebensreformer zu tun hat.
Das in Sand geschriebene
Manifest wird
in die Seine geschüttet,
damit es durch Strömungen
über Le Havre
in 50 Jahren den Kontinent
Oceania erreicht. Vanuatu.

>

Erzählerin: Biggi Zick: 249-256

>

249

Die Produktion eines Mutanten bewirkt

ein Leben als Fremder.

In Fremdheit mit sich selbst

und seiner Umgebung:

AmokkomA

Koma

amoK

KomaamoK

250

Der Homo Faber ist Kadaverfresser

und Kannibale.

Er hat die Kontrolle über seine

Fortpflanzung verloren.

Er verändert die Kerne

der Natur, die er nicht begreift.

Die N a t u r entledigt sich

im Moment des Primitiven.

251

Wissenschaftler haben den Weg

gefunden. Menschen in Licht zu

verändern. Ich höre, der Prozess

ist kein technischer, sondern

Prozess einer Empfindung.

Ich begreife das.

Während meines Urlaubs in

Bordighera lerne ich Carla kennen.

Sie ist süchtig. Ich verliebe

mich in sie. Sie wohnt im

Hotel Angst“ unter Süchtigen.

Ich befreie sie. Wir fliehen.

Fahren zurück nach Deutschland.

Im Alltag hat unsere Beziehung

keine Chancen. Wir fahren zurück

nach Bordighera. Im Garten des

Hotel Angst legen wir uns unter

einen Olivenbaum. Während wir

uns lieben, lösen wir uns in Licht

auf. Fliegen in den in den klaren

Nachthimmel. Vereinigen uns

im Sternenmeer zu einem

Lichtpunkt. Verschwinden in

in der Unendlichkeit des Kosmos.

Im Hotel Angst sitzt ein Süchtiger

im Fenster. Er glüht im Glimmer.

Er sagt seinem Freund:
-Da oben ist Carla, meine Liebe.
-Wo?
-Der Stern dort.
-Er leuchtet wie Blut.
-Der Rubin ist Carla.

252

Referat IV B4 Reichssicherheitshauptamt:
transportabteilungsmordleitungslebensreform-
anthroposophenrassenhygienevollstrecker
klassikerwissenschaftspädagogenkulturfäulnis.

253

Die Nazipropaganda hat 2012 in den Media,

Tageszeitungen, Sachbüchern, Fernsehen

einen Höhepunkt erreicht. Anzunehmen,

dass sich der Erfolg in der Mitte der Deutschen

2013 wiederholen wird.

Dr. Goebbels Idee, die Propaganda des

Fürchterlichen unauffällig und unterhaltsam

anzubieten und profitabel zu verkaufen, greift.

Unter dem Mantel der Meinungsfreiheit werden

kontinuierlich Beiträge der Nazi-Wahn-Industrie

verbreitet. Unter dem Deckmantel der

WiSSenschaft durch PR-Historiker.

254

Die Durchdringung der Öffentlichkeit mit

Nazipropaganda in den Medien ist perfekt.

Die Täuschung durch sogenannte

Bildungs- und Kulturbeiträge ebenso.

255

Die Propaganda des Homo Faber triumphiert

global und profitabel mit seiner Todeskultur.

Totentanz von morgen. 10 Milliarden, die

ferngesteuert von der Apokalypse, in der sie

leben, unberührt bleiben. WeiSSe werden

nicht durch ihr HerrschaftswiSSen reicher

und mächtiger, sondern durch die Vermehrung

und Steuerung der Spoken und Konsumenten.

256

Vanille Anarchie: Kaspar und Paula sind seit

147 Jahren verheiratet und waren im letzten

Jahrhundert ein berühmtes Schauspieler-Ehepaar.

Sie wohnen in einer Altbauwohnung in Berlin.

Angefüllt mit Krimskrams, Trödel

und Fotos aus vergangener Zeit.

Während Kaspar ein grummeliger, blitzgescheiter,

alter Herr ist, ist Paula eine versponnene, alte

Dame geworden, die zwischen Wirklichkeit und

Traum nicht unterscheiden möchte.

Eine fixe Idee von ihr ist, einen Sohn namens

Leo zu haben, der sie im Streit vor vielen Jahren

verlassen hat. Des lieben Frieden willens lässt

Kaspar Paula diese „Spinnerei“.

>

Erzählerin: Belina Strumpf: 257-264

>

257

Kaspar und Paula haben sich nicht mehr viel

zu sagen und leben aneinander vorbei.

Eines der wenigen Bindeglieder zwischen ihnen

ist das Ritual des gemeinsamen

Eisessens. Vanilleeiskrem, die Paula täglich in

einem „Laden an der Ecke“ kauft.

258

Paulette betritt den Laden. Am Tresen steht ein

tätowierter Punk mit Hund, der den Ladenbesitzer

anbettelt. Um Bier und Wurstreste für den

Berner Sennerhund. Paula erkennt in dem Punkie

ihren verschollenen Sohn Leo. Punk und Hund

werden von ihr fürstlich beschenkt. Sie lädt die

beiden in ihre Wohnung ein. Punkie nimmt an.

259

In der Wohnung richtet sich Punkie ein und lädt

Freunde zu sich. Kaspar geht sein Sohn,

Hund und Freunde auf die Nerven. Er fühlt sich

zunehmend belagert. Überlegt, wie er den Sohn

und seine Sippschaft loswerden kann.

Punkie und sein Hund haben sich inzwischen

dem täglichen Eis essen angeschlossen.

Kaspar beschließt, das Eis von Leo und Hund

zu vergiften. Durch ein Missgeschick wird Leos

Eisration von Paula und ihm selbst gegessen.

Sie sterben dramatisch. Leo legt seine toten

Eltern“ in die Ehebetten, raubt die Wohnung aus

und verlässt sie in Begleitung seines Hundes.

Er geht auf den Kurfürstendamm zu

und verschwindet unter den Passanten.

260

Um mich weiSS zu machen, werde ich

von Humanisten sandgestrahlt. Als ich

keine eigene Haut mehr habe, fliehe ich

ins Exil nach Paris. 16 Jahre alt. Ich

schütze dadurch nicht nur mich, sondern

ebenso meine Umgebung. Der Teufel

hat mir den Raskolnikoff als Anweisung

für amoK ins Bett gelegt.

261

Seit ich mich selbst befrage, bekommen

die Schatten, die mich verfolgen, Gesichter.

Ich entmülle sie. Ich danke dem Drecksack,

der mich anruft und mein Lebensbuch öffnet.

262

Kunst ist keine Abbildung oder Wiederholung.

Kunst ist sich selber.

Projektionsraum ist der Kopf.

Kunst findet mich. Macht mich zum Teil

davon. Wenn ich in Form bin, erzähle

ich den Prozess. Gebe das Ergebnis

ab. Meine Anima ist außen. Was ich

empfinde ist innen, Mysterium.

263

Die Natur benutzt mich als <P>art, der

Mime zu produzieren hat. Je länger

ich lebe, umso nützlicher bin ich.

Alle anderen und alles andere ebenso.

Ziel ist die Große Zahl. Größtmöglich!

Apokalypse. 10 Milliarden Menschen

morgen. Ich warte auf den Erlöser.

Messias komme!

264

Über intelligenten Staub: Eine Mutter

stellt mit Verwunderung fest, dass auf

der Fensterbank des Wohnzimmers

der beseitigte Hausstaub sich in kurzer

Zeit wieder einfindet. Sich gegen jede

Erfahrung vermehrt. Ihr Sohn, der

begeisterter Hobbywissenschaftler ist,

stellt unter seinem Mikroskop fest, dass

der Staub sich bewegt, also lebt.

>

Erzähler: Heilo Zaun: 265-272

>

265

Mutter und Sohn stellen fest, dass der

Staub aus Ritzen im Mauerwerk kommt.

Als der Sohn Geräusche im Mauerwerk

hört, nimmt er diese auf. Er verlangsamt

die Aufnahme und hört Töne, die von

Streichinstrumenten stammen könnten.

Ähnlich wie Mozartmusik. Weder der

Freund der Mutter, Nachbarn oder

Hinzugerufene glauben die Geschichten

der beiden. Denken, eine Schlampe

möchte sich herausreden.

266

Mutter und Sohn schlafen.

Die Musikgeräusche im Mauerwerk

werden lauter. Der Staub vermehrt sich

zusehends. Er nimmt von der Wohnung

Besitz .Erreicht die beiden und überdeckt

sie. Sie ersticken qualvoll.

267

Nachbarn stehen schimpfend vor der

Eingangstür der Wohnung. Während

der Staub aus Tür, Ritzen und Öffnungen

herausquillt. Sich breitmacht und die

Zuseher aggressiv angreift. In ihre

Körperöffnungen quillt und sie erstickt.

Ich sehe, wie der Staub den Hausflur

völlig vereinnahmt hat, Wohnungstüren

sprengt. Das Miethaus explodieren lässt.

Während der Staub das Stadtviertel

zerstört, wird die Mozartmusik lauter.

268

Töne schüttle ich aus meinem Sapiens.

Treffen sie auf Dinge, klingen sie. Stelle ich

Den Klang in mein <Q> ist Opera. Das Echo

ist mein. Jetzt: -35_10_26+.

269

Kunst ist Jetzt. Ohne gestern. Ohne morgen.

Bricht jede Tradition und Zukunft ab.

Ich gebe JoB Recht. Meine Kunst ist

Unmoralisch, weil Stukka-Flieger wie er, sie

nicht angreifen und zerstören können.

Sie entzieht sich ihren Absichten.

270

Ich mache <P>arts aus Gold. Als der Sohn

der Sonne liebe ich die Farbe des Goldes.

Käufer meiner <P>arts können nichts falsch

machen. In jedem Fall kaufen sie den

Geldwert des Goldes. Dass mir die Mime

geklaut wird, Skulpturen aus Gold zu machen,

ist sicher. Ärgerlich? Ach was. Die Abstauber

stauben mich ab. Seit ich Staub aus Jux und

Tollerei neu bestäube. Mime gehört allen.

Ich setze mich in die Badewanne und dusche

neu Mime in meinen Kopf. Mein Sapiens

ist von der täglichen Planscherei begeistert.

271

Ich freue mich, wenn Kulturträger gut verdienen.

Z.B. Fußballspieler, Politiker, Rennfahrer,

Unterhalter, Filmemacht, Kirmesveranstalter

hoffentlich auch. Ich gehe leidenschaftlich

gerne auf Kirmesplätze und Museen.

272

Hannoveraner sind Präsidenten

und Nutzpferde mit schönen, großen

Köpfen. Ohne Charakter. Sie folgen

jedem, der ihnen 1 Stück Zucker oder

1 Euro vor die Augen hält.

Sie sprechen akzent- und fehlerfrei

hochdeutsch. Selber nennen sie sich

gerne Südhamburger. Fühlen sich

ihrem Ahnenerbe zutiefst verbunden.

Fremde sind ihnen fremd. Bleiben es.

Ihr Verbreitungsgebiet reicht weit über

Hannover hinaus. Reicht bis Berlin

im Osten und Osnabrück im

Westen. Weitverbreitet auch im

Süden. Dortmund und Hagen sind

Hochburgen des Hannoveraners.

Es fallen die zumeist blonden

Stuten durch ihre ebenmäßige

Eigenschaftslosigkeit auf. Geschöpfe,

die darin aufgehen, angepasste Traber

zu züchten. Die Stuten werden von

den Hengsten liebevoll Mutti genannt.

Die Muttis säugen und lecken ihren

Hengste-Nachwuchs solange,

bis er zum Beispiel Präsident oder

Prinz wird. Diese erziehen sie

liebevoll, krumm und gierig zu sein.

Aber nach außen gradlinig und

sozial zu wirken. Eine Pferderasse, die

sich weltweit erfolgreich vermehrt.

>

Erzähler: Pablo Konfetti: 273-280

>

273

.AndyW meint es gut mit Dir.

IS A BEAUTY AND A SERVANT

AndyW malt das Gesicht der

Marilyn Monroe als Geldschein in

allen Farben. Warhol ist ein Narr.

Ich bin kein Narr. Du bist dumm.

Ich diene Dir. Bonn und Caracas sind

ein Verbrechen an der Menschheit.

274

Eine Hippie-Kommune hat sich am

Nordrand des Atlas Gebirges

niedergelassen. Lebt paarweise in

Felsenhöhlen. Eine der Frauen

verunglückt tödlich. Ihre Freundinnen

machen den Mann, mit dem sie

zusammenlebt, dafür verantwortlich.

Sie töten ihn.

275

Die Spannungen zwischen

Männern und Frauen eskalieren zu

Feindschaften. Krieg. Die Frauen

lösen ihre Verhältnisse auf, trennen

sich von ihren Männern.

Sie ziehen zusammen. Werden militant.

Während die Männer hilflos auf die

Aggressionen reagieren. Es bilden

sich homosexuelle Paare.

Nur die Liebesbeziehung zwischen

Peter und Eva existiert heimlich weiter.

In der Nähe der Kommune ist eine

Erdölstation, die von Amerikanern

betrieben wird. LKWs versorgen die

Arbeiter regelmäßig mit Lebensmitteln.

Um ihre ehemaligen Lebensgefährten

zu verletzen und zu vertreiben,

prostituieren sich die Frauen mit den

Fahrern. Berbern. Tuaregs.

276

Nach Handgreiflichkeiten richten die

Frauen unter den schlafenden Männern

ein Massaker an. Sie töten alle Männer

bis auf Peter, der nicht anwesend ist.

277

Die Sahara-Sonne geht auf. Ich blicke

auf die verstümmelten Leichen.

Es ist Nacht. Taghelle Wüstennacht.

Berber kommen in ihren Transportern.

Sie nehmen die Frauen auf und fahren

mit ihnen in die Wüste hinein.

Eva sucht Peter. Findet ihn. Zusammen

gehen sie über eine Sanddüne.

Sahara Dancing.

278

Die Balance meines Tanzes ist

das Auge meiner Nerven.

Der Flug meines Tanzes ist

ist der Puls meines Blutes.

Canto Jondo im Schritt meines

Körpers. Step of Faunus auf den Augen

des Max de Man.

Katzen sind die Tänzer Gottes

Menschen nicht.

279

Ich schalte trinken und rauchen ab.

Berichte aus meinem Raum.

Schreibe meine Selbstbetrachtungen.

Öffne mich. Finde die Einsicht,

dass ich Teil der Summe bin.

Zu der die Mörder gehören.

Mein Schrecken sitzt tief.

Gott schützt mich. Laut sage ich,

mein Vorteil ist auch der Vorteil

anderer. Schwache in die Mitte.

Ich traue mir nicht.

280

WeiSSe produzieren das Internet.

WeiSSe des CIA. User für Used User.

Beide Gesprochene. Profiteure

die einen, Profitable die anderen.

Da sie gesprochen werden,

haben sie keine intelligente

Sprache. Das Internet spricht sie.

Hat das Internet die Sprache

aufgebraucht, gibt es kein Internet

mehr. Ich besitze meine Sprache,

die mich spricht. llingua.

Dadurch eigne ich mich nicht,

gemessen, gezählt, geordnet,

verkauft zu werden. Bin nicht da.

Der Homo Sapiens ist Vormensch.

Sein letzter Ableger ist der Faber,

Türöffner für die Neuen des Neuen.

Sie sprechen die Sprache der Kerne.

>

Erzähler: Bono Luft: 281-288

>

281

.WeiSSe produzieren das Internet.

WeiSSe des CIA. User für Used User.

Beide Gesprochene. Profiteure

die einen, Profitable die anderen.

Da sie gesprochen werden,

haben sie keine intelligente

Sprache. Das Internet spricht sie.

Hat das Internet die Sprache

aufgebraucht, gibt es kein Internet

mehr. Ich besitze meine Sprache,

die mich spricht. llingua.

Dadurch eigne ich mich nicht,

gemessen, gezählt, geordnet,

verkauft zu werden. Bin nicht da.

Der Homo Sapiens ist Vormensch.

Sein letzter Ableger ist der Faber,

Türöffner für die Neuen des Neuen.

Für die Sprache der Kerne.

282

Vor uns hatte sich ein Bunter, ein

Hippie, mit dem Rücken zu uns gesetzt.

Ich kannte ihn flüchtig von der

Occamstraße in München. Wie sagt

Capitan Morgan richtig:

Hippie am Morgen bringt Kummer

und Sorgen. Der Hippie schleppt einen

Seesack und eine Holzkiste mit sich

herum. Einen Sack voller Probleme

und eine Kiste voller Polizei. Er hört

mich wohl deutsch sprechen.

Dreht sich um.

283

-Dich kenne ich aus München.

-Ich mich auch.

-Von der Occamstraße.

-Von der Occamstraße. Wenn du ein

Problem hast, spring ins Wasser und

ersaufe. Ertrinken ist hervorragendes

Mittel gegen alle Probleme dieser Welt.

-Genau. Sissi. Occamstraße.

-Lang her.

-Zurück nach München?

-In etwa. Was ist in der Holzkiste?

284

Er steht auf .nimmt seine Klamotten.

Ich bitte den Spanier, den Platz neben mir

mit ihm zu tauschen. Er setzt sich neben

mich. Er stinkt. Schweiß. Kacke. Ich trinke

einen Schluck Hierbas aus meiner Flasche.

Der Verwesungsgestank des Hippies bleibt.

Reiche ihm die Flasche.

285

-Was ist in der Holzkiste?

-Sechzig Salamander. Balearen-Salamander.

-Wozu?

-Verkauf ich an Zoohandlungen.

-Erzähl keine Scheiße.

-Im Ernst. Ich bin Salamander-Händler.

-Was ist in den Salamandern?

-Was soll in den Salamandern denn sein?

-Lucy in the sky with diamonds.

-Was?

-Formentera Goodies.

-Was?

-Industriediamanten zum Beispiel.

-Du spinnst.

-Sicher nicht.

-Aber wie.

286

-Du musst jetzt sagen, so was habe ich

ja noch nie gehört.

-So was habe ich ja noch nie gehört.

-Ich aber.

-Von wem denn?

-Der Deal ist so alt wie die Salamander

und du zusammen. Die halbe Fonda Pepe

auf Formentera lebt davon. Die andere

Hälfte vom Rauschgiftschmuggel.

-Aber ich doch nicht.

-Aber wie. Du stinkst geradezu danach.

-Aggresso, was ist dein Problem?

-Kadaver. Give peace a chance.

-Nicht so laut.

287

-Wie hast du die Salamander gefangen?

Mit Zuckerwasser?

-Nein, mit der Hand.

-Lüge doch nicht. Du hast in eine leere

Flasche Zuckerwasser geschüttet.

-Richtig, Keule.

-Dann hast du sie waagerecht vor eine

Mauer gelegt.

-Richtig.

Die Flaschenöffnung Richtung Sonne.

-Du weißt es ja.

-Du wartest, bis der Salamander kommt.

In die Flasche kriecht. Und Korken drauf.

Auf die Flasche.

-Die Hälfte habe ich mit der Hand

gefangen. Ehrlich. Die Salamander riechen

mich und kommen.

-Das glaube ich dir sofort. Du stinkst aus

den Augen. Wie ein Fischabfalleimer.

288

-Übertreibe nicht so. Ich habe mich vorhin

erst gewaschen. Was ist mit den Diamanten?

-Du schmeißt den Diamanten in Zuckerwasser.

Stellst das Wasser mit Diamanten in die Sonne.

Der Zucker kristallisiert am Diamanten.

Dann nimmst du den Zuckerdiamanten und

schmeißt ihn in die Flasche mit dem Salamander.

-Und der verschluckt den Diamanten.

-Richtig.

-Den Salamander bringst du zum

Diamantenhändler. Der schlachtet ihn.

Bezahlt dich für den Deal.

-Frage ist, wo ist der Diamantenhändler?

-Die Antwort ist, in Antwerpen an jeder

Straßenecke. Aber auch im Telefonbuch

unter „D“ wie Diamant.

-Da kann was Wahres dran sein.

Ich kenne auf Formentera einen ehemaligen

Legion Condor Typen, der einen Mercedes fährt.

Auf Ibiza hat er ein Sportflugzeug stehen-

Das passt. Aber woher bekommt er die Diamanten?“

Jede Nacht schmuggeln Segelyachten Dope und

Diamanten aus Nordafrika nach Formentera.“

>

Erzähler: Adam Invitro: 289-296

>

289

Das Schiff legt seitwärts ab.

Ich blicke noch einmal auf die Altstadt

von Ibiza. Fühle es.

Ich sehe Ibiza niemals wieder.

290

Das ist jetzt der 9. Cuba libre, den der

Ami-Gammler säuft.
-Geld hat er.
-Fragt sich nur woher.
-Ich kann mir das nicht leisten
-Möchte wissen, wer das Märchen in die Welt
gesetzt hat, dass das hier billig ist.
-In Einheimischen-Lokalen ist es billig.
-Wenn du Rotwein trinkst.
-Um blind zu werden.

291

Ich höre den Schwachsinn, der mich

verärgert. Vom Barhocker vertreibt.

1 Stammlokal weniger. Es ist voller

Ruppis. Was ist nur aus meiner Insel

geworden? Wohin? Afrika, fällt mir ein.

Die beiden neben mir haben sich

den gleichen Strohhut gekauft, um

aufzufallen. Frauen aufzureißen, die

auch den gleichen Strohhut tragen.
-Weiber mit unserem Hut habe ich
noch keine gesehen.
-Ich komme mir richtig blöd vor.
-Warte es doch ab. Die schärfsten Frauen

tragen unsere Hüte. Du wirst sehen,
dass ich nicht übertreibe.
-Wenn du meinst.

292

Ich denke, nun fehlt nur noch der Filmer,

der den Ballerknaller des Jahres mit ihnen

dreht. „Die 2 vom Strandkorb.“

Ich merke, ich werde aggressiv. Ich will gehen

Nur keinen Ärger mit Ruppies.

Der neben mir blickt mich an.

Um ihn abzulenken, rede ich ihn an:
-What time is it?
-Nix englisch. Immer deutsch… Ich schlage
hart auf seine Schulter. Auf die Gefahr hin,
dass ich meine Samtjacke mit seinem
Sonnenöl versaue.
-Keule, du bist ja ein richtiger Knaller.
Eine Freude, Landsleute wie dich
kennen zu lernen…

293

Ich warte auf seine Reaktion. Sie kommt

nicht. Der Cowboy hält mir seinen Arm

mit Uhr vor die Nase. Es ist kurz vor 11.

Ich rufe auf Deutsch den Aushilfskellner

Hinter der Bar. Einen Deutschen.
-Zahlen. Für die neben mir 2 Cuba libre.

294

Ich habe mir angewöhnt, englisch oder

spanisch zu sprechen. Meine deutschen

Papiere sind mir in einem Hotel vom

Portier gestohlen worden.

Weil ich mir nicht sicher bin, ob die

deutsche Polizei mich sucht,

bitte ich einen Freund, der die Dinge locker

sieht, um Hilfe. Er besorgt mir auf seinen

Namen einen Passersatz im Konsulat in

Barcelona.

295

Ich will mich anstellen. Der Postbeamte

kennt mich. Er winkt mich durch. Mein

Trinkgeld wird entsprechend sein.

Ich gehe vor. Er fragt, wie ich die Peseten

haben will. Ich sage in Tausendern. Er

bündelt sie. Gibt sie mir. Schiebt mir

Geld und Quittung durch sein Fenster.

Ich quittiere den Erhalt. 200 Peseten als

Bearbeitungsgeld unter der Quittung.

Nochmal Trinkgeld unter die Quittung.

Schiebe das Papier zurück.

296

Es ist 12 Uhr. Ich stehe vor der Post.

Wir haben uns verabredet. Ich such sie

Mit den Augen. Finde sie nirgendwo.

Ich sage, weg damit. Nehme 1 Taxi

zum Hafen, um mit der Joven Dolores

nach Formentera zu fahren. Um mich

zu erholen .Sie wartet am Hafen.

Mir fällt ein, dass wir uns nicht am Plaza

Real, sondern am Hafen verabredet haben.

Mit dir kann ich mich ja richtig verabreden.

Habe ich nicht gedacht.

Was glaubst zu denn. Wenn ich sage, ich

komme, bin ich pünktlich zur Stelle.

Die beiden Cowboys aus der Bar kreuzen

auf. Ich bete zum Himmel, dass sie nicht

auf die Idee kommen, mit unserem Schiff

nach Formentera zu fahren.

Sie glotzen Zürich an.

Können die Welt nicht verstehen, dass

eine Type wie ich, eine Frau wie sie vor

sich herschiebt.

Ich muss noch Schecks eintauschen.

Musst du nicht. Ich habe Geld von der

Post geholt.

Perfekt. Aufs Schiff…

Sofort. Ich werde von Cowboys verfolgt.

Keine Angst. Ich beschütze dich.

>

Erzählerin: Frida Fiesel: 297-304

>

297

Give Peace a Chance.

I´m hippie and have to pippi. Sicher

hacke ich mir lieber ins Knie.

Hippie werde ich nie. Mutti‘s Liebste.

Abgebrühte Raffergaffer.

Unsere Hochachtung vor der spanischen

Polizei, insbesondere vor der

Guardia Civil, ist grenzenlos. Wir wissen

aus Erfahrung, in Spanien funktioniert

wenig. Aber die Polizei ist brandgefährlich.

Der Vorschlag, uns zu trennen, ist richtig.

Auch gehen wir uns nach 8 Wochen

auf die Nerven.

298

Jeder will wieder seine eigen Kurven

drehen. Im Herbst wollen wir uns auf dem

Oktoberfest in München treffen, um

zusammen mit dem Europabus nach

Teheran zu fahren.

Und dann irgendwie weiter über Kabul nach

Katmandu. Der Traum ist, von einem

Zollbeamten 1 verlassenes Auto

überlassen zu bekommen.

Seit ich mit 6 Jahren einen rostigen Nagel

schluckte und unbeschadet am nächsten

Tag wieder ausschied, verfolgt mich das

Glück. Ich gewinne regelmäßig im Lotto.

Nur eines von vielen Beispielen.

1 Land Rover von 1 persischen Beamten

für die bequeme Weiterfahrt geschenkt zu

bekommen, ist die einfachste Übung für

mich. Ganz nah an der Grenze. Natürlich.

Ich habe gehört, von Blinden Edelsteine

zu leihen ist im Moment 1 profitables

Geschäft in Mittelost. Edelsteinhändler

zum entleihen gibt es auf der Welt

reichlich. Elefanten-Polo spielen. In

Shangri-La Kamelmilch trinken.

Wunder über Wunder erwarten mich.

299

Wir haben in Sitges einen reichen,

süchtigen Schweden kennengelernt,

der sich ein Boot kaufen will, um

darauf zu meditieren. Wir haben ihm

Stoff für zwei Wochen besorgt.

Im Glimmer klauen wir ihm Pass und

Traveller Schecks im Wert von

40 000 Dollar. Kein Schaden für Ihn.

Vielleicht ärgerlich, dass er Laufereien

hat, um sich einen neuen Pass zu

besorgen. Weil ich ihm ähnlich sehe,

mixe ich den Umtausch der Schecks.

Seine zweite Unterschrift in der

Bank ist kein Problem. 40 Eintauschstellen

zu finden, auch nicht. Der Umtausch muss

in zwei Tagen gelaufen sein. Ich schaffe es

an einem Tag. Spitze. Ich muss mich loben.

300

Ab dem dritten Tag ist davon auszugehen,

dass die Banken per Telex über die Linkerei

informiert sind. Bekannte in Österreich

fälschen mit Kartoffelstempeln ein

Postsparbuch. Können den Hals nicht voll

kriegen. In Graz erwischt es sie am 4. Tag.

Husch und ab in den Knast.

Für unglaubliche 6 Jahre. Wegen des

Flippietheaters, das sie während der

Verhandlung veranstalten, gibt es einen

Zuschlag von 6 Monaten K.u.K. Knast.

Rüttel-Schüttel Aktionen in Banken sind was

für Schnelle. Und dann putz die Platte.

301

Mein Tod hat die Stadt erreicht.

Er beobachtet mich. 6400 Schritte

entfernt. Steht er da. Prächtig.

Selbstbewusst. Unabdinglich.

Morgens, als du mich verlassen hast,

hüpfte er auf mich zu.

Leichtfuß des Königshofes.

Mein Tod grüßt mich.

Ich grüße zurück. Er ist da. Endlich.

Die Reise geht weiter. Mühelos.

302

Viermal trafen wir uns. Verschoben

die Weiterreise aufs nächste Mal.

Mal sehen, was diesmal wird.

Mein Tod umarmt mich. Sanft.

Unaufdringlich. Hauch. Zutraulich.

Er führt mich an das Fenster des

Frühlings. Pracht die blüht.

303

Ich stehe vor Carla, der Spinne,

mit der ich mich heute früh

unterhalten habe.

Sie sagt, ich komme mit.

-Carla, die Reise ist ohne Wiederkehr.

-Ich begleite dich.

-Gehen wir.

Dann schaltet der Tod mich zurück.

Macht mich zur Feder. Schwebe

zurück ins Jetzt.

Carla bleibt im Frühling.

Fällt tot aus meiner Hand.

304

Ich will mit Gott sprechen.

Berichte darüber.

Nach 50 Jahren gehe ich von Bord.

Verlasse Capitan Morgano.

Stelle mich in die Reihe der Reiher.

Spaziere neugierig herum.

Ich habe mich umglast.

Schutz, um in den Reihen überleben

zu können. Zu altern. Unbemerkt.

>

Erzählerin: Brava Mare: 305-312

>

305

Mit 16 Jahren habe ich von

Meister Rimbaud gelernt,

wie ich mich nicht zu verhalten habe.

Sklavenhändler zu werden, kommt

nicht in Frage. Von den Reihern

amputiert. Einbeinig. Schluss mit

Tanz und Lust. Der Ersatz des Beines

durch Schnürsenkel fällt auf.

Bruder Gilgamesch brachte Ordnung

in mein Leben. Er lehrt mich den

Tanz des Paradiesvogels.

Kreuzschritte des Minus1plus.

Schenkt mir die Vulva Trommel der

Dido. Unserer Geliebten. Trommle in

ihr. Für sie.

306

Bis Aeneas aus der Vulva springt.

Schreit: – Hör auf zu trommeln.

Mir platzen die Ohren.

Ich sage: – Ein Glück, dass du da bist,

alter Vollmatrose. Jemand der anderen

in die Fresse haut, kann ich immer gut

gebrauchen.

-Wo? Wen? fragt er.

Den WeiSSen da, antworte ich.

Schlag ihn. Ganz heftig.

307

Betrete ich ein Zimmer, das hässlich

eingerichtet ist, stinkt es.

Nach faulen Eiern.

Treffe ich auf Menschen, die Absichten

haben, dumm und zumeist böse sind,

stinkt es. Ich leide unter der Veranlagung.

Als Kind sage ich meiner Ziehmutter,

ich will die Person nicht sehen.

Sie stinkt aus den Augen.

308

An manchen Tagen blicke ich in den

Spiegel und stinke aus den Augen.

Mein Sapiens stinkt.

Immer dann, wenn meine Vorteile

zum Nachteil anderer sind.

Veranlagung. Erfreulich ist, dass ich

Zahlen als Farbpunkte höre, Musik

als Bilder schreibe. Wörter als

Anagramme lese. Bilder schmecke.

Diese Illuminationen treten dann

besonders heftig auf,

wenn ich mich langweile. Werde müde.

Ich schlafe ein. Wache auf.

Es ist vorbei.

Seit ich rauschfrei bin, bekomme ich,

bin ich desinteressiert, Schlafanfälle.

Auf der Straße. Im Verkehr.

Ob mich Ereignisse, Menschen

mögen oder nicht

empfinde ich sinnlich. Untrügerisch.

Mag mich jemand,

riecht er real nach Vanille.

Mag er mich nicht, sehe ich rote

Flecken in seinem Gesicht.

Ich empfinde räumlich. Intelligent.

309

Das Quantenpaar Eva und avE sind

meine Schutzengel und Lehrer.

Bringen mir llingua bei.

Atomkerne, Zellkerne sprechen llingua.

Für die Zeit meines <Q>. 14 Milliarden

Jahre. Der Augenblick Gottes.

310

Der Sohn Gottes sagt und zeigt mir,

dass der Tod und das Wort Tod

ohne Bedeutung sind. Vor anderen

verließ er sein Grab und stieg in den

Himmel auf. Seither kann jeder

Tod und Hass in Leben und

Liebe tauschen.

Gott will es. Sein Sohn sagt es mir.

311

Die Volksgemeinschaft zertritt meine

Natur, panscht mein Blut, setzt mich

Strahlen aus, um mich neu zu würfeln.

Gegen den Plan der WeiSSen werde

ich stark und empfindsam. Mein Glück.

Um mich zu verwerten, wollen WeiSSe

mich schlachten. Verwerten. Verbrennen.

Die Spezies, die mich verbessert,

stirbt aus. Ihre Kultur des Todes ebenso.

Ich lebe. Neu, wie ich bin.

312

1941 sind WeiSSe, WiSSenschaftler

und Ärzte der Volksgemeinschaft

beauftragt, in der Teplitz Bucht

Präparate für Menschenversuche zu

züchten. Der Führer der

Volksgemeinschaft und sein

Reichsprotektor lassen an Menschen

probieren, ob es möglich ist, die

Überlegenheit des Golem,

des Rabbi Löw, in Germanen zu

übertragen. Ziel ist, mit der neuen

Herrenrasse die Welt zu beherrschen.

Bis zum Mai 1945 arbeite ich hierfür

als Präparat.

Da die Volksgemeinschaft die

Vererbungsfachleute vertrieb oder

vergaste, würfeln mich die WeiSSen

der Volksgemeinschaft aus

Unkenntnis. Messen und zählen

die Zufälle, um Ergebnisse

vorweisen zu können.

>

Erzähler: Peri Kliff: 313-320

>

313

Für die Menschenversuche an

Ungeborenen und Kleinkindern

wurde Lebendmaterial verwendet.

Die Proben werden nach Gebrauch

von den Lebensreformern getötet

und von der Industrie verwertet.

Die Reste werden verbrannt.

Die Anlagen der Proben wurden

genetisch, chemisch und

pharmazeutisch mutiert.

Betäubt, zerschnitten, verstrahlt.

314

Ich überlebe. Die Braunen Frauen

sagen, wer das überlebt,

ist ein Guter. Die Überlebenden

werden als Auslese für

Langzeitversuche von

Lebensreformern und ihren Frauen

gehütet und gepflegt.

Nach dem Zusammenbruch hilft es

den Siegern, ein Präparat

vorweisen zu können. Zum Beispiel,

um Zulassungen und Vorteile im

Gesundheitswesen zu bekommen.

315

Bis 1956 behandeln mich Ärzte

der WeiSSen, um ihre Forschungen

fortzuführen. Meine Ziehmutter,

die mich nach meiner Geburt als

Braune Frau gerettet hatte,

war Teil des Programms.

Trotz der Fremdheit zueinander

nenne ich sie Mutter. 2008 erfahre

ich durch einen WeiSSen, dass mich

nichts mit der Braunen Frau

verbindet. Dass mich alles mit ihr

verbindet, weil sie es mir ermöglichte,

zu leben. Meiner Art zu entsprechen,

was sicher finanziell aufwendig

und ansonsten anstrengend ist.

316

Meine Gene veranlasst Mime,

andere dazu zu bringen,

zumindest mit ihrem Körper

intelligent zu fühlen.

Räumlich zu empfinden, in

Zeiträumen ganz zu sein,

entwickelt sich daraus. Märchen.

Vita Morgana.

Als Ungeborener und Kind habe

ich keine Zuneigung von anderen

erfahren. Gefühle zu empfangen

und zu geben, habe ich nicht

gelernt. Es fehlt mir nicht, weil ich

es nicht kenne.

Es sei denn, jemand ist mir nah.

Ereignisse in Reihen lassen mich

zumeist empfindungslos.

317

Gewürfelt und zufällig werde ich

1942 geboren. Bis Mai 1945 werde

ich als Sklave gehalten. Von meinen

Besitzern zum Sterben bestimmt.

Ich überlebe. Menschenartig.

Gott wollte mich. Neu. Anders.

Der Gehende, der Freie, wie ihn AG

1958 in Gips in seinem Keller schuf.

Ich begieße den Magier und den

Fußboden mit Absinth, um den

Modergeruch der Weltkunst

loszuwerden.

318

Mime sind Wellen, Vibrationen

des Mimemare, die mich finden.

Sprechen. llingua. Meine Anima

empfindet. Mein Künstler

sendet sie.

319

Ich bin Mutant. Fremder. Multiple.

Ich schreibe über mich.

Frankenstein berichtet über sich.

Persönlich. Erstmals.

Andere erfahren meine Vibrationen.

Vibs. Empfindungen.

Ich erzähle Erlebnisse.

Mein Anderssein.

Meine Biographie, möchte Hinweis

über die Welt der Artifiziellen sein.

Millionen inzwischen.

Ob mir meine Erzählungen schaden,

zeigt sich. Egal. Es geschieht. Ist.

Mit Gott.

320

Ich breche mein Schweigen.

Im Exil in Paris habe ich es mir

auferlegt. Der Surrealist AB, mein

Lehrer und Arzt hatte mir dazu geraten:

>>Betrinke dich. Berausche dich<<

Vergesse. Mache Krawall, Aktionen.

Nur spreche nicht darüber.

Andere sprechen darüber.

Geh auf Sendung.

>

Erzählerin: Wally Braun: 321-328

>

321

Wenn du sprichst, was du lebst,

was du erlebt hast, sperren sie dich

weg. Denke an Artaud. Denke an

Genet. Denke an Ovid. Augustus sagte:

-Meinen Freund Ovid musste ich

verbannen, weil er Dinge gesehen hatte,

die er nicht sehen durfte.

Ich schreibe auf,

was meine 128 Erzähler sehen.

322

3.Juni 1963. Autofahrt.

Mutters Auto. Mutters Geld.

-Mach diese Beatles aus.

-Was hast du gegen nette Jungs?

-Genau das. Niemand ist nett.

-Die legen eine Weltkarriere vor.

-Die Gruppe 47 auch.

-Nazi-Folge-Kultur. Profit ohne Ende.

Alle Welt will die Kulturscheiße.

-Bitte schalte diese englischen

Volkslieder Sänger aus.

-Rocker Schocker wo bist du?

323

-Und nun meine Damen und Herren

sehen Sie den Hammer unserer

Hammer Stadtrundfahrt, den Hauptbahnhof

Hamm. In der Hammerhitze steht er da

in seiner ganzen Pracht von

Knallerbsen gemacht. Europas größter

Güterbahnhof. Letzte Station vor Hannover.

Der Stadt der Pferde, die akzentfrei

hochdeutsch sprechen. Fördergelder

fressen. Statt Gras. Auf dem Weg nach

West Berlin, wo alles verbrennt.

Berlin ich komme. Hauptstadt der Prussen!

Westlicher Standort der Russen.

324

Und dann sitz ich mit der Emma uff

der Banke.“ Hammer Bahnhof links

führt gerade auf die Weststraße

Richtung Berlin. Warschau,

Moskau, Wladiwostok. Und da gibt es

Speiseeis. Für mich den Naseweis.

325

-Das Autoradio gibt nichts her.

Doch da ist er.

-Ring ring goes the bell.

-The cook is ready to sell.

-Lass den Rocker.

-Ja, was denkst du denn.

-Und nun laut und deutlich brüllen.

-Hale Hale Rock’n Roll.”

-Deliver me from the days of old.

326

Scyland.com und sein eBook ist

offen für Dialoge. Wie alle Media

des www.agoverlag.de .

Der www.german-golem.de Blog

ist Forum für 128 Erzähler in

meinem Kopf. Sprechende.

Hörende. Missbrauchte. Verletzte.

Artifizielle, die sich über gleiche

Geschehnisse verschieden äußern.

327

Ein Auto hält an. Nimmt mich

bis nach Holland mit. Als ich

aussteige, ist Nacht geworden.

Meine Veranlagung nicht in

Zeitabschnitten, sondern jetzt

meinen Raum als Einsicht

zu empfinden, lässt mich zufrieden

sein. Mir fehlt nichts. Mir geht es

gut. Kalt. Mein 16. Geburtstag.

Senatoren des römischen

Imperiums sind oft nicht älter als

16 Jahre. Das Wissen lässt mich

handeln. Ich gebe mir das

Zeugnis der Reife, verbessere

mein Alter auf 26 Jahre. Fliehe

ins Exil nach Paris.

328

Ich setze mich in einer

Telefonzelle auf meine Tasche.

Schlafe. Träume. Bis heute bin ich

aus dem Traum nicht erwacht.

Der Tag beginnt. Sonnenaufgang.

Ich stehe an der Straße nach

Brüssel. Gleichaltrige gehen zur

Schule. Glücklich, nicht mehr

beteiligt zu sein.

Ein deutsches Auto hält.

Die Fahrerin fährt nach Brüssel.

Ich fahre mit. Ich teile ihre

Erregung. Ich liebe sie.

>

Erzähler: Caesare Langusto: 329-336

>

329

Ich fühle mich verfolgt. Zu Recht.

Wie ich später erfahre. Ich

empfinde intelligent. Es verhindert,

dass ich keinen Wahnvorstellungen

verfalle. Mein Gefühl dagegen neigt

dazu. Mich an Vorhaben anderer zu

beteiligen, fällt mir schwer.

Ich misstraue ihnen. Versuche in

Teams zu arbeiten, schlagen fehl.

Abhängigkeit liegt mir nicht. Ich bin

erfolgreich, wenn ich meine Einfälle

von Teams realisieren lasse.

330

Bei der Vorstellung, im Alter hilflos

zu sein und wieder zum Präparat

entstellt zu werden, löst Panik in

mir aus. Dement mutiert zu sein,

mit dem Bewusstsein einer Pflanze

zu leben, kann ich empfinden.

Sprechen. llingua ist die Sprache.

Leben in anderer Form. Ich habe

Übung darin, fremd zu sein.

Deshalb hilflos als Kranker

fremdbestimmt zu sein, stelle ich

mir grauenhaft vor.

331

Mit 16 gehe ich. Ein weiterer

Grund hierfür ist die Langeweile,

die das Lernen am Gymnasium

auf mich ausübt. Es ist für mich

unvorstellbar , so zu werden, wie

meine Umgebung es mir vorgibt.

Spiele seither Theater. Zudem

steppe ich talentiert den

Spaghetti ChaCha der Spinnen.

Meine Spinne Carla wird hektisch,

läuft dunkel an, quiekt vor Freude,

wenn ich zu meinem Gesang der

DaDa Lalas Kreuzschritte tanze.

332

In Paris schreibe ich das

Scyland Manifest zu Ende. Das

Epos „Schneetal“ entsteht.

Ich schreibe Geschichten.

Beginne mein Picture Writing.

llingua formuliert sich. Ich kühle ab.

Lebe im Eiskellerberg Düsseldorfs.

333

Ich betrachte und begreife mich.

Sehe in die Entwicklung des Neuen.

Neue Menschen. Ich bin Teil davon.

Teile mit, was mich unterscheidet.

334

1941 werde ich für das Gemeinwohl

der Volksgemeinschaft zum Präparat

gezüchtet. Menschenversuche an mir

bis Mai 1945. Zerschnitten und

bestimmt von WeiSSen und

HumaniSSten werde ich bis zum

23.09.1958. Dann habe ich die

Schnauze voll. Von Gemeinwohl

und Volksgemeinschaft. Haue ab.

16 Jahre alt. Meine Braune Mutter

hat wohl Verständnis für mich.

Als Ausrede für die anderen gehe

ich in Paris zur Schule.

Stimmt. Ich lerne jede Nacht

Happenings und ChaChas.

335

Ich veröffentliche mein Ich. Gebe so

erstmals den anderen Einblick in

den Raum des Mutanten. Artifiziellen.

Millionen Enkel Frankensteins heute.

Stündlich werden es Tausende mehr.

Der German Golem ist die

Vita Morgana von 128

Märchenerzählern in meinem Kopf.

Meine Autobiografie ist Erfindung

der 128. Fiktion meiner Wahrheit.

Wie ich bin. Multipel. Wie es ist,

ist es verständlich. Meine Biografie

verschließt sich, gemessen und

gezählt zu werden.

336

Ich bin, wie jeder und jedes andere,

um Mime in die Mimemare

zu schütten. Mime, die mich gefunden

haben, gebe ich verändert zurück.

Meinen Körper gibt es. Meine Mime

gibt es nicht. Mime ist der Geist

der Natur. Sage ich mir. Kann sein,

dass Genaues eine Mimesis ist, die

ich zu verändern habe.

>

Erzähler: Pedro Gallo: 337-344

>

337

Menschen sind vorübergehend.

Passants wie AG sie nannte.

Vorübergehend lebe ich jetzt in

Harmonie mit der Natur, wie ich

sie empfinde. Ich spreche mit

Gott, um nicht in meinem Raum

von 14 Milliarden Jahren verloren

zu gehen.

338

Vor 8000 Jahren kam die Natur

auf die Idee, den Urmenschen

mit der Erfindung des Todes

aus dem Paradies zu vertreiben.

Der Unglückliche nennt sich

Homo sapiens. Das Wort Tod

erfindet seine Endlichkeit, um

ihn profitabel zu machen. Das

Werkzeug dazu ist die Erfindung

von -1+, minus1plus. Plus als

Belohnung. Minus als Bestrafung.

Das System ist erfolgreich. Mehr

als 7 Milliarden Fremdbestimmte

folgen dem Trott. Als Trottel, die

ihre Erniedrigung als Fortschritt

sehen. Abhängig vom Konsum, der

durch Dienste erarbeitet wird.

339

WeiSSe besitzen seit 8000 das

Herrschaftswissen darüber, wie

den UUs – Used Usern –

Absichten als Einsichten

angedreht werden.

Wie mein Märchen langweilt,

ödet die Natur inzwischen Mensch

und Märchenerzähler an.

Sie schafft den Homo sapiens ab.

Im Moment.

340

Der Märchenerzähler Max de Man

geht. Seine 128 Charaktere

sprechen mich: Scy Phoenix ist

der Fluss der 128 Erzähler.

Höre. Fühle. Begreife. Sende.

128 Momente des Max de Man.

Berichte für Millionen Hybride.

Golems. Mutanten. Menkinds.

Gebe erstmals Einblick

in die Eigenarten der

Zucht Mensch.

Ihres Fremdseins.

Erfinden Ovid, Mary Shelley,

EA Poe, RL Stevenson, Mutanten,

bin ich mutiert. Real. Physisch.

Der Mutierte, sein Körper ist

keine Erfindung. Kein Märchen.

Der Mutant erzählt.

Ich schreibe, um zu berichten,

wie es ist, Hybride zu sein.

341

Ich bin 50 Jahre betrunken.

Von 1958 – 2008. Um mich nicht

zu fragen. Um Fremdsein zu

überspielen. Ich mache das gut.

Ein Haufen Besucher beklatschen

meine Auftritte. In den Bars von

Berlin bis Barcelona. Und weiter.

Um als Fremder erfolgreich auf den

Saufereien zu sein, punke ich Geschrei

und Geschichten. Geld habe ich von

der Braunen Mutter. Die wiederum

bezieht es aus Quellen, die auf den

SSpermator, der mich machte,

hinweisen. Der Anrufer aus Bozen

bringt mich 2008 darauf. Gefragt

habe ich mich nie, woher die Mittel

für meine Verschwendungssucht bis

in die Siebziger stammen. Auch weil

ich mühelos in meinem Milieu Geld

verdiene, wenn ich es will.

342

Fehlt Geld, kaufe ich Dinge billig und

verkaufe sie mit Gewinn. Grundstücke

zum Beispiel. Mein räumliches Denken

macht Handlungen der anderen

durchsichtig. Die Folgen einsichtig.

Im Moment beweise ich mir meine Gabe

durch den www.snikipeak.de Data Tresor

und FeDa – FeelData/Gefühlsdateien –

durch die personalisierte Programme

für User möglich werden. Keine Leistung.

Die Dinge fliegen mir zu.

343

Weshalb ich räumlich denke, interessiert

mich nicht. Mein Raum ist der Augenblick

Gottes. <Q>. Ist die Anima, die ich mich

ausatmet. Mich spricht. Ganz. Die ich

empfinde. Während mein Körper, mein

Haus, in den Reihen ist, der fühlt und liebt.

Denkt und handelt. Dinge. Ich bin so,

dass ich die Flüchtigkeit sehe. Wobei

gestern und morgen nicht sind. Ich lebe

jetzt Kunst, die ich als Mime empfange

und als veränderte Mime sende. In das

Mimemare. Sinn ist, dass ich

jetzt bin. Zu sein, wie ich bin. Das nicht

zu behindern oder zu unterbinden.

Ein Voodoo Künstler sagt mir grundlos

in Westafrika, der Sinn des Lebens ist,

zu leben. Heute weiß ich, dass er als

Lebenssinn den Fluss seiner Mime

meint. Richtig. Da hat er denen, die

messen und zählen eine Menge voraus.

344

Die Kunst bin ich. Als Bohemien lebe ich.

Der Anruf 2008, der mir eröffnete, dass

ich nicht der bin, der ich denke, zu sein,

klärt mich darüber auf, wieso ich nicht

binär sein kann. Warum es mich langweilt,

nüchtern zu sein. Höchster Zustand

meiner Ekstase sind meine Träume. Arbeit.

Ich wache auf und bin müde. Erschöpft

von den Exzessen während meines

Schlafes.

Das Wissen, ich bin nicht ich,

stellt mich vom Kopf auf die Füße.

Seither trinke ich nicht mehr. Gehe

ich zuvor um 6 Uhr morgens

schlafen, arbeite ich jetzt

ab 6. Ich rauche nicht mehr.

Esse kein Fleisch. Sex sehe ich als

körperliches Bedürfnis. Wie in die Luft

gucken oder zu stottern.

>

Erzähler: Amaretto Dolfi: 345-352

>

345

Ich höre ohne Mühe auf, der zu sein,

der ich vorher bin. So wird mir Fleiß

und Leistung unterstellt. Um Himmels

willen. Das stimmt nicht. Der Grund ist,

dass ich mich langweile. Dazwischen.

Nach dem Anruf schalte ich einfach

mein Verhalten aus. Statt Räusche

finde ich Empfindungen, die ich nicht

kenne. Licht, das mich leuchtet. Sendet.

Als Kind bin ich Präparat. Durch Pharmaka

süchtig gemacht. Um zu überleben,

lerne ich im Koma, mit meiner Sucht

umzugehen. Sie aus dem Raum meiner

Seele auszuschließen. Im Körper

einzuschließen. Bei meiner Befreiung

1945 ist mein Körper süchtig.

Durch den Entzug leide ich unter Krämpfen.

Ohnmachtsanfällen. Meine Braune Mutter

erzählt mir davon.

1946 bin ich clean. Für mein Leben

immun gegen das Gefühl durch Räusche,

das süchtig macht. Meine Gefühlskälte

hat hier ihren Ursprung.

Trotz fünfzigjährigen Missbrauchs

von Alkohol und Zigaretten habe ich

keine neue mentale Suchtabhängigkeit

entwickelt. Während mein Körper über

1 Jahr auf den Entzug mit Ohnmachten

reagierte.

346

Gefühle spielen eine untergeordnete Rolle

in meinem Leben. Ich fühle oberflächlich.

Dagegen empfinde ich tief und ganz. <Q>.

Liebe ich, empfinde ich. Verlangen fühle

ich. Seit ich kein Bohemien mehr bin,

erfinde ich keine Geschichten mehr. Schade.

Dafür arbeite ich kontinuierlich. Das war

vorher für mich nicht vorstellbar.

Der Anrufer schrieb mir einen Brief.

Ich recherchierte. Der Adressat existiert nicht.

Sinn ergibt, dass WeiSSe mich kontrollieren.

Sie wollen mich steuern. Sie wissen, dass

ich es weiß. In dem sie mir sagen, dass ich

nicht ich bin, drohen sie mir.

Ich habe verstanden.

347

Max de Man geht am 20.12.2012

aus meinem Leben. MdM moderiert

sein Buch in meinem Kopf.

Er verlässt die Reihen. Verärgert.

Seine Kunst wirkt zwischen Dingen

künstlich. Den Abstieg zum Unterhalter,

zum Binero, erträgt er nicht. Dekoration

und Design für Gesprochene macht er nicht.

Zu künstlern hasst er. Kunstdinge zu

machen, nimmt er mir übel. Meine

Dummheit ebenso. Er durchblickt

mein Vorgehen. Ist der Titel werbewirksam,

filtern Kuratoren und Berichterstatter

Anspruch hinein. Und fertig ist das

Künstliche. Jeder ist Künstler. Quatsch.

Richtig ist, jeder ist kein Künstler.

348

Gott sei Dank kochen Schwärme an solchen

Kunstsuppen, so dass sie langweilig werden.

Massen. Kunstzeug. Geldscheine an der

Wand. Öde. Der Tanz beginnt im letzten

Jahrhundert. AndyW, der Oberpriester der

Spielzeugkunst aus den USA sagt im Mai

1968 in Düsseldorf, das Geschäft ist die Kunst.

FranzJosephB, der Deutsche und

Lebensreformer, ergänzte ihn:

Kunst ist politisch. Und dann: jeder ist

Künstler. Na bitte. Goldgelb in Amerika.

In Deutschland braungrün.

Betrachtet vor 60 Jahren jemand

1 Rostnagel, verschrottet er ihn.

Wirft ihn weg. Er lebt und erlebt.

Für Rostnägel hat er keinen Platz

in seinem Kopf. Heute wird er

gesprochen. Statt Erlebnisse

bevorzugt er Anleitungen. Er sucht sich

in 1 Netzwerk 1 Sponsor, künstlert und

macht den Rostnagel 4 Meter hoch.

Nennt ihn „Rostschwanz im Nebel“. Ein

Kurator filtert das Kunstzeug zum Kunstwerk.

Media berichten und profitieren davon.

In 1 Auktion bringt der „Rostschwanz“

irgendwann 8 000 000 €.

Zur Freude aller. Nur Max de Man will

nicht mehr. Er fühlt sich von Rostnägeln

verfolgt. Er geht. Mit ihm seine

128 Märchenerzähler. Überflüssig. Am

20.12 2012 um 20Uhr12. Für immer.

349

Ovid singt sich als Daedalus und Ikarus.

Mary Shelley betrachtet ihren Bruder Percy

und schreibt den Frankenstein.

Unzählige Autoren versuchen sich

an Geschichten über künstliche Menschen,

Artificials, Hybride, Mutanten.

Den Roman Germàno Golem schreibt

1 Mutant, der in einem Fruchtbarkeitslabor

von WeiSSen Weihnachten 1941

in der Teplitz Bucht vor Prag gemacht wird.

Als Präparat für Menschenversuche.

Grundlagenforschungen, um den Golem

des Rabbi Löw als Waffe und Herrenmenschen

neu zu züchten: Nazi Golem.

350

Der Zusammenbruch des 3. Reichs bewahrt

mich davor, mit 3 Jahren weiter verwertet

zu werden. Ich lebe. Anders. Erzähle es.

Der Germàno Golem ist der 1. Bericht eines

Mutanten über das Anderssein

1 Menschenartigen. Der sich stolz dazu

bekennt, mutiert zu sein. Die Evolution

des Menschen bewusst zu erleben.

Darüber zu berichten. Nicht zu mutmaßen.

Zukunft zu sein. Die Vormenschen, die ihn

machten, sind für ihn Geschichte.

351>Soledad Book 1

Ich bin 2.

Natur,

die Gottes Wort ist.

Teil davon.

>

Ohne Einfluss.

Was ich bin und tue,

ist das, was die Natur will.

Andere und anderes ebenso.

Ich bin Natur. Teil.

Ohne Einfluss. Was ich bin und tue,

ist das, was die Natur will.

Andere und anderes ebenso.

>

Für den Schöpfer ist seine Natur ganz.

Wie er mein Zeyn beurteilt, verstehe ich nicht.

Auf Unbekannten des Beziehungsgefüges

der Natur gibt es wohl Ebenen, die mich

darüber beurteilen, wie ich mich in der Projektion

meines Lebens verhalte. Ohne die Schöpfung

zu berühren.

Ich bin Teil der Natur. Die Schöpfung will, dass

aus dem Vormenschen der Urmensch entsteht.

Ich bin Passant. Übergang. Dazwischen.

Alberto Giacometti. Andererseits der Vormensch

sich weiter zur Mensch-Maschine entwickelt.

Gesprochene, die Maschinen-Menschen

werden. Ich hoffe, dass meine Berichte

andere Mutanten veranlassen, über sich zu

sprechen. Von denen es inzwischen mehr

als 7 Millionen gibt.

Vergessen ihre Furcht, verfolgt zu werden.

Als behindert zu gelten. Lebensunwerte.

Sie können sicher sein, dass die Natur uns

bevorzugt. Wir schaffen Voraussetzungen für

Entwicklungen des Neuen. Des Menschen

der Zukunft. Als Forum habe ich im

www.agoverlag.de scyland gegründet.

352
Das Zeugen von Menschen inklusive
Sozial- und Folgekosten ist billiger
als die Herstellung von Robotern.
-In Asien?
-Global!
-Da aber die Vermehrung der Menschen
nicht mehr unter Kontrolle ist, geraten die
Folgekosten für die Volksgemeinschaften
außer Kontrolle.
-Die Natur reagiert. Sie trennt den
Sapiens im Moment. In Gesprochene,
Mensch-Maschinen.
-In Sprechende. Urmenschen. Hüter und
Schöpfer des Rohstoffes Sprache.
-Des Kostbarsten, über was Menschen
verfügen.
-Neue Menschen, werden sich zum Beispiel
Auf 2 Milliarden Erdbewohner zurückführen.
-Roboter als Arbeiter. Mensch-Maschinen als
Homo Faber. Für die Entwicklung der Roboter.
-Neue Menschen sind einsichtig und nicht
absichtig.
-Mein Vorteil zum Vorteil aller.
-Mutanten sind Entwicklungen dahin.
-Die Natur will es.
-Gott will die Natur.

>
Erzähler: Colo de Coco: 353-360

>

353

Die Vormenschen verstehen nicht,

dass ihre Zeit im Moment abläuft.

Die Schöpfung sich des Sapiens

entledigt. Der Homo sapiens ist Geschichte.

Wie sein Vorgänger. Der Neandertaler.

Die Zivilisation des Vormenschen erreicht

im 20. Jahrhundert ihren Tiefpunkt.

Fruchtbarkeit und Vermehrung vermehrt

das Böse sprunghaft. Damit Mime, die neu

im Mimemare sind.

Die Natur kennt gut und böse nicht.

Seit 8000 Jahren kennt sie zumindest das

Böse. Ich hoffe, dass das Experiment,

das Böse kennenzulernen, mit dem Abschied

vom Vormenschen zu Ende geht.

Eine Horror Zivilisation, die Ausdruck der

Gier und des Schrecklichen ist.

Die Vermehrung des Bösen zerstört sich

selbst. Die Natur nimmt das Leid und Elend

in Kauf. Wartet bis der Alptraum vorbei ist.

Durch die Zerstörung seines Lebensraums

entledigt sich der Vormensch selbst.

354

Grund der Zerstörung der Natur ist morgen

10 Milliarden Menschen. Übermorgen

20 Milliarden. Erdbewohner. Ich wünsche

den Kindern heute, dass sie die Hölle nicht

erleben müssen, die sich im Moment auftut,

Wir stehen in einem Abgrund.

Ich verstehe nicht, was geschieht.

Ich empfinde es, als Teil davon.

Die Mehrheit der Menschen sieht die

Apokalypse als Fortschritt.

355

Der Tanz unter dem Vulkan, der

Menschen ausspeit, wird ausgelassener.

Mehr Menschen bedeuten für die Atavisten

mehr Profit. In meiner Lebenszeit wurden

aus 2 Milliarden mehr als 7 Milliarden.

Die Vervierfachung auf 8 Milliarden steht

bevor. Ich erlebe es. Verlässt mich mein

Lebensglück, erlebe ich den Beginn des

Undenkbaren. Des Maschinen-Menschen.

Was hilft, ist beten. Gott helfe uns.

356

Metro nach Kairo:

Der Schein-Asylant Chief kehrt in seine

Heimat nach Mauretanien zurück,

Nachdem er in Nouakschott seine

letzten Euros verpulvert hat, hält er Touristen

an. Er zeigt ihnen die Küste, die Richtung

Norden nach Spanien führt. Verjagt sie.

Er fährt zu seinem Heimatort. Lässt das Auto

im Meer verschwinden.

Völlig abgebrannt kommt er in seinem

Heimatdorf an. Dorfbewohner hatten seine

Reise ins Asyl finanziert und erwarten,

dass ihr Investment Früchte trägt.

Chief veranstaltet im Haus seiner blinden

Mutter eine Voodoo Party.

Auf dieser sieht er im Meer einen

Range Rover.

Die Voodoo Teilnehmer folgen ihm.

Er schmeißt seine magischen Hände in

die Luft und weist auf das Meer. Auf die

Stelle, wo er kurz zuvor das Auto versenkt

hat. Die Voodoo-Gesellschaft läuft ans Meer.

Tatsächlich steht ein Range Rover im Meer.

Chief ist ein großer Magier. Sein Voodoo-

Zauber funktioniert. Um das Gespräch von

dem Geldsegen abzulenken, den er

versprochen hat, sagt er, er brauche das

Geld, um eine Metro unter der Sahara

nach Kairo zu bauen.

In kürzester Zeit werden so die Bewohner

seines Dorfes zu den Reichsten Afrikas.

Durch Fahrkartenverkauf. Touristenfahrten,

Konzerte, Gastronomie. Und anderes.

In Windeseile macht die Nachricht die Runde,

dass Chief, der große Voodoo Zauberer,

Range Rover ins Meer zaubert, eine

Untergrundbahn nach Kairo baut, um alle

Beteiligten reich zu machen.

Von der Entwicklungshilfe werden

Arbeitsgeräte gekauft. Gegenüber der

Polizeistation in seinem Dorf wird ein

tiefes Loch in den Sand gegraben.

Chief hat den Bürgermeister des Ortes

zum Geschäftsführer der Bauarbeiten

gemacht. Den Polizeichef zum

Geschäftsführer der Sahara Metro AG.,

Alle sind beschäftigt. Er kann in Ruhe

mit Mtailla, seiner Freundin aufs Meer

gucken, Pralinen essen. Kinder machen.

Die letzten Holzreserven des Dorfes

werden zum Abstützen des Loches

verbraucht, das der Eingang der

Subway sein wird. Jeder möchte sich

an dem Bauwerk beteiligen. Chief und

seine Freunde verfügen über Geld,

das sie mit vollen Händen verpulvern.

Währenddessen gehen die Bauarbeiten

nicht voran. Wahlen stehen ins Land.

Chief soll zum Abgeordneten gewählt

werden. Das schönste und reichste

Mädchen wird seine Frau.

Der Bau der Metro geht nicht voran.

Deutschland und die EU sind Geldgeber.

Es werden Fragen über die

Durchführbarkeit des Objektes laut.

Der Bau des Berliner Flughafens

wird als Warnung genannt.

Die Geldgeber wollen Sicherheiten.

Oder ihr Geld zurück.

Doch das Geld ist verschwunden.

Der Himmel verdunkelt sich.

Sandsturm. Das Loch, das für die

Metro ausgehoben wird, füllt sich mit

Sand. Kurze Zeit später ist das Loch

vom Sand überdeckt. Die Geldgeber wollen

ihr Geld zurück. Chief zeigt in den Sandsturm

und sagt, dass am Ende des Sandsturms

ein Geldsturm einsetzt und den Ort mit

mit 1000 Dollar Scheinen zudeckt.

Chief sagt:
-Ich mache mich auf den Weg und
zaubere den Geldsturm herbei.
Chief flieht vor den Aufgebrachten in den
Sturm und verschwindet in Wolke Sand.

357

Bericht aus dem Heer der Künstlichen.

Millionen von Mutanten. Hybride.

Die Hässlichkeit der Wörter, die ich

benutze, drückt meine Verachtung

gegenüber den WeiSSen aus, die

Profit mit der Zucht von Menschen

machen.

Früher sind Sklaven der WeiSSen

Ware. Ihre Natur wird nicht mutiert.

Ich bin nicht ich, sage ich als

Mutant. Fremd mir selbst und anderen.

Immer mehr Menschen werden wie ich

in Laboren gemacht. Der Grund:

die Evolution entledigt sich schrittweise

des Vormenschen Homo sapiens.

358

Menschen vor mir. Vormenschen.

Ich hoffe, die Evolution hält diese

Menschen auf, sich selbstschädigend

in solchen Massen zu vermehren, dass

sie ihre Lebensgrundlagen auffressen.

Ist der Plan der Natur, die Menschen

zu beseitigen, in dem sie sich selbst

entledigen, ist das, was im Moment

passiert, verständlich. Mein Glück, ich

werde es aus Altersgründen nicht

erleben. Meine Lebenszeit läuft ab.

359

Rückblickend sehe ich, dass die

ruinöse Vermehrung des Menschen

seine Profitgier potenziert. Sicher ist,

die Beteiligten sind zu primitiv, um

Treiber des Unheils zu sein.

Die Natur will es.

Eine Rolle spielt die Profitgier der

WeiSSen. Ihre Geschäfte sind:

Samenübertragung. Insemination.

Reagenzglas Befruchtung.

In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Eizellen Befruchtung per Injektion

durch männliche Samen.

Intracytoplasmatische

Spermieninjektion (ICSI).

Ziel: Maschinen zu konstruieren, die

als Gebärmutter der Künstlichen

fungieren. Die Gemachten zu

perfektionieren.

360

Die von den Geschäftemachern

verwendeten Begriffe sind mir Inbegriff

der Unmenschlichkeit. Die Künstlichen

vermehren sich untereinander.

Mutanten, die sich mehr und mehr

vom Homo sapiens unterscheiden.

Über die negativen Unterschiede wird

hinreichend berichtet. Wenn einer von

ihnen Amok läuft. An der Profitgier

ändert der Amokläufer nichts.

Alle und Alles ist Natur. Die anderen

und ich ist Teil davon. Gott will es.

>

Erzähler: Eugen WeiSSer: 361-368

>

361

Ich tanze den Tanz des Paradiesvogels.

Feuerrot. Blutlos. Menschartiger. Mutant.

Ich wurde von WeiSSen in einem

SS Labor gewürfelt.

Für Menschenversuche.

Grundlagenforschungen, um die Spezies

des Herrenmenschen zu züchten. Um mit

ihm die Welt zu beherrschen. WeiSSe

besitzen das Herrschaftswissen über

Menschen.

Da ich wenig denke, weiß ich wenig. Mein

Wohlsein ist zufällig. Geplant bin ich als

Präparat, hilflos, ehrlos, rechtlos. Durch

Unkenntnis der WeiSSen mutiere ich wie

ich bin. Selbst. Ganz. Keine Leistung.

Evolution. Entwicklung.

362

Ich bin: Narkoleptiker, Epileptiker,

Synästhet, Märchenerzähler.

Ich habe kein Gefühl für andere.

Ich empfinde sie.

Ich habe keine Beziehung zu Dingen,

Quoten, Vergangenheit, Zukunft

Ich lebe j e t z t.

Habe ich morgen etwas zu tun,

schreibe ich es auf, was gestern ist.

Habe ich gestern etwas zu tun,

schreibe ich auf, was ich gestern zu

machen habe.

Habe ich Wörter oder Texte zu lernen,

tue ich es ganz und fotografisch.

Die Erinnerung daran reicht für

40 Minuten. Das Gelernte vergesse ich

dann ganz und zusammenhängend.

363

Die Rückfahrt von Amsterdam nach

Düsseldorf ist ein Alptraum.

Ich fühle mich schmutzig. Leer.

Benommen.

Gerda ist bis zu dem heutigen

Kegelausflug meine beste Freundin.

Aber nach dieser Orgie, ist sie für mich

tot. Ich will nichts mehr mit ihr zu tun

haben. Gerda fährt den Minibus.

Wie alle japanischen Autos hat er eine

exzellente Straßenlage. Straff und

sportlich. Wie es Frauen lieben.

Neben mir sitzt Trudchen. Wäre sie nicht

einarmig, könnte sie für meine

Schwester gehalten werden.

1 Arm. Aber was für einen. 9 Mal hat sie

damit „Alle Neune“ geschmissen.
Dafür von Hilde, unserer

Frauen Harmonie Kegel-Klub Präsidentin“

und Kassiererin den 1. Preis von 91 Gulden

und die Championskette der

Wilden Rhein Schwestern“ gewonnen.

364

Sie säuft 4 Flaschen Aachener Sekt, den wir

hinter Venlo in einem Garibaldi Supermarkt

in Lobberich gekauft haben. Ganz klar,

der Sektpreis in Deutschland ist günstiger

als in Holland. Ein Top: Froschsuppen sind in

Holland günstiger. Dazu ein friesischer

Brotsalat. Es gibt nichts Besseres.

Befinden wir uns in Holland, rauchen wir

unsere Joints . Echte Hightrimmer.

Davon angeturnt und hemmungslos haben

wir das Amsterdamer Bahnhofsviertel

niedergebumst. Gnadenlos. Orgie

an Orgie. Ohne Ende.

Die sozialen Skulpturen aus Spermien

und Firlefanz haben wir in die Grachten

geschüttet. Bis sie leuchteten.

Während unserer internen Kegelklub-

Meisterschaften habe ich ausschließlich

Mate Tee mit Serafinkugeln getrunken.

Ich wollte gewinnen. Ich gewann nichts.

Nicht eine Runde. Stark bin ich allerdings

beim Knobeln. Unschlagbar.

Wer fängt die wilde Sau“ ist mein

Lieblingsspiel.

Allerdings fange ich beim Würfeln zu saufen

an. Von den Tellerchen auf dem Tresen

klaue ich übrig gebliebenes Weihnachtsgebäck.

Bis mir kotzübel wird. Als mich dann

ein Unbekannter von hinten bumst,

kotzte ich in hohem Bogen über die Köpfe

meiner Kegelschwester in die Manteltasche.

Für das Neue Jahr nehme ich mir vor,

täglich ehrenamtlich Kleinkriminelle und

Ausländer zu verfolgen. Festnehmen.

Anspucken. Der Polizei übergeben.

Widerlich, das Gesochs.

Auf lau zu lesen habe ich mir von ihnen

abgeguckt. Aber nicht wirklich.

Ehrlich, manchmal klaue ich auch.

Ein bisschen. Stört ja nicht oder? Knüpft

jemand seine Schuhsenkel hoch zwei,

ist er ein Macho. An den Schnürsenkeln,

wie der Macker sie knüpft,

kannst du die Machos erkennen.
365
llingua spricht mich.
Die binäre Sprache deutsch
spreche ich bitL. Im Schwarm.
Reihen. Mit Reihern.
Mit WeiSSen, die heute englisch
sprechen. Hauptstadt Palo Alto.
Silicon Valley.
Nationalität >Internet<.
Ich spreche mit solchen, um
Lebensmittel und Güter sneaky
zu bekommen. Da ich ganz
empfinde, ist das >Internet<
langweilig für mich.
366
Was für mich vorteilhaft ist,
übersetzte ich in bitL für andere.
Mich unterscheidet von Mutanten,
dass ich meine llingua in bitL
übersetzen kann.
1 Begabung, die mir WeiSSe
gewürfelt haben.
367
Mein Lebenslauf ist das
Outside-Inside des Menschenartigen.
Ich mache mich öffentlich, um mir
mit dem Profit Dinge zu kaufen.
Ebenso hoffe ich,
dass mein Buch andere Mutanten
veranlasst, ihre llingua zu sprechen.
Durch Zufall überlebe ich die
Menschenversuche der WeiSSen
des 3. Reichs. Stark. Im Gegensatz
zu Künstlichen, die sich
unterdrücken, diskriminieren lassen.
Meine Erzählungen sollen
Menschenartigen Mut machen, sich
als Teil der Evolution zu verstehen.
Ich fordere sie auf, ihr
Beziehungsgefüge zu sprechen.
Zusammen scyland zu formieren.
SCY FREE.
Wir sind. Neue. Zukunft.
Die Realität von Millionen, die
Das N e u e in sich tragen.

368
Ich erfahre, dass seine Frau,
meine Schwester, unter ähnlichen
Bedingungen in der Teplitz Bucht
gemacht worden war.
Rasse- und Hygieneprogramme.
WeiSSe von integrierten
Universitäten führen sie in
SS Labors durch.
Um Grundlagenforschungen
für Fortpflanzungslehre zu betreiben.
WeiSSe, Ärzte und WiSSenschaftler
züchten global Menschenmaterial.
Für Versuche an Ungeborenen und
Kindern. Sklaven.
Hilflos. Ehrlos. Rechtlos. Präparate.
>
Erzähler: Otto Tuer: 369-376
>
369
Für 3 Lebensjahre. Ich überlebe.
Die Volksgemeinschaft des 3. Reichs
hat durch ihre Führer die Experimente
befohlen, um eine arische Herrenrasse
zu züchten. Das Material hierfür lassen
sie von SS Leuten mit Braunen Frauen
machen.

370

Es entstehen Hybride, die mutiert und

gewürfelt werden, bis sie zumeist

sterben oder von der Chemie- und

Kosmetikindustrie verwertet werden.

Die Leihmütter beteiligen sich an den

Experimenten in ihren Körpern

und an ihren Kindern. Hoch motiviert.

Heimatfront der Volksgemeinschaft.

371

Frauenschläger kommen mir
nicht in die Falle. Wenn der Macker
dann sagt, „kommste vonne Schicht.
Wat schönret gibt et nich.“
Klaut er dann aber mein Moos,
ist Schluss mit Stuss.
Wenn das Maß voll ist, ist es voll.
Und basta. Ende der Durchsage.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja.
Orgien in Amsterdam. Heiß.
Ganz heiß, sage ich nur.
Nun saß ich da und glotzte blöd.
Mit meinem Aids und der Syphilis
dazu. Kosten über Kosten.
Auf immer und ewig.
Geschändet dazu. Niemand will mehr
so eine Frau. Werde ich traurig,
denke ich an meinen kleinen Helden
Scummie. Die wunderbaren Nächte
unter einem Busch am Rheinufer.
Wie wir zusammen Pommes aßen.
Schön war dat. Da gibt’s nix zu meckern.

372

-Der Laden gehört einem schwulen
Boutique-Besitzer. Freund von
meinem Mann.
-Dann springen wir doch am besten
gleich mal durch die Fensterscheibe
und schauen uns den Laden näher an.
-Dir trau ich alles zu.
-Wahrscheinlich versteckt sich in den
Regalen die Rote Armee Fraktion.
-Der schöne Andy und seine
Lehrerinnen.
-Ich rufe die Polizei an. Finderlohn
20 Millionen Mark.
-Dann müssen wir nicht einbrechen.
Die machen mit dem Panzer auf.

373

Die Frau hat es. Oh du Schöne
meiner Nacht. Ganz klar. Ich bin
dein. Für immer dein Hänschenklein.
Woher kann eine Türkin so gut
deutsch sprechen? Oder ist die
Schlampe Deutsche, die einen
Türken geheiratet hat. Ganz sicher.
Die Frau ist Ruhrpott mit Deckel drauf.
In Istanbul war ich schon lange nicht
mehr. Gnadenlos gute Stadt. Wenn
der Ehemann sich eine Deutsche
leisten kann, hat der Kohle ohne Ende.
Also mach ich keine Troubles in
Hongkong. Immer schön bescheiden
sein und meine Erziehung raus hängen
lassen. Das Haus ist okay. Die Gegend
auch. Wie heißt die Prinzessin? Elka. Elke
sagt Mamma zu ihr. Was ich jetzt brauche
ist Frau. Konzentriert. Feucht. Weich. Ja.
-Ich sehe Licht aus einer Tür. Im Laden.
-Dann hat er Besuch. Einen Typen. Dann
geht gar nichts. Abfahrt. Mein Bett wartet.
-Was sagt denn dein Mann dazu?
-Der wohnt nicht mehr bei mir.
-Du wohnst allein?
-Was denkst du denn?
-Dann nichts wie rein in die Wohnung.
-Nichts zu trinken da. Die Getränke wollte
ich ja von meinem Boutiquer.

374

-Niemals betrete ich den Hausflur.
-Warum?
-Aus Angst vor der Dunkelheit.
-Ich mache das Licht an.
-Noch schlimmer. Dann bekommt die
Dunkelheit Angst und springt mir ins Gesicht.
Reißt mir mein Gesicht runter
und haut damit ab.
Was für eine traurige Geschichte. Licht an.
-Wie sehe ich aus ohne Gesicht?
Bin ich plötzlich müde. Mit der großen
Liebe wird nicht viel.
Da spricht der erfahrene Liebhaber und
Schnarcher. Frauenversteher der ich bin.
Mit einem ganz langen Schnürsenkel
in der Hose. Besser das als gar nichts.
Und heftig erregt, schlägt er wild um sich.
Peitscht die Lust vor sich her.
Gnadenlos. Ohne Unterlass. Ist er müde.
Wie im Moment. Kein Lichtlein brennt.
Ganz ohne Hemd. Ungehemmt.
-Also los du impotenter Wichser.
-Na mal sehen. Irgendwas geht immer.
-Wunderschön und Tür auf.
-In diese Gastarbeiterwohnung gehe
ich nicht.
-Ich schiebe dich.
-Ich rieche türkischen Ehemann.
-Was du riechst ist Hochlandopium.
-Für austherapierte Fotomodelle.
-Mit Jackett Kronen aus Heroin.
-Das testen wir jetzt einmal.

375

15.06.77: Um 03Uhr39 sucht mein

Kartäuserkater „Grauerle“ Wärme.

Flüchtet vor der Nachtkälte unter

das parkende Auto eines meiner Mieter.
Das Auto strahlt Wärme ab.
Grauerle legt sich schlafen.
4 Stunden später wird das
Auto gestartet. Mein Kater erschrickt.
Springt hoch. Der Mann fährt an.
Überfährt mein Brudergesicht.
Zerstört die Schönheit, Stolz, Anmut,
meines Katers. Am Tag zuvor hetzte
der Mieter gegen Grauerle. Das Vieh
frisst die Singvögel, erklärt der
Lebensreformer von der Post.
-Ich knall ihn ab. Mit der Flitsche. Den
Singvogeljäger. Den Bolzen.
Die Katzensau. Ich, Becker, jage ihn.
Das Gesochs. Kerl. Schütze die
Vögelchen im Nest. Katzenpest.
Dann schellt er. Ich öffne die Tür.
Er lässt den Sterbenden angewidert
auf die Fußmatte fallen.

376
-Der Bolzen ist weg. Die Vögel im
Garten haben auch Rechte.
-Wommer ma so sagen,
jetzt geht‘s den Katzenbolzen an den
Kragen. Wat ich mache, mach ich
richtig. Ich muss zur Post. Fahr ma
los. Ich kann nicht sagen, dass es mir
Leid tut. Ich habe nicht gewusst, dass
der Bolzen unter meiner Karre pennt.
Ich starte den Wagen. Der Kater springt
hoch. Zack macht‘s am Hals. Knacks.
Genickbruch. Den Bolzen sind wir los.
Die Blaumeisen freuen sich.
-Ich freue mich auch, Ihnen und Ihrer
Familie die fristlose mündliche
Kündigung auszusprechen. In
3 Monaten will ich Sie in meinem
Haus nicht mehr sehen. Verstanden.
Die schriftliche Kündigung erfolgt
durch meinen Anwalt.
-Ich bin im Mieterverein.
Und im Rechtsschutz.
>
Erzähler: Cay Tango: 377-384
>
377
-Wunderbar. Ab heute in 3 Monaten
werden die Schlösser ausgewechselt.
Während er geht, höre ich ihn.
-Der Penner kann mich mal. Gesochs.
Nie malocht. Ein gefundenes Fressen
für Adolf. Arbeit macht frei.
Aber die Fresse auf. Ganz weit.
Behandeln uns kleine Leute, wie den
letzten Dreck.
-Entschuldigen Sie sich auf der Stelle.
-Wer entschuldigt sich denn bei mir. Wa!
Die Sau soll bloß aufpassen, dass ich ihn
nicht als nächsten umniete. Diesen Angeber.
Ich muss kotzen. Besauf mich jetzt. Und
wenn der Arsch mir blöd kommt, schlag
ich ihm die Fresse ein. Ein deutscher
Postler darf das. Jaja, die Post ist da.
Singt ihr tralala.

378

50 Jahre hüpfe ich auf Bierfässern herum.

Ausdauernd. Vollmatrose. Ohne Schlaf.

Wunderbar, diese Fiesta im Nebel

meiner Räusche. Die mich zur Nacht

macht.

EH schreibt in- The sun also rises –

It is awfully easy to be hardboiled

about everything in the daytime

but at night it’s another thing.

Ich lasse es amerikanisch, damit der

Katzenkiller, liest er es, nicht versteht.

Wie EH schlafe ich bei brennendem Licht.

Radionachrichten an. So schlafe ich allein.

Frauen ertragen meine Nächte nicht.

Um mich zu verstehen folgendes:
1 Loch in meiner Kniekehle treibt
mich dazu.

379

Gilgamesch, der Dandy Babylons

springt aus der Vagina der Sonne.
Step of Faunus.
Sohn der Feuermutter.
Tanzt er den Boogie
des Paradiesvogels. Feuerrot. Verglüht
spurlos. In der Intelligenz der Sonne.
Auf den Nerven meiner Nacht.
Beischlaf des Samennagels,
verändert sich die Pflanze
des Giftfrosches in Gesang.
Des Soledades. Heldentenor des
Wolkentheaters. Canto jondo.
Im Sturzflug des Paradiesvogels.

380

Paul de Man ist Linguist und Vorbild.

Max de Man“ – Maximum of Man –

nenne ich 1958 in Paris eine Gruppe

von Surrealisten und Aktionisten.
N e u e Menschen, die die Sprache der
Quanten und Kerne verstehen.
Zu sprechen begannen.
Ausdruck ihrer Empfindung war
Le Passant von AG.
Ich gehöre dazu. 16 Jahre alt.
Kaffeeholer.
Ich gründe Scyland of Oceania.
SCY als Kürzel für SoCietY.
7. Kontinent der N e u e n Menschen.
Menkind. Menschenartige.
In der Tiefe der Südsee. Traumland.
Bis in die Gesichter der Osterinseln,
die darauf warten, mit mir zu sprechen.
Dem Magier, Surrealisten, Revolutionär
und Arzt AB, habe ich über meine
Träume erzählt. Beide sind wir auf der
Flucht. Er versteckt sich in London.
Vor Charles. Ich in Paris. Vor WeiSSen.

381

Botschaft: Im Anfang war das Wort
und das Wort ward bei Gott,
und Gott war das Wort. Das Wort war
Liebe und wurde Leben, und das Leben
ist das Licht der Menschen.

382

Weihnachtsbaum, Akkordeon, Bohnenkaffee,

Kuchen, Schnittchen, Cognac.

Elite unter sich. Durch Raub und Mord

erfolgreich. Begütert. Gesang. Mamatschi

schenk mir ein Pferdchen… .

Stille Nacht, heilige Nacht… .

Wolf, der Schäferhund Schwanz wedelnd

in der Mitte.

Meine Ziehmutter hatte die Party arrangiert.

Sie war zuständig für die Koordination

von Menschenversuchen zur Erforschung

medizinischer Reproduktionstechniken.

Riesengeschäfte bahnen sich an. Profit

ohne Ende. Für alle Beteiligten.

Das Absterben der Bastarde während der

Experimente ist eingeplant. Doch die

Besten kommen, sagt AH. Als Auslese.

Top-Präparate, um sie lebenslang zu messen

und zu zählen. Wertvoll. Mein Glück.

Weil ich wertvoll bin, überlebe ich.

Andere Sklaven der Teplitz Bucht

nennen mich Nazi Golem.

Aus Mitleid für uns Menschenmaterial.

Golem nennt mich die Familie des

Besamers. Am 23. September 1942

werde ich geboren. Im Schlafkoma

veränderten WeiSSe meine

Natur. Aus Unkenntnis. Würfeln mich.

Zufällig. Neu. Gegen ihre Interessen.
Ganz und stark. Menschenartig.
Danke bei den Höllen WeiSSen.

383

Ich bin Passant. 16 Jahre alt.
Ich gründe Scyland of Oceania.
SCY als Kürzel für SoCietY.
7. Kontinent der N e u e n Menschen.
In der Tiefe der Südsee. Traumland.
Bis in die Gesichter der Osterinseln,
die darauf warten, mit mir zu sprechen.
Dem Magier, Surrealisten, Revolutionär
und Arzt AB, habe ich über meine
Träume erzählt. Beide sind wir auf der
Flucht. Er versteckt sich in London.
Ich in Paris. Verfolgte. Flüchtige.
Er rät mir, 50 Jahre zu schweigen.
Ich schreibe das „Scyland Manifest“
mit dem Sand, der in meinem Adern fließt.
Eines Nachts gehen wir auf die Pont Neuf.
Ich öffne meine Adern. Lasse das Scyland
in die Seine rieseln. Strömungen tragen
meine Botschaft über Le Havre in 50 Jahren
nach Scyland. Oceania. Südsee. In das
Muttermeer vor Vanuatu.

384

Ich schreibe das Manifest weiter.
Das Epos „Schneetal“ entsteht.
Ich schreibe das „Schneetal“ weiter.
Entwickle Picture Writing.
llingua entsteht aus den Bildern,
die sprechen .Im Eiskellerberg Düsseldorf.
Im November 1963 treffe ich AB in Berlin.
Ich sage ihm, dass ich 2008 die
Max de Man Network mache.
Ich wiederhole mein Gelübde, bis dahin
zu schweigen. Um Poet zu werden,
befiehlt er mir, keine Adjektive
zu benutzen. Ich höre und gehorche.
2008 gründet ich www.scyland.com.
Öffne mein Beziehungsgefüge.
Gründe scyland. Vergrabe meine
Sprache im Snikipeak. Meine Schmerzen
im Magma meines Blutes,

>
Erzählerin: Sony Toll: 385-392
>
385
German Golem. Der Titel trifft.
Golem ist ein Traum des Rabbi Löw.
Spricht deutsch.
Golem ist hebräisch und heißt:
„ungeformte Masse“.
Nach einer jüdischen Legende ist
der Golem ein künstlicher Mensch
aus Lehm. Geträumt um 1600.
386
WeiSSe der Germanen und Juden
sprechen bis 1933 deutsch miteinander.
Ich spreche deutsch seit 1945.
Deutsch zu sein ist mein Teil der
Symbiose. Gefangen in der Sprache,
die mich spricht. In der Volksgemeinschaft
die meine Herkunft und Natur tötete.
Obwohl Opfer, gehöre ich zu ihnen.
Die Natur will es.

387

Spätsommer 1945 bin ich fast
3 Jahre alt. Beginne mich
wahrzunehmen. Lerne mich kennen.
Ich erwache aus Nebel und Watte.
Süchtig und krank. Ohne Beziehung.
Ohne Sprache. Ich werde wach.
Ich stelle mich fest. Wie es ist, fühle
ich mich gut. Sehe Füße, die unter
der Bettdecke hervorschauen.
Begreife, es sind meine Füße.
Ich frage sie in meiner llingua.
-Wer seid ihr?
-Menschen nennen uns Füße.
-Füße, was ist das?
-Wir sind klein und fein. Laufen.
Tragen dich. Blitzschnell, wenn es sein
muss. Wir haben viermal dein Leben
gerettet. Du Dummkopf.
Ich berühre sie. Merke ich berühre mich.
Streichele sie. Sie fühlen sich gut an.
Ich begreife. Ich habe einen Körper. Außen.
Ich habe eine Intuition, die mich bewegt. Innen.
Außen waren meine Füße.
Innen war ich, der empfindet.

388

Ich habe Hunger. Esse das Bunte,

was ich sehe.

Der Kuchen spricht zu mir:
„Esse mich und freue dich.“
Ich rieche. Ich trinke. Keine
Desinfektionsmittel, wie bisher.
Die meine Muttermilch sind. Die mich
desinfizierte. Für immer. Ich wache auf.
Aus meinem Koma. WeiSSe sehen mich
an. Stinken aus den Augen. Ranzig. Mir
wird übel. Um nicht zu kotzen, esse ich
Licht. Trinke Luft. Frisch. Sauber.
Sonne. Sonnenlicht kenne ich nicht.
Es schmeckt gut. Ich halte die Augen
geschlossen. Ich habe Angst, die Augen
zu öffnen. Alles zu verlieren.
Furcht, das Außen, das ich erlebe, zu verlieren.
Meine Neugierde siegt. Augen auf.
Die Mittagssonne scheint mir ins Gesicht.
Die Fenster sind geöffnet. Frische
Meeresluft. Kein Verwesungsgeruch der
Röntgensonnen.

389
Im Eiskellerberg
treffe ich auf 1 Eisberg.
Panik. Ihr trefft 1 Eisberg.
Panic. You met an Iceberg.
Die Todeskultur frisst
ihre Kannibalen.
Homo Sapiens. Geschichte.
Die Teplitz Bucht gebiert mich.
Das Eiswasser ernährt mich.
Ich strande im Eiskellerberg.
Getarnt als Bierfass.
Rolle mich die Ratinger Straße
runter in den Rhein.
Treffe mein Manifest auf dem Weg
nach Vanuatu. Gebe der Sendung
Phänomene, Charaktere,
Cantos, Videos bei.

390

Sonntagnachmittag. Sommer 1950.

Ich laufe durch die Gärten der

Zechensiedlung. Für Bergarbeiter

und ihre Familien Häuser mit Gärten.

Für Flüchtlinge. Zur Selbstversorgung.

Die Häuser sind miteinander über

Feldwege verbunden.

Durch Anbaugärten für Kartoffeln,

Tomaten, Weißkraut, Zwiebeln, Kohl.
Schweine- und Hühnerstall.
Jauchegrube am Haus.
Die Häuser liegen an unbefestigten
Straßen. Sie heißen Bahnweg.
Kleinweg. Zechenweg. Marktweg.

391

Ich will zum Haus der Kamphausen.

Hänschen, ihr Sohn, ist mein

Schulfreund. Volksschule. Messdiener,

wie ich. Er stottert. Kann nur schnell
sprechen. Kaum zu verstehen.

Die Kamphausen besitzen ein Radio,
das UKW hat. Luxus.
Mein Sonntagritual: Kirchgang,
Messdienen, Essen, Hausaufgaben
machen. Klavier üben.
Und dann ab zu den Kampmanns.
Fußball-Oberliga-Übertragungen
auf UKW hören. Wir Kinder sitzen still
im Hintergrund. Muxmäuschenstill.
Sportübertragungen. Schnauze halten.
Der Reporter im Radio redet. Sonst
niemand. Redet der Reporter nicht,
geben die Erwachsenen ihre
Kommentare ab.

392
-Junge, Junge wenn der Manne läuft,
schießt der auch, sag ich dir.
Aufs Tor und trifft.
-Dat iss es. Nicht schießen. Dat kann
jeder. Der Manne haut den Ball rein.
Und Tor. Kannste nix machen. Hält
niemand.
Ich mache einen Bogen um die offene
Jauchegrube des Hauses.
Gestank. Im Sommer sind Bretter
drauf. Mit Schweinen. Die quieken.
Hänschen ist vor zwei Tagen in die
Jauchegrube gefallen.
Er will mir auf der Grubenmauer zeigen,
dass er auf einem Bein stehen kann.
Und zack fällt er in die Jauche.
Ich ziehe ihn raus. Ich bin der Held
des Tages. Die anderen aus den
Gärten gießen Hänschen Wasser über
den Kopf. Spülen die Brühe herunter.
Hänschen heult. Stottert seitdem so,
dass er nicht mehr zu verstehen ist.
>
Erzähler: Jupp Kreisch: 393-400
>
393

-Der Jaust von den Flüchtlingen hat

dat Hänschen gerettet. Hältst du nicht

aus. Jetzt retten die Paselacken unser

Hänschen.

Sie bilden einen Halbkreis um ihn.

Schimpfen auf ihn ein. Der Haufen

Elend wimmert, krächzt Wörter und

spuckt. Heult durchgehend. Stinkt.

Dann kommt seine Mutter angelaufen.

Schlägt auf ihn und mich ein.

-Wo die Rucksackdeutschen aufkreuzen,

ist dat Unglück.

Die anderen sagen:
-Maria lass dat. Der fällt in die Scheiße
und stottert jetzt richtig. Keiner versteht
ihn mehr. Dat is Strafe genug.

394

Seite dem Sturz in die Jauchegrube

spricht Hänschen wirr. Alle lachen.
Keiner versteht ihn. Weil er stinkt,
muss er Abstand von anderen
halten. Er wird gemieden. Als
Ministrant ist er bis auf weiteres
unbrauchbar.
Das Confiteor kann der nicht mehr
Beten, sagt Pfarrer Selge.
-Der stottert die Messe kapott.
Warum badet den niemand.
Solange er stinkt, will ich ihn nicht
am Altar haben.

395

Ich klaue das Desinfektionsmittel
meiner Mutter. Ich stelle eine
Blechwanne in den Garten. Fülle
sie mit kaltem Wasser. Am
nächsten Tag ist das Wasser
handwarm. Hänschen weiß, was
ich mit ihm vorhabe. Er stottert:
-Nicht mit mir. Niemals. Das
Rattenmittel stinkt schlimmer als
die Schweinescheiße.
Ich schnappe mir Hänschen, reiße
ihm die Kleidung vom Leib. Stoße
in die Wanne.

396

-Nächste Woche fängt die Schule
wieder an. Du darfst dann nicht
mehr nach Scheiße stinken.
Halte ihn im Wasser fest. Irgendwann
stottert Hänschen nicht mehr,
sondern schnattert und bibbert vor
Kälte. Ich ziehe ihn aus dem Wasser.
Spritze ihn mit dem Wasserschlauch
ab. Schmeiße die Klamotten von
Hänschen in die Brühe mit
Desinfektionsmittel. Am nächsten
Tag spüle ich die Klamotten. Fertig.
Hänschen stinkt nicht mehr. Und
stottert so wenig, dass ich ihn
verstehe. Sein Confiteor als
Ministrant ebenso.

397
Hänschen ist mir eine Warnung.
Jauchegruben gehe ich aus dem Weg.
Während ich in Gedanken durch die
Gärten laufe, stolpere ich über eine
Wurzel und knalle hin. Siehste, denke
ich mir, Hänschen fällt in die
Jauchegrube. Ich schlag mir das
Knie auf. Kaum geht’s einem gut,
knallt er auf die Fresse.

398

Max de Man schreibt und sendet

die Märchen seiner 128 im Internet.

Mit den Mitteln des Internets. Für das

Internet. Für Leser und User. Als

Forum für andere Mutanten.

Die Verwertungen des „GG“ sind

zusätzlich analog. Buch. Anderes.

399

Prinz Reihervogel. Unübertrefflicher

Schweber. Flieger, Tänzer, Sänger.

Entschuldige, dass ich die Läufer der

Reihen als Reiher bezeichne.

Die Mobiles der Asymmetrie ähneln

dir in keiner Weise.
Schwereloser Schweber der Symmetrie.
Der Schönheit. Der Freiheit.
Vergebe mir bitte.
Die auf -1+ Genagelten sind Plan der
Natur. Ebenso wie ich. Ebenso wie alle.
Ohne Ausnahme. Ob Sprechender oder
Gesprochener.

400

Eisbären begreifen, dass 7 Milliarden

Menschen ihren Lebensraum zerstören.

In Kanada machen sie Jagd auf Menschen.

Erlegen sie. Stopfen sie aus. Verkaufen

die Menschenpräparate an Termiten,

die diese in ihren Hügeln ausstellen. Eine

Beendigung der Menschenjagd lehnten die

Bären heute einstimmig auf der

Eisbärenkonferenz ab. Ich verstehe das.

>

Erzähler: Don Schnee: 401-408

>

401

Die Lebensreformer des Bauhauses

haben Abbildungen der Surrealisten als

Traumkitsch bezeichnet. Ein paar Jahre

später erleben sie, was von ihnen

geschulte Lebensreformer an Horror

produzieren. Gegen sie und andere.

Massenmord in über 40 000 Lagern

durch die WeiSSen der Volksgemeinschaft.
100 Millionen Tote auf dem Abfall ihrer
Zivilisation. Lebensreform aus Gas und
Fäulnis. Todeswahn der Scums.

402

Jährlich werden weltweit Millionen

Doktorkinder gemacht. Ihre Herstellung

verletzt sie auf Lebenszeit. Sie sind

Fremde. Hilflos. Rechtlos. Fallen sie auf,

werden sie als Kranke weggesperrt.

Ebenso krank sind die, die das

Elend verursachen. Um Profit zu machen.

WeiSSe würfeln global die Kerne des

Lebens, ohne ihre Sprache zu sprechen.

Aber als Teil der Natur handeln sie natürlich.

Können nicht unnatürlich handeln.

Gut und Böse kennt die Natur nicht.

Die WeiSSen wissen das. Sie beeinflussen

Erbanlagen der Menschen ohne Bedenken.

Machen mich. Ich habe Glück, dass ich

bin, wie ich bin. Für die Macher misslungen,

weil ich nicht wurde, wie geplant.

Ich sehe mich gelungen, weil ich anders

bin, als von Vormenschen geplant.

403

Im ExiI mache ich mich mit meiner

Ablehnung, Deutscher zu sein, unbeliebt

und unglaubwürdig. Wer mich sieht, sieht

einen Deutschen. Leugne ich es, mache

ich mich unglaubwürdig. Geprägt von denen,

die mich missbraucht und meine Kindheit

getötet haben. Einer von ihnen.

Ich begreife schnell. Im Ausland wird von mir

verlangt, Deutscher zu sein. Je mehr ich den

Klischees der Braunen und der Comics

entspreche, umso freundlicher werde

ich aufgenommen. Also benehme ich

mich, wie es für mich vorteilhaft ist.

Zuverlässig, gebildet, elitär, trinkfest.

Ich habe für immer verstanden.

Will ich im Ausland Vorteile haben,

habe ich dem Bild des Deutschen zu

entsprechen, das mir zuwider ist.

404

AB rät mir zu schweigen.
In die innere Immigration des Künstlers
zu gehen. Ich befolge seinen Rat.
Schweige. Meine Mauer aus Vollrausch
und Show-Auftritten ist perfekt. Keiner
sieht, dass ich Theater mache. In den
Reihen bin ich ohne Eigenschaften.
Niemand nimmt mich wahr. Ich falle
nicht auf. Stille. Voll Verachtung für die,
die mich für Menschenversuche
missbrauchten. Ungeboren. Geboren.
Mühelos verdiene ich die
Lebens- und Rauschmittel. Besitz
oder Erfolg im Schwarm sind einfach
strukturiert. Langweilig. Was ich verdiene,
verpulvere ich. Ich nehme. Ich gebe,
weil es mich schützt, zu geben.
Als Beweis meiner Anpassung.

405
In Westafrika bin ich, wie ich bin.
Lanzarote. Graciosa. Paradiese.
Zeit läuft ab. Ich werde 70. Ich bin
glücklich, weil es gut läuft. Meine
Einsichten helfen mir weiter. Ich bin
zufrieden. Fühle mich gut.
2 Menschen stehen mir nahe.
Ich bin mir bewusst, Teil der Entwicklung
zu sein. Des Ganzen. Ebenso wie die,
die mich versklavten und missbrauchten.
Ich sehe das Neue. Spreche es. Daran
beteiligt zu sein, macht mich stolz.

406

Ich kürze den Weg über das gefrorene

Feld ab. Gehe direkt in die Küche.

Ich höre, die Fußballübertragung läuft.

Links führt eine Treppe ins Obergeschoss.

Ich biege ab. Kreuze den Hausflur. Mit

Haustür, die ich noch nie offen sah.

Alle kommen durch die Küche ins Haus.
Auch der Briefträger.

407

Ich betrete das Wohnzimmer. Hänschen

sitzt unter dem Wohnzimmertisch. Wie

meist. Winkt mir zu. Ich setze mich zu

ihm. Über uns die übliche Sonntagsrunde.

Nachbarn und Kinder. Alle starren gebannt

auf das grüne Auge des Radios.

Der Reporter berichtete über das Spiel

Rot Weiß Essen gegen Preußen Münster.

Die Anwesenden beachten mich nicht.

Ein kurzer Blick. Das Spiel war wichtiger.

408

Bei Hänschen unter dem Tisch fühle ich

mich wohl. Freundschaftsplatz.

Hänschen riecht zwar gefährlich und redet

Blödsinn. Aber ich verstehe ihn. Er rückt an

mich heran. Nimmt meine Hand. Ich lasse

sie ihm. Das lässt ihn sein Fremdsein

vergessen. Schräg oben trinkt der Weber

Doppelkorn aus seinem Flachmann.
Das Korn trinken hatte seine Haut gläsern
gemacht. Oft liegt er betrunken auf der
Straße. Ich habe Angst vor ihm.
>
Erzähler: Danny Kleister: 409-416
>
409

Unbegründet. Nüchtern spricht er nicht.

Betrunken spricht er mit dem Radio um

die Wette.

-Kerl, Kerl, Kerl warum schießt der nicht.

Der Ball gehört ihm doch nicht. Was spielt

der nur für eine Scheiße. Gib ab. Auf die

Flügel. Wohin sonst. Gott sei Dank, muss

ich das nicht sehen. Und wohin spielt er?

Auf die Flügel. Sag ich doch.

410

Kein Tor. Daneben geschossen. Eine

Diskussion setzt ein. Laut. Erregt.

Fritz Kamphausen, der Hausherr, wehrt

mit seinen Kohlehänden das Geschrei

der anderen ab. Ärgerlich über den Lärm.

Er schmeißt seine Hände nach vorne.

Dann greift er sich auf den Kopf. Seine

Hände und Arme haben von der

Untertagearbeit schwarze Runen unter

der Haut. Seine Hände zittern. Er hustet.

Er hat Staublunge. Der Fritz ist fertig,

sagt seine Ehefrau.
-Der hat Staublunge. Da kommt nix mehr.
Kannste nix machen. Is wie‘s is.

411

Fritz spricht leise und samten.
Ich verstehe ihn nicht. Seine Frau steht
auf. Geht in die Küche. Alle hören Fritz
zu. Der Fritz ist Autorität, weil er bald
stirbt. Er hustet wieder. Der Atta Montag
reicht ihm sein Taschentuch. Er hustet
hinein. Guckt, ob der Auswurf blutig ist.
Frau Kamphausen bringt das Holzbrett
mit Glocke. Stullen unter einer Glasglocke.
Stellt sie auf den Tisch.
-Lasst es euch schmecken.
Sie wischt ihrem Mann mit dem
Taschentuch den Schweiß von der Stirn.
Sie verzieht dabei die Mundwinkel nach
unten. Ihr fehlen Zähne. Ein silberner
Schneidezahn ragt aus dem Mund heraus.
War mal eine Schönheit, sagen die Leute.
Unter der Glocke ist eine Schale mit
Butter und Harzer Handkäse.
Der Geruch füllt den Raum. Hänschen
stinkt nicht mehr. Die Sportübertragung ist
zu Ende. Herr Kamphausen greift neben
sich und dreht an dem Senderknopf des
Radios. Jemand singt:
-Max, wenn du den Tango tanzt,
dann sieht man, was du kannst.

412

-Ihr mit eurem Gequassel. Das Spiel ist aus.
Und keiner weiß wer gewonnen hat.
-Hören wir gleich in der Zusammenfassung,
-Schönen Abend. Ich geh zu meiner
neuen Perle.
Der Meckerer steht auf. Geht. Er ist neu in
der Runde. Er passt nicht dazu. Er trägt Salz
und Pfeffer-Knickerbocker.
-Wat is dat für‘n Macker?
-Arbeitet in der Kokerei. Zahlt 150 Mark für
Schlafen und Essen. Das Zimmer oben.
Da kann man nicht meckern.
Echte Kohle ohne Maloche.
Das Thema trag ich der Meinigen vor.
Nicht einfach einen zu finden.
Rede mal mit dem Fred von der Gewerkschaft.
Der kennt sich mit sowat aus.

413

Auf dem Hausflur ist die Stimme von

Frau Kamphausen zu hören. Eine Frau sagt:

-Das kann er doch nicht machen. Er kann mich

doch nicht einfach warten lassen.

-Was ich Ihnen sage, er ist nicht da. Er war da.

-Aber sein Motorroller steht doch draußen.

-Was weiß ich, wo er ist.

Zu hören ist, dass die Frau zu weinen

begonnen hat:

-Ich will zu ihm.

-Aber wenn er sie nicht mehr will.

Ich höre Geklapper von Stöckelschuhen.

Die Haustür schlägt zu. Der junge Mann

kommt in das Zimmer zurück.
Geht zu dem Tisch, belegt sich eine Stulle
mit Harzer Käse, beißt hinein. Geht mit
der Käseschnitte in der Hand
aus dem Zimmer.

414

Der WeiSSe erzählt:
Sommer 1945 bin ich im Kinderheim
zur Erholung. Auf einer Nordseeinsel.
Veranlasst durch die Internationale der
WeiSSen. Zusammen mit englischen
Kindern aus Soldatenfamilien.
Ärzte und eine freundliche Frau
kümmern sich um mich.
Eine Frau nenne ich Mutti. Sie ist meine
Sozialmutter. Läuft herum. Arbeitet.
Sie ist WeiSSe. Trägt Kleidung, die ich
nicht kenne. Gesprochen wird englisch
und deutsch. Gardinen im Wind.
Geräusche, Berührungen, die mich
nicht verletzen.
Stechen. Schneiden. Bestrahlen.
Ich höre Wörter. Lerne. Zwei Sprachen,
die mich zählen und messen. Bewerten.
Ich verstehe die Zusammenhänge nicht.
Ich spreche anders. Weder wie die
Fremden, noch wie meine Sozialmutter.
Ihr Spitzname ist Mutti. Bis heute.

415

Ich lerne die Sprache der Sozialmutter

zuerst, weil sie mir nah ist. Umgeben von

gut riechenden Schwestern fühle ich mich

gut. Mittelpunkt zu sein, ist wunderbar.

Frische Wäsche. Hände, die streicheln.

Schokolade. Dosenmilch. Glück.

Dann Frischmilch. Ich kotze. Geruch

von Milch und Schwangeren ertrage ich

nicht. Ich lerne, es gibt nicht nur mich.

Im Zimmer sind andere Kinder, die mich

mögen. Ich schließe meine Augen.

Schließe mich aus. Entferne mich.

416

An mich und andere sende ich Texte und

Arbeiten. Mein www.agoverlag.de gibt sie

heraus. Mein geistiges Eigentum schütze

ich im DCRB. Deutsches Copyright Buch.

Ein Register, das von der Zeit überholt

ist. Menschen der Zukunft sind ohne

Absicht. Intelligenz der Neuen kennt

keinen Rechteschutz. Bis es soweit ist,

bediene ich mich meiner Einrichtungen.

Was ich gesendet habe, wird im >Q>

zu Mime im Mimemare. Die Mime finden

andere, denen sie für Neues nützlich sind.

Sagt jemand, er ist Autor oder Künstler,

belegt er es dadurch, dass er mir sein

Rechtebuch zeigt. Hat er es nicht, ist er

nicht, was er vorgibt. Künstlert er.

Bestenfalls. Sagt er, ich soll auf die

Wand oder in das Regal sehen.
Ist dort seine Kunst, hat er nichts
verstanden. Auf was er zeigt, sind
Spiegelungen, die Vormenschen als
Kunst wahrnehmen. Tatsächlich sind
es Dinge. Flüchtig und wertfrei. Ohne
Jetzt. Werte von gestern. Attraktiv
oder langweilig. Unterhaltung. Handelsware.
>
Erzähler: Didi Senf: 417-424
>
417
Meine Sendungen sind im <Q>
unter -35_10_26+ zu finden.
Meine llingua ist der Filter, um mich
vor der Spiegelwelt der Dinge und
ihren Reihen zu schützen. Mein
Data Tresor ist der Snikipeak. Der mir,
wie meine DNA, gehört. Was vorher
ist, ist anders. Oft meisterhaft. Schön wie
altägyptische Wandmalereien. Aber
Historie. Heute ist Neuzeit. Picasso
spricht intelligente Räume. Kubus.
Der Frauenakt von ihm, der vor mir liegt,
sind 2, die mit einander sprechen.
Vor 2000 Jahren schickte Gott
seinen Sohn, um das Wort Tod durch
das Wort Liebe zu ersetzen. Erst heute
sehe ich die Entwicklungen hieraus.
Die Todeskultur beendet sich.
Ihre Sprache ist verbraucht.
Der Urmensch erscheint am Horizont.
Ohne Zahl. Ohne Zeit.

418

Meine Gene werden zu Epigene. Zum

Beispiel in Spermien. Ausscheidungen.

Meine Mime bewirken Epimime.

Zum Beispiel in meiner Kunst. Verändert

jeden, der sie sieht. In seinen Reaktionen.

Ich habe 66 Jahre Mime anderer gesammelt.

Zugeordnet. Gesprochen. Heute sende und

veröffentliche ich die Ergebnisse. Ich weiß,

wie Reihen funktionieren. Da ich gestern

keine PR/Pr für meine Kunst gemacht habe,

genüge ich den Ansprüchen der Reiher nicht.

In ihren Spiegelungen existiere ich nicht.

Nehmen andere meine Vita Morgana und

Märchen wahr, bin ich überrascht.

Freue mich.

Den apokalyptischen Reitern der Todeskultur

Kapitalismus, Fundamentalismus, Rassismus,

Egoismus, habe ich nicht gedient.

419

Ich habe keine Veranlagung, der
Todeskultur zu folgen. Zu lachen und zu
lieben, sind meine Begabungen. Die
Dummheit der Todeskultur ödet und widert
mich an. Die Traumata meiner Kindheit
bleiben. Nach 4 Jahren Selbstbetrachtungen
weiß ich, dass ich und die Beteiligten Teil der
Entwicklung sind. Das -1+ ist Natur.
Das Gute und das Böse der Todeskultur
ist Natur.

420

Ich habe Glück gehabt, dass mir WeiSSe

meine Augen als Kind und Präparat nicht

ausgestochen haben. Glück ist, dass ich

nicht kastriert wurde. Vor dem

Zusammenbruch des Reichs weitergeschickt

und verwertet wurde. Aus Unvermögen,

gegen ihren Plan, wurde ich so gewürfelt,

dass ich in den Reihen mühelos existiere.

Dazu im Raum meiner Intuition mein Sein

ganz empfinde. Für dieses Glück, danke

ich Gott. Nach 4 Jahren weiß ich, dass ich

in seinem Augenblick lebe. Ich spreche,

weil er mit mir spricht. llingua. Mit ihm zu

sprechen, schützt mich davor, gesprochen

zu werden. Mensch-Maschine zu sein.

Ich möchte niemandem Empfehlungen

für etwas geben. Weil ich wenig denke,

weiß ich wenig. Meine Intuition gehört

mir. Trotzdem gebe ich die Erfahrung

weiter, dass Gebete, das Gespräch mit

Gott, der sichere Weg ist, nicht gesprochen

und fremdbestimmt zu werden. Noch

etwas: Begegne ich dem Bösen, schließe

ich die Tür zu mir. Schließe es aus.

Mir hilft das.

Mittlerweile soll 1 von 1000 Personen

Mutant sein. Doktorkind. Artifizieller.

Ich bestehe auf mein Recht, meine Eltern

nicht kennen zu lernen. Glück meines

Lebens ist auch, meine Eltern nicht zu kennen.

421

Nachts am 30.10.12 stürmt Sandy über die

Ostküste der USA.

Versenkte den Dreimaster Bounty auf den

Grund des Atlantiks. Reißt den Anführer

der Meuterer, Fletcher Christian, dessen

Enkel Marlon Brando und den

Homo sapiens in die Tiefen des Ozeans.

Kaum hat sie das Meer verschlungen,

scheint die Sonne. Die Natur erholt sich

schnell. Der Vulkan meiner Nerven tobt.

Lava meiner llingua quillt aus meinem Mund.

Blutrot. Wort für Wort. Wirft seit 4 Jahren

Blasen heiSSer Schwätzer. ScheiSSe.

Um frische Luft zu atmen, stelle ich mich

in das Fenster und fliege. Meinen Klamotten

hinterher. Schwerelos.

Hasch 1 Tisch. Husch 1 Klavier.

Leichtes in die Tüte. Schweres aus dem

Fenster. Mich hinterher.

Je höher das Fenster, umso heftiger der

Knall. <P>art. <Q>art. TMonk sagt mir im

Eden Saloon:

-Baby, let the piano fly and jump.

Es ist Pit Casinos Klavier, was ich fliegen

lasse. Dem ich hinterherfliege. Für

meinen Abflug für immer gibt mir Pit ein

Bier aus. Ansonsten droht er mir mit Mord

und Totschlag, falls ich ihm kein neues

Klavier besorge. Kein Problem. Ich klaue

Wilmas Klavier. In das schon AH gepinkelt

hat. Der Multiplikator der Reihen JWvG

rät mir:

-Fremder Mann, verlass‘ das Land.

Ich antworte dem Dichter der Reihen:
-Ich habe das Land nicht betreten.
Das macht es mir einfach, zu bleiben.

422

Mit Rimbaud habe ich die Folgen vor

Augen, die der Beruf des Sklavenhändlers

in Afrika mit sich bringt. MTschombe

erzählt in Ibiza, dass er Leuten, die

schwiegen, persönlich die Zunge und

die Ohren abgeschnitten hat. Wie er betont,

sprach sich das herum.
Denn plötzlich redeten alle Gefangenen.
Log einer, wurde ihm der Kopf
abgeschnitten. Gekochte Köpfe von
Affen und Menschen sind im Kongo und
in der Zentralafrikanischen Republik
eine Delikatesse. Kaiser Bokassa
ernährt sich bevorzugt von
Menschenfleisch. MTschombe
versicherte mir, dass er die Köpfe seiner
Feinde ins Gefrierfach legt, um sie bei
Bedarf für seine Voodoo-Magie zu nutzen.
Wie wir Menschen eben sind. Zu gerne
wüsste ich, ob er in seinem geklautem
Passagierjet, der auf Ibiza steht,
in der Kühltruhe ein paar
Feinde eingefroren hat. Der Kommandant
der Legion Condor brachte mich drauf.
Machte mir klar, dass die Unterschiede
zu den Lagerpraktiken seiner Leute ein
paar Jahre zuvor minimal sind.
Mal abgesehen von den Massen,
die industriell vernichtet wurden. Mit
deutscher Gründlichkeit.
In 40 000 Lagern des 3. Reichs.
Der Weiterverwertung der Toten.
Zum Beispiel zu Lampenschirmen aus
Menschenhaut. Präparate, wie ich, werden
geschlachtet, um Verjüngungsmittel und
Kosmetika herzustellen. Wie sagt der WeiSSe
aus der Legion Condor stolz: Da war
was los. Das kesselte. Den Duce
haute ich persönlich raus.

423

Freund Rimbaud. Ex-Sklavenhändler.

Amputiert. Einbeinig. In der Scheiße von

Dschibuti. Niemals mit mir Rimbaud.

Nicht mit mir. Beinverlust macht Frust.

Schluss mit Tanz und Lust. Hühnerknochen

als Beinprothese will ich nicht. Und in

Dschibuti schon mal gar nicht. Adios.

Sicher bin ich nicht so blöd wie du und

lasse mich als Poeta laureatus

von Vormenschen zum Deppen machen.

424

Ich fühle mich jetzt.
Gestern oder morgen kenne ich nicht.
Märchen. Ich bin nicht fähig, mich
außerhalb meines Jetzt einzuordnen.
Bin ich ehrlich, ist mir völlig egal, was
geschehen ist. Oder sein wird.
Vergangenheit und Zukunft gibt es nicht.
Für mich. Wie es andere sehen,
geht mich nichts an.
Ich bin. Ganz. Mein Körper ist Spiegelung.
Teil davon. Ich lebe als Gast in meinem
Körper. Endet er, verändert es sich für mich.
Im <Q> finde ich Hinweise, was kommt.
Wie es ist, ist es gut für mich.
Gott beschützt mich.
>
Erzähler: Domino Solido: 425-432
>
425

Das Internet zerstört meine und deine

Umgangssprache.

Hinterlässt Worthüllen. Ohne Inhalt.

Bewirkt Demenz. Schwachsinn.

Sinnloses Plappern der Gesprochenen.

Ist die Sprache verbraucht, ist es das

Internet ebenso. Ohne Sprache, die

Entwicklungen und Inhalte formuliert,

gibt es kein Internet. Stillstand ist

das Ende von Kommunikation.

So entledigt sich das Internet selbst.

Mich betrifft es aktuell nicht.

Ich besitze llingua. Meine eigene

Sprache, die IT Netzwerke der

Gesprochenen als Code benutzt.
llingua ist Rohstoff. Kostbar.
Sprache des Raumes. Des <Q>.
Dialoge mit Kernen. Einsicht in das
Ganze. Der Wert von llingua ist
unermesslich.
The next big thing is llingua.
Derivate der llingua sind Data Tresore.
Gefühlsdateien. Etc.. Für Beteiligte.

426

Max de Man gründet Scyland
am 4. Dezember nachts um 2 Uhr
1958 in Paris auf der Pont Neuf.
Beteiligte sind Surrealisten, Aktionisten,
Existentialisten, Situationisten.
Sie singen ihrem Ahnherrn
Daedalus eine Opera.
Art Blakey trommelt dazu.
FELS – das Scyland Manifest wird
vorgetragen:
FELS –
Fraternité, Egalité, Liberté, Solidarité.
SCULPTURE SOCIAL.
Nicht zu verwechseln mit der
sozialen Skulptur FJB,
Kulturunternehmer aus Düsseldorf.
FELS ist in Bausand geschrieben,
den ich auf einem Küchenblech trage.
Das Manifest wird
in die Seine geschüttet,
damit es von Strömungen getragen
über Le Havre
in 50 Jahren den Kontinent
Oceania erreicht. Vanuatu.

427
Der Anrufer sagt, dass ich lebe,
verdanke ich dem Zusammenbruch.
Gemacht für Grundlagenforschungen,
Germanen zu züchten, die die Welt
beherrschen.
Die Präparate werden für 3 Lebensjahre
gemacht. Danach verwertet.
Präparate, die diese Experimente
überleben, sind nicht geplant.

428

Mein 1. Lebensraum ist die Gebärmutter

einer Braunen Frau. Ich kenne sie nicht.

Sie kennt mich nicht. Gut so.

Ich bin Proband. Sklave. Tagsüber

im Labor. Nachts in einem Heim.

Mit anderen Präparaten.
Meine Sozialmutter: 1 Braune Frau,
die ich Mutti nenne.
Ich bin Eigentum des Labors.
Missbraucht arbeite ich für die
Volksgemeinschaft. Als Embryo und Kind.
Bis ins 4. Lebensjahr.

429

Der Sieg der Alliierten, Wirren des

Zusammenbruchs und meine Ziehmutter

retten mich. September 1945 erwache ich

aus meinem Kind-Koma. Sprachlos.

Betäubt. Süchtig. Mutiert. Gewürfelt.

Zufällig entwickle ich mich nicht zum

Herrenmenschen, sondern zum

Gegenentwurf. Frei. Selbst. Das

3. Lebensjahr überlebe ich, weil die

Alliierten den Krieg gewinnen. Mich

befreien. Die Sozialmutter zieht mich auf.
Unter Kontrolle der WeiSSen befinde ich
mich bis 1958.

430

Ich empfinde. Jetzt. Sonst nichts.
Gestern oder morgen kenne ich nicht.
Erfinde ich. Märchen. Ich bin nicht fähig
mich außerhalb meines Jetzt einzuordnen.
Was ich in die Gesellschaft einordne
ist mein Körper.
Mir ist egal, was war, was sein wird.
Vergangenheit und Zukunft gibt
es nicht. Für mich. Andere sind anders.
Ich bin außen. Ich pflege und nutze
meinen Körper. Innen. Wohne in ihm.
Wie es ist, ist es gut für mich.

431

Die Blogs des „GG“ German Golem

sind im Handy Format A7 geschrieben.

Als eBook werden sie

im Seitenformat A5 gesendet und

als Druckausgabe herausgegeben.

Die 128 erzählen die GG Blogs täglich.

Bis die Märchen aufgeschrieben sind.

Manchmal erzählen mehrere der 128

dasselbe Märchen. Was natürlich ist.

Denn der Kopf, in dem die Märchen

Geschehen, gehört 1 Person. Max de Man.

eWriter und tecAutor arbeiten am „GG“.
Öffentlich im Internet. Sie schützen
durch laufenden Gebrauch die Rechte
des „GG“.
Als <Q>book erscheint die
German Golem Buch Skulptur.
64 Unikate. Hand made.

432

Meine Kunst bildet nicht ab.
Beschreibt nicht. Schreibt nicht ab.

Ich halte die Vorlagen fest, die mich

finden. Ich stelle Voraussetzungen

her, um mit ihnen zu sprechen.

Die Dialoge sind meine llingua.

Spricht jemand mit dem, was er sieht,

antwortet meine Arbeit. Macht er es

nicht, antwortet sie nicht.
Im Gegensatz zu Armin T. Wegner
und Karl Günther Hufnagel sehe ich
nicht genau hin. Sehe ich genau hin,
wird es unscharf. Also sehe ich präzise
weg. Genau sehe ich nur, was ich
träume. Rätselhaft, warum
Kunstliebhaber nicht die Wand
anspucken, um 1 Kunstwerk zu
machen. Ihre Spucke ist DNA ART.
Sache im <Q>. Sendezeit
14 Milliarden Jahre. Kostenfrei.
Wem das zu wenig ist, dem
mache ich daraus 1 Sculpture
social. Preis: 80 000 Euro.
Anruf genügt. Ich komme.
>
Erzählerin: Adolfa Hyena: 433-440
>
433

Die Neuen, die Urmenschen am
Horizont, sprechen die Sprache
der Kerne. Empfinden und
senden sich.
Wie Vormenschen sich von Ding zu
Ding, Ort zu Ort, zu bewegen
langweilet sie.
Der Urmensch ist ganz.
Im Augenblick Gottes.
Der Gottessohn als Mensch
gibt Zeugnis davon.

434

Das Time Magazin zeigt in einer
Ausgabe als Titel 1 älteres Kind, das

sich in die Brust seiner Mutter verbeißt.

Muttermilch mit Mutterblut lutscht.

Für Nichtsäuger wie mich tut es gut,

zu sehen, dass es durchaus Vorteile hat,

keiner Mutter ausgesetzt gewesen zu sein.

435

Jährlich werden allein in Deutschland

mehr als 20 000 Kinder künstlich gemacht.

Ich nehme an, dass sie durch die

künstliche Zeugung so veranlagt werden,

dass sie Fremde in der Gesellschaft sind.

Ich vermute, WeiSSe würfeln die Kerne

des Lebens, ohne ihre Sprache zu sprechen.

Die Würfler als Teil der Natur können nicht

unnatürlich sein. Handeln natürlich.

Ob gut oder böse. Andererseits beeinflussen

sie Vorgänge in den Erbanlagen eines

Menschen so, dass der ungewollt Mutierte

sich als seinen Feind betrachtet. Wehrt er

sich, wendet sich seine Veranlagung gegen

andere. Sozialdemenz. Amok. Wahn.

436

Es vergeht kein Tag, an dem ein an seinem

Schicksal Unschuldiger gegen sich selbst

vorgeht. Bei zukünftig 8 Milliarden sind

Millionen mutiert. Der Grund ist Profitgier

und Dummheit der Hersteller.

437

Unzweifelhaft ist, dass die Entwicklung des

Menschen durch Mutationen geschehen.
Wie es ist, will es die Natur.
Möchten natürliche oder
künstliche Mutanten über sich sprechen,
ist der www.agoverlag.de,
seine www.scyland.com Forum dazu.

438

Post to the Sand Writers of Vanuatu.
Dear Mister Godin,
the Max de Man Network founded
on 24 NOV 1958
the „Social Sculpture“,
Scyland of Oceania at night in Paris
at the Bridge Pont Neuf.

439

The founders have written
the Manifest of Scyland
and threw the Paper
in the river Seine
to bring the message
to Oceania within 50 years.
24 NOV 2008 opened the
Max de Man Network. The
SocialWebSculpture Scyland.

440

APR 09 we found a message

from the Sand Writer of Vanuatu

and your work in the Bavarian

Newspaper AZ/Abendzeitung.

A tourist told us that our

Scyland Manifest

arrived Vanuatu. After 50 Years.

Mister Godwin, would you please be

so kind and send us information.

>
Erzählerin: Mamma Granata: 441-448

>

441

Portrait of Max de Man:
As a child I first did
Sand Picture Writings.
Since 1970 I do Sand Writing
On Lanzarote/Canarias-Spain
together with inhabitants there.
We write Fire Poems
in the Ash of Vulcanos and
<Q>Poetry in the
waves of the Atlantic Ocean.
We want to contact
and publish Sand Writer of Vanuatu.
Please send us information.
Sincerely Yours,
Max de Man

442

Adam schläft. Eva hat nichts zu tun.

Aus Langeweile betrachtet sie die

Finger ihrer rechten Hand. Es sind

zweimal 2 Finger und 1 Finger.
Daumen. Zusatz. Sie denkt nach.
Wofür ist 1 Finger zusätzlich gut.
In einer Welt von Paaren.
Was geschieht, denkt sie, wenn meine
Hand 1 Finger weniger hat.
Meine Hände 4 Finger statt 5 Finger
haben. Das Daumenpaar fehlt.
Sie können weniger greifen.
Weniger arbeiten. Adam und ich sind 2.
Paar. 2 Finger sind Paar. 2 ist Paar.
Gerade Zahlen sind Paare.
Doch im Baum der Erkenntnis hängen
nicht 2 Früchte, sondern 1 Apfel.
Schaukelt und glänzt verführerisch.
Lacht sie an.

443

-Pflücke mich, sagt der Apfel.
Er flüstert beschwörend:
-Ich bin die 1. Pflücke mich. Esse mich.
Esse das Wissen der 1.
Eva sagt:
-Überall ist Symmetrie.
Die Harmonie von Paaren.
Der Apfel antwortet leise:
-Aber ich bin ebenso da. Ich, die 1.
Das Unpaar. Die Disharmonie.
Das Aufregende. Das Verbotene.
Die Asymmetrie. Berichte Gott über
deinen Mut, Verbotenes zu tun.
Mich zu essen. Dein Experiment
freut ihn sicher.
Um sich von der Versuchung
abzulenken, blickt sie vom Apfel auf
ihre Daumen. Sie erkennt, 1 Daumen
und 1 Daumen ist ebenso 1 Paar.
2 Ungerade ergeben 1 Paar. Erstmals
misst und zählt sie. Sie weiß etwas.

444

Der Allmächtige, ihr Schöpfer
hat strengstens verboten, den Apfel

vom Baum der Erkenntnis zu

pflücken. Wer ihn pflückt und isst,

isst das Böse. Wird aus dem Paradies

gejagt. Aus dem Garten der Harmonie

und des Glücks für immer verbannt.

Sie blickt auf Adam. Er schläft. Weit

und breit niemand, der sie sieht.

Springt auf. Pflückt den Apfel. Beißt

hinein. Schluckt Teile des Apfels herunter.

Fühlt sich als Fremde in ihrem Körper.

Im Teich vor sich spiegelt sie sich.

Erstmals nimmt sie sich wahr. Geht sie

vom Teich weg, verschwindet ihr Spiegelbild.

Sie weiß, ihre Erscheinung ist flüchtig.

Sie ist Homo sapiens geworden.

Sie spricht das Wort Tod aus. Das Wort

wird sie nie mehr verlassen. Da sie sich

durch den Tod endlich sieht, beginnt

sie zu messen und zu zählen. Sie denkt.
Sie erfindet -1+.

445

Der Himmel öffnet sich.
Der Allmächtige erscheint. Vor Schreck

und Angst gibt sie den Rest

des Apfels Adam, der aufgewacht ist.
Der beißt gierig in den Apfelrest und

schluckt ihn.

Der Allmächtige sagt zornig:
-Hinaus mit euch aus dem Paradies. Ihr
habt den Tod gegessen. Das Wort Tod ist
in euch. Das Böse. Nehmt es mit. Den
Fluch der 1 und das Wort Tod. Sie werden
euch bestimmen. Sprechen. Versklaven.
Gesprochene seid ihr und eure
Nachkommen. Mühselig und beladen.
Bis mein Sohn euch erlöst
ist eure Sprache und euer Handeln
der Tod.
Das Paradies schließt sich.
Adam und Eva sitzen als Gesprochene
in Reihen der Reiher vor Computern.
Arbeiten. Fremdbestimmt.
In der Ebene des Todes.
446

Bis 1945 war ich
dazu bestimmt, Präparat der Reihen zu
sein. Gemessen. Gezählt. Zerschnitten.
Verstrahlt. Bis ins 4. Lebensjahr
betäubt, Koma. Missbraucht.
Wie andere Präparate auch. Als
Entwicklung der Natur, um die Menschen
vom Vormenschen, der sich
Homo sapiens nennt, zu befreien.
Als Mutant bin ich auf dem Weg zum
Urmenschen. Bewusst. Stolz.

447

Ich saufe 50 Jahre lang,
um Denken zu verhindern. Um
Gehirnregionen auszuschalten,
die messen und zählen.
Nach Auskunft des Arztes zeigen
meine Röntgenbilder
13 Mini-Gehirninfarkte. Der nächste
Vollrausch kann tödlich sein.

448

Ich spreche mit meinem Gehirn:
-Bruder Gehirn, keine Panik.
Ab jetzt ist mit der Trinkerei Schluss.
Schalte meine Sucht aus. Ich kann das.
Habe ich gelernt als Präparat.
Als Koma-Kind. Mein Körper benötigt
1 Jahr, um von der Nüchternheit nicht
mehr ohnmächtig zu werden. Habe
Schlafanfälle. Auf der Straße. Während
ich gehe. Lebe komplett anders.
Atme, esse, liebe, spreche neu.
Keine Geschichten mehr.
Gehe ich vorher um 5 Uhr ins Bett,
stehe ich jetzt um 5 Uhr auf.
Alles? Alles! Mit Gott.

>
Erzähler: Dassel Luna: 449-456
>
449

Das GG:eBook veröffentlicht
128 Geschichten verschiedener
Märchenerzähler im Kopf des
Autors Max de Man.

450

Geht das Trinkgeld aus, hole ich
von verschiedenen Gießereien
einen Passanten ab. Bringe ihn
in einer Brottüte zum Händler.
Geld holen, um Erfrischungen zu
kaufen. Die Ehefrau im 1. Stock weiß,
dass ich einer der Kuriere
für Weltkunst aus Gipsstaub
und Klimpergeld für Vollräusche bin.

451

Betrunken gründe ich
Scyland of Oceania.
SCY HIGH als Kürzel dafür.
SCY ist Kürzel von SoCietY.
Ein amerikanischer Trinkerfreund
im Cafe Danton hat mich darauf
gebracht. Scyland, mein Kontinent
der Urmenschen der Zukunft.
Wie ich sie als Passanten und Katzen
in meiner Brottüte habe. Abkommen
des Homo sapiens. Des Vormenschen.
Scyland ist in der Tiefe der Südsee.
Mein Traumland der Gesichter, die auf
den Osterinseln auf mich warten.

452

Das Absurde formt mich absurd. Das

Schiefe ist wahr. Das Gerade ist

Spiegelung. Flüchtig. Ding.

Ich bin Teil der Opera des Tachismus.

JoB, 1 ProfeSSor aus Düsseldorf,

der in Paris herumläuft, sagt:

-Der Tachismus ist unmoralisch.

Dem Magier, Surrealisten,

Revolutionär und Arzt AB, habe ich

meine Empfindungen erzählt.

Meine Verfolgung. Meine Flucht.
Er rät mir, 50 Jahre zu schweigen.
Er lebt im Exil in London,
weil er spricht. Ist er in Paris, ist
er auf der Flucht.
Versteckt sich im Gipsstaub des
Ateliers zwischen Passanten.
Charles, der Lange, verfolgt ihn.
Ich schreibe das „Max de Man Manifest“
mit der Tinte meiner Augen.

453

Bingo Binero, das Spencer Jacket,

steuert auf seinen roten Ferrari zu.

Er zeigte über den Kirchplatz in

Pullach auf einen Neubau:

-Mein Auto, meine Firma, mein Haus.

Wir treffen uns im Biergarten

nebenan. In 5 Minuten. Ich muss den
Wagen woanders parken.

Er sieht aus wie ein Studienabbrecher.
Ohne Bedenken. Korrupt.
Muttis Liebster. Gefährlich. Für sich.
Für andere. Schmutziger Geldschein,
der lebt.

454

Der Banker, der mich begleitet, strahlt.

Er riecht Profit. Der Kontakt, den ich

vermittle, ist aussichtsreich. Wir gehen

in den Biergarten. Blick ins Isartal.

Setzen uns an einen leeren Tisch.

Abseits. Das Gespräch wird laut und

aufdringlich sein.

Während wir auf die Getränke warten,

erzählt der Banker von seiner Tochter.

Er nennt sie Karrierefrau. Powerfrau.

Stolz. Er weiß nicht, dass ich sie flüchtig

kenne. Tatsächlich. Von der Piste. Typ

2x Agenturtasche links.

Sixpack Rotwein rechts im Gucci-Sack.

Packung Valium und Asperin in der

Manteltasche. Vulva als Faust sucht

Penis als Stricknadel. Weit Offen. Leer.
Für Nemos wie uns. Besitzt das Talent
andere unglücklich zu machen.

455

Bingo, die Spencer Jacke, kenne ich

als Rocksänger einer Studentenband.

Viel Talent. Sang Stagger Lee. Toll.
Der Banker ist Makler von Helfergeschäften.
Für die beiden bin ich der Mixer.
Der Zauberer. Der Dreckpfützen
zu Nachrichten, Gier und Raff machte.
Manchmal. Formsache.

456

Bingo reißt mich aus meinen Gedanken.

-Die Unterlagen. Für einen Auftritt mit

Schlips und Kragen. Sie lesen sich das

in aller Ruhe durch. Die Fernsehdeals,

die wir mitbringen, stehen. Solange

Fernsehgebühren bezahlt werden,

sichere Einnahmen. Doch den Profit

machen wir vorher.

Er zeigt auf den Banker:
-Sie bringen uns an die Börse.
Er zeigt auf mich:
-Und Sie machen die PR.
Öffentlichkeitsarbeit. Können wir
uns morgen zur gleichen Zeit in meiner
Firma sehen, um den Deal abzuklären?
Ich muss zurück in die Firma.
>
Erzählerin: Mona Zombi: 457-464
>

457

Im Weggehen:
„Zwei Anleger wollen einen Sack Geld
loswerden. Tut mir leid. Essen Sie auf
meine Kosten zu Mittag. Der Wirt weiß
Bescheid. Bis morgen.“
Weg war er.
In der Form war er gut für 500 Millionen
Mark in 2 Jahren.
Und einen Haufen Jahre Knast.

458

Hinweise der Fremdheit von Mutanten

werden von anderen als Behinderung

und Krankheit verstanden. Sind sie

auffällig, verschwinden Mutanten in

Krankenhäusern und Gefängnissen.
Ich bin Mutant. Stolz darauf, anders
zu sein. Der sich begreift und
spricht. In der llingua meiner
Empfindungen.
Ich berichte darüber. Frankensteiner.
Unter den Vormenschen bin ich
Fremder. Misshandelt. Diskriminiert.
Hilflos so lange ich nicht wusste, warum
ich bin, wie ich bin. Ungefragt.
Als ich begriff, wer mir was
zugefügt hatte, verließ mich die Person
die ich bis dahin gewesen war.
Max de Man. Er veröffentlicht als
German Golem die Märchen meines
Lebens.

459

Gründe Scyland für mich und andere
Mutanten. Ohne Zuspruch anderer
Mutanten. Unfähig, sich zu begreifen,
weil sie die Person nicht finden können
die sie sind. Artifizielle blicken in den
Spiegel und das Spiegelbild bleibt leer.
Der, den sie sehen, sind sie nicht.
Wissen sie es, werden sie zumeist krank.
Ich bin gesund. Max de Man schreibt
über das, was die 128 Märchenerzähler
meines Kopfes berichten.
Was ich lebe. Wie mein Leben ist.
Der Sinn meines Lebens, ist, darüber zu
sprechen. Ansonsten weiß ich wenig,
weil ich nicht messe und zähle. Ich
erzähle. Alles? Alles!

460

Ich projiziere Formate meiner llingua

in das <Q>. Raum: -35_10_26+ .

Als Mime sind sie Teil des Ganzen.

Den „GG“ des Max de Man veröffentliche

ich im Internet. Arbeite daran in

der Öffentlichkeit des Internets. Täglich.

Da das Internet das Datum der

Sendung nicht vergisst, schütze ich so

meine Arbeit vor Missbrauch und Diebstahl.

Datiert in meinem DCRB
-Deutsches Copyright Buch –

macht öffentlich, dass ich der Besitzer der

Sendungen bin. Datierte Wortmarken

hinterlege ich vorher bei DPMA
-Deutsches Patent- und Markenamt.

461

Zeigt mir jemand, dass er vor mir

veröffentlicht hat, lösche ich meine Arbeit

sofort. Habe ich zuerst publiziert, hat der

andere unverzüglich seine Arbeit zu

löschen oder meine Rechte abzukaufen.
Macht er es nicht, betrügt und bestiehlt
er mich. Gerichte sorgen dafür, dass ich
Recht bekomme. Die Wortmarke IGeL
hinterlegte ich in verschiedenen
Verbindungen bei DPMA vom
24.03.2004 an. Seither bestiehlt mich
die Allgemeinheit.

462

Ich gebrauche und veröffentliche
meine Wortmarken im DCRB laufend. Mein
geistiges Eigentum wird laufend von anderen
gestohlen. Der Grund: Profit. Dummheit.
Verachtung ist meine Antwort.
Gehe ich gegen jeden Missbrauch vor, bin ich
damit auf Dauer beschäftigt. Meine Erfahrung
ist, dass mein Zeitverlust durch Klageerhebungen
so groß ist, dass es für mich wirtschaftlicher ist,
Neues zu entwickeln. Und wie beschrieben,
zu schützen. Mir Wichtiges begrabe ich in
meinem
www.ddatacode.de und
in meiner www.llingua.de im Snikipeak.
Für Gesprochene und Bineros nicht
zu missbrauchen. Stelle ich mir vor, unsere
Sprachen werden morgen von 20 Milliarden
benutzt, weiß ich, dass Umgangssprachen
täglich wertloser werden.

463

Zukünftige Menschen unterscheiden sich in

Sprechende und Gesprochene. Ich besitze

meine llingua. Ich spreche. Sicher ist, dass

Mittel der Gesprochenen wie Geld kein

Wert sind, um den Rohstoff Sprache zu

tauschen, zu kaufen. Mein Vorbild

Muhammad Ali sagt:

-Ich habe die Freiheit, das zu tun, was ich

möchte. Ich antworte:
-Ich habe die Freiheit zu sprechen,
was ich möchte.

King, der Königssohn aus Afrika, sagt mir:
-Sprechen heißt, nicht gesprochen werden.
-Richtig. Afrika, ich komme.

464

Ich war 50 Jahre betrunken.
Warum, habe ich nicht gefragt.
Es hat Spaß gemacht. Das
Elend des Alkoholikers kenne
ich nicht. Ich trank, um
als Fremder unter Fremden
möglichst mühelos in der
Volksgemeinschaft leben zu
können. Warum ich anders bin,
habe ich mich nie gefragt.
Ich fasse mich als Skulptur auf,
deren Sinn es ist, von mir
als Illumination gelebt zu werden.
Bohemien. Gesamtkunstwerk.
>
Erzählerin: Sauna Rumm: 465-472

>

465

Der Anruf 2008, der mir
eröffnete, dass ich nicht der bin,
der ich dachte, zu sein,
kippte meinen Lebensplan.
Das Wissen, ich bin nicht ich,
stellt mich vom Kopf auf die Füße.
Seither trinke ich nicht mehr. Ging
ich zuvor um 6 Uhr morgens schlafen,
arbeite ich jetzt ab 6 Uhr morgens.
Ich rauche nicht mehr.
Ernähre mich vegetarisch.
Ich höre mit meinem alten
Lebenswandel ohne Mühe auf.
Mein Körper rebelliert. 1 Jahr
lang verfolgen mich plötzliche
Ohnmachten. Schlafanfälle.
Wie ich vorher war, ließ mich
schweben und fliegen. Träumen.
Heute betrachte ich mich.
Plane mich. Arbeite. Was ich
zuvor geträumt habe, empfinde ich.
Mir wird Charakterstärke, Wille und
Leistung unterstellt. Blödsinn.
Stimmt nicht. Ich mache
lediglich, was mich findet.
Mich anspricht, gemacht zu werden.
Wenn ich sage, ich habe mit 66
Jahren angefangen zu arbeiten,
stimmt das. Zuvor habe
ich gespielt. Erfolgreich. Insofern ich
ohne Verpflichtungen und Stress gut
lebe. Homo ludens.
Tatsache ist, solange ich nicht arbeitete
hatte ich keine Geldprobleme.
Seit ich arbeite, habe ich Geldprobleme.

466

Ich erfahre mit 66 Jahren, ich bin nicht ich.

Lebe ich vorher im Nebel, lebe ich heute

im Märchen.

Ich bin am 24.12.1941 von WeiSSen

in einem Fruchtbarkeitslabor gemacht worden.

Als Embryo zum Präparat gewürfelt worden.

Für Menschenversuche.

Blut- und Strahlenbehandlungen.

Elektro- und Magnetbehandlungen

ins Blaue meines Gehirns, weil die WeiSSen,

die mich misshandeln, keine Ahnung haben.

467

Am 23.9.1942 werde ich in der Teplitz Bucht

geboren. Tiefgefroren. Entbunden von einer

Fremden. Bis Mai 1945 werde ich als

Menschenmaterial missbraucht.

Bis zum 16. Lebensjahr stehe ich unter

Kontrolle von WeiSSen. Durch die Braune

Frau, die mich betreut. Mutti nenne ich sie.

Meine Ziehmutter ist sie. Weiß ich heute.

Gemessen und gezählt von WeiSsen,

die mich auch als Embryo misshandelten.
AH Braunauer verschwand im Müllhaufen
der Vormenschen. Die ihn ermöglichten,
blieben. Machten weiter. Geschützt durch
die Internationale der WeiSSen.

468

Ich danke diesen Vormenschen,
dass sie mich würfelten, wie ich bin.
Mich von ihnen und ihrer
Volksgemeinschaft unterscheide.
Ich überlebe, weil meine Ziehmutter es
will. Auch durch Zufall. Glück.
Ich bin stark und ganz. Gott will es.
Ich brenne. Verbrenne die Federn meines
Traumvogels, um in ihrem Rauch zu
schweben. Lasse meine Nerven singen.

469

Um sich vor der Vermehrung des

Menschen zu schützen, macht die Natur

ihn impotent. Zum Beispiel durch

Mikro-Plastikpartikel in Lebensmitteln.

Oder durch Bio Chip Sender und Empfänger,

die Menschen fremd bestimmen.

Mensch Maschinen. Maschinen Menschen.

Die Natur wird ihnen zukünftig den Zugang

zum Raum der Empfindungen schenken.

Wie auch immer, ihr Körper funktioniert.

Geht es mit mir, geht es mit anderen auch.

470

Ursache der Umweltzerstörung ist das

Anwachsen der Erdbevölkerung auf

8 Milliarden. Morgen 16 Milliarden.

Städte mit 100 Millionen Menschen.

Ohne Licht, Luft, Nahrung, Sprache.

Die Erdbevölkerung verbraucht

die Ressourcen der Erde. Frisst sie auf.

Die Natur will es.

Der Natur zu helfen, ist einfach:
Die Bevölkerungszahl zurück auf
3,2 Milliarden Menschen. Stand von 1960.
Tatsächlich will die Natur sich
des Homo sapiens entledigen.

471

Möglich ist, sie will einen zweiten Mars.

Die Entwicklungen der Gesprochenen,

der Menschen Maschinen, lassen vermuten,

dass in Zukunft ein Algorithmus

das Wachsen der Erdbevölkerung regelt.

472

Ich bin ohne soziale Bindung
aufgewachsen. Was ich Mutter nannte,
war meine Sozialmutter.
1 Braune Frau der Lagerleitung.
Mein Glück. Sie und Alliierte retteten
mich im Chaos des Zusammenbruchs.
Ich erfahre, meine Erbanlagen sind mutiert.
Von Ärzten und Wissenschaftlern.
WeiSSen. Im Namen des Volkes.
Vollstrecker der Menschenversuche
an mir. Proband. Mutant.
Manipuliert. Zufällig.
>
Erzähler: Daniel Singer: 473-480
>
473
Aus Unkenntnis der WeiSSen gewürfelt.
Als Material für Grundlagenforschungen,
um Arier industriell zu züchten.
Herrenrasse.
Während seiner Fronturlaube deckte
der SS Mann, der mich machte,
mehr als 300 Braune Frauen. Erfolgreich.
Die Gebärmütter waren Arierinnen.
Frauen der KZ Leitungen. Allesamt
Idealisten, Lebensreformer, Humanisten,
Verbrecher. Was ich erfahre, macht
mich zum Traum. Unwirklich.
Ich bin 128 Märchen ohne Vergangenheit.
Zukunft. Im <Q>. Meinem Zeitraum.
-35_10_26+. Gott will es.

474

Bis ins 4. Lebensjahr bin ich süchtig.

Ich entwöhne mich selber.

Ich nehme an, dass ich daher mit

Sucht umzugehen lerne.
Ich bin 50 Jahre betrunken. Warum
ich trinke, habe ich nicht gefragt.
Es hat Spaß gemacht. Das
Elend des Alkoholikers kenne
ich persönlich nicht. Ich trinke,
um als Fremder unter Fremden
möglichst mühelos leben zu
können. Warum ich anders bin
habe ich mich nie gefragt.
Ich fasse mich als Skulptur auf
deren Sinn es ist, als Illumination
gelebt zu werden. Bohemien.
Gesamtkunstwerk.

475

Der Anruf 2008, der mir klar macht,
ich bin nicht der, der ich dachte,
zu sein, kippt meinen Lebensplan.
Das Wissen, ich bin nicht ich,
stellt mich vom Kopf auf die Füße.
Der ich bin, will erkannt werden.
Merkmale hinterlassen.
Seither trinke ich nicht mehr. Gehe
ich zuvor um 6 Uhr morgens
schlafen, arbeite ich jetzt
ab 6 Uhr früh. Ich rauche nicht mehr.
Ernähre mich vegetarisch.
Ich höre mit meinem alten
Lebenswandel ohne Mühe auf.
Mein Körper rebelliert. 1 Jahr
lang verfolgen mich plötzliche
Ohnmachten. Schlafanfälle.
Vorher schwebe und fliege ich.
Träume. Heute betrachte ich mich.
Plane mich. Arbeite. Was ich
zuvor geträumt habe, empfinde ich.
Mir wird Charakterstärke, Wille und
Leistung unterstellt. Alles Blödsinn.
Stimmt nicht.

476

Ich mache lediglich, was mich bewegt.

Was mich dazu veranlasst, interessiert

mich nicht. Wenn ich sage, ich habe

mit 66 Jahren angefangen zu arbeiten,

stimmt das. Zuvor habe ich gespielt.

Homo ludens. Erfolgreich. Insofern

ich ohne Verpflichtungen und Stress gut

lebe. Tatsache ist, solange ich nicht

arbeite, habe ich keine Geldprobleme.

Seit ich arbeite, habe ich Geldprobleme.

2008 schalte ich meine Sucht wie Licht

aus. Dunkelheit. Plötzlich befinde ich

mich in einem Raum ohne Fenster.
Bindungen, die ich über 50 Jahre hatte
schalte ich mit dem Licht aus.
Statt Illuminationen finden mich
Empfindungen. Der Raum, in dem ich
bin, ist hell. Leuchtet. Ich sende mich.
Empfange Sendungen. Mime.

477

Als Kind und Präparat bin ich süchtig

gemacht worden. Um zu überleben,

lerne ich im Koma mich vor der Sucht zu

verstecken. Die Sucht auszugrenzen.

In meinen Körper. Bei meiner Befreiung

1945 bin ich abhängig von Medikamenten.

Durch den Entzug leide ich unter Krämpfen.

1946 bin ich clean. Was damals mit mir

passiert ist, habe ich vergessen.

Für immer. Um immun gegen Sucht

zu sein, habe ich mein Gefühl getötet.

Ursprung meiner Gefühlskälte.

478

Trotz des fünfzigjährigen Missbrauchs

von Alkohol und Zigaretten habe ich

keine Sucht oder Abhängigkeit im

Bewusstsein entwickelt. Während mein

Körper über 1 Jahr auf den Entzug mit

Ohnmachten reagiert. In meinem Leben

spielen Gefühle eine untergeordnete Rolle.

Ich fühle nur oberflächlich. Ich denke wie

ich esse. Bei Bedarf.

Dagegen empfinde ich ganz.

Seit ich nicht mehr trinke, erfinde ich

keine Geschichten mehr. Schade.
Was ich seither von mir gebe, sind
Blasen. Kein Vergleich mit meinen
Vita Morgana als Trinker.

479

Dafür arbeite ich kontinuierlich. Das war

vorher für mich nicht vorstellbar.

Der Anrufer schreibt mir einen Brief.

Ich recherchiere. Der Adressat existiert nicht.

Sinn ergibt, dass WeiSSe mich kontrollieren.

Sie versuchen mich zu steuern. Sie wissen,

dass ich sie durchschaue. In dem sie mir

sagen, dass ich nicht ich bin, drohen sie mir.
Ich habe verstanden.

480

Max de Man geht am 20.12.2012 weg.
In die Sonne. Zu den Sonnenmenschen.
Max de Man sagt:
-Ich bin ich. Ohne mich bin ich nicht.
Er verlässt verärgert die Reihen.
Seine Kunst wirkt zwischen Dingen weiter.
Künstlich. Den Abstieg zum Unterhalter
von Bineros erträgt er nicht. Dekorationen
für Gesprochene macht er nicht.
Er verachtet es zu künstlern.
>
Erzähler: Ahab Schwert: 481-488
>
481

Bineros haben sich angewöhnt
zu künstlern. Kunstdinge zu machen.
Ist die Geschichte des Kunstdings
plausibel und werbewirksam
filtern Kuratoren und Berichterstatter
Anspruch hinein. Und fertig ist der
Geldschein als Kunstwerk.
Der Klamauk begann im letzten
Jahrhundert. AndyW, der Sprecher
der Geldscheinkunst aus den USA, sagt
1968 in Düsseldorf zum Politartisten JB:
-Das Geschäft ist die Kunst.
JoB, der Deutsche, ergänzt ihn:
-Kunst ist politisch. Und dann:
-Jeder ist Künstler. Sicher ist,
die beiden sind keine Künstler. Geschäftsleute.
Sicher ist auch, alle sind alles. Nur keine
Künstler.
Max de Man will den Quatsch der Reihen
nicht mehr. Er fliegt in die Sonne. Mit ihm
seine 128 Märchenerzähler.
20.12 2012 um 20Uhr12.
482

Max de Man – Maximum of Man – nennt

sich 1958 in Paris die Gruppe von

Surrealisten und Aktionisten.

Ich gehöre dazu.

AB bezeichnet die Köpfe und Figuren

von AG als Abbildungen. Stimmt.

Derivate. Stimmt. Dinge und

Kunsthändlerware. Mit den Sachen,

die Surrealisten und Aktionisten machen,

haben die Gipsarbeiten nichts zu tun. Stimmt.

Allerdings mit dem Kitsch des Dali auch nicht.

AGs Skulpturen kommen aus einem

Gletscherfeld der Schweizer Berge. Und

gehören dahin zurück. AG betrinkt sich.

Er ist schwermütig. Voller Selbstzweifel.

483

Die Runde am Tisch betrinkt sich. AG, der die

Handelsware der Chats + Passants herstellt

und verkauft, bezahlt die Rechnung. Alle sind

happy. Wir haben das Armutsgelöbnis von AG

angenommen und abgelegt.

Solange AG das Geld hat, um die Rechnungen

von uns Säufern und Abstaubern zu bezahlen.

484

Seine Frau, die über den Handel mit seiner
Kunstware wacht, wie der Teufel über Seelen,
wohnt in einer Belle Etage über dem
Gipsstaubloch im Keller. AGs Atelier für
Weltkunstware. Um die Geldströme an seiner
Frau vorbei zu lenken, haben wir verschiedene
Gießereien beauftragt, AGs Skulpturen zu
gießen. Die Abwicklung geht zur Hälfte über
die Ehefrau. Zur anderen Hälfte über uns
in den Schuhkarton von AG, der unter
Gipsschutt versteckt ist.

485

Die Max de Man Network nennt sich
nach dem Soldatensender
American Forces Network.
Wir sind Neue. Nachfolger des
Homo sapiens, den wir als Vormenschen
empfinden. Wir beginnen die Sprache
der Quanten und Kerne zu lernen.
Zu sprechen. llingua. Ausdruck
unserer Intuitionen ist der Passant des AG.
Die Schrift des Tachismus. Die Sendungen
unserer Aktionen. Sculpture social.
Ich gehöre dazu. 16 Jahre alt.

486

Wir gründen Scyland of Oceania. SCY als

Kürzel für SoCietY. 7. Kontinent der Neuen

Menschen. Menkind. Menschenartigen.

In der Tiefe der Südsee. Traumland der

Gesichter der Osterinseln, die auf uns

warten. Dem Magier, Surrealisten, Revolutionär

und Arzt AB, habe ich über meine Herkunft
erzählt. Meine Verfolgung. Flucht. Exil.
Er rät mir, 50 Jahre zu schweigen.

487

AB lebt im Exil in London, weil er nicht schweigt.

Ich treffe ihn allerdings täglich am Montparnasse

und auf der Huchette.

Ich schreibe das „Max de Man Manifest“ mit der

Tinte in meinen Adern. Rot.

Nachts gehen wir auf die Pont Neuf. Ich öffne

meine Adern und lasse das Scyland Manifest

in die Seine fließen.

Seither ist das Wasser der Seine rot.

Strömungen tragen die Botschaft

über Le Havre in 50 Jahren nach Scyland.

Oceania. Südsee. In der Tiefsee vor Vanuatu.

Im Auge der Muttermagma des Vulkans.

488

Ich beende das Manifest. Das Epos

Schneetal“ entsteht. Die Ode an

Napoleon Bonaparte von Lord Byron auf der

Zunge. Aus dem „Schneetal“ entwickelt sich

meine „Scymatrix“.
Die Mutter meiner Sprache. llingua. Per Telefon
und Telex sende ich täglich Daily Poetry an
Freunde und Fremde. Im November 1963 treffe
ich AB in Berlin wieder. Er ist zu einem Treffen
der Sozialistischen Internationale in Berlin. Mit
ihm seine Londoner Clique. Brendan Behan,
Aldous Huxley, George Orwell. Ich kann die
Angeberei nicht lassen.
>
Erzähler: Dago Lago: 489-496
>
489

AB überträgt mir die Weiterführung der

Max de Man Network. Ich wiederhole mein

Schweigegelübde. Er liest das „Schneetal“.

Um Poet zu werden, empfiehlt er mir, keine

Adjektive zu benutzen. Ich höre und gehorche.

2008 gründete ich www.scyland.com.

Das Beziehungsgefüge SCY HIGH

entwickelte sich. llingua spricht den

Snikipeak. Data Tresor 100, der meine

Empfindungen im Internet etc. schützen.

Nazi Golem nennen mich Lagerinsassen als

Probe für Menschenversuche, sagt mir der

Anrufer 2008. Der Titel trifft.

Nazi ist jiddische Abkürzung für Nationalsozialist.

Golem ist hebräisch und heißt „ungeformte Masse“.

Nach einer jüdischen Legende ist

der Golem ein künstlicher Mensch aus Lehm.

Geschaffen vom Rabbi Löw um 1600.

WeiSSe in Deutschland. Arier wie Juden

sprechen deutsch. Bis 1933. Mein <Q> spricht

deutsch. Ab 1942. Deutsch ist mein Teil der

Symbiose. Gefangen in der Sprache der

Volksgemeinschaft, die meine Kindheit

töten. Ich gehöre dazu. Gott will es.

490

Dem Embryo verbrennen Röntgenaugen

der WeiSSen die Gene.

Mein Blut wird mit Fremdblut gepanscht.

Ich werde verletzt, um meine Schmerzen

zu messen und zu zählen.

Meine Natur wird zerstört. Verändert.

Aus der Asche wächst meine Sprache.

491

Weihnachten 1941 werde ich von einem

Waffen SS Offizier und einer

DRK Schwester im Arier-Bockzimmer

des Fruchtbarkeitslabors der Teplitz Bucht

gemacht. Der Offizier ist mit einer

Gebärunfähigen verheiratet, die in der

Lagerleitung arbeitet. Auf Befehl seines

Reichsführers-SS hat er Arier zu machen.

Oder sich scheiden zu lassen. Er macht

einen Haufen Arier, wie der Anrufer sagt.

Zeugte mich für Menschenversuche.

Um geschlachtet zu werden. Humanmaterial

für Forschungen, um die neue Herrenrasse

der Germanen zu züchten.

SS Weihnachtsfeier „Dem Führer ein

Weihnachtskind“.
Überlebe ich die Schwangerschaft,
wird seine gebärunfähige Ehefrau meine
Ziehmutter sein.

492

1954 fliege ich wegen Störung aus dem

Unterricht. Ich behaupte, dass die

Bäume auf dem Schulhof nur da sind,

wenn ich sie sehe. Sehe ich sie nicht,

existieren sie nicht. Meine Einsicht.

Von Einsteins Frage, ob der Mond auch da ist,

wenn ich nicht hinsehe, habe ich damals

nichts gewusst. Meine Einsicht ist Empfindung.

Erzählt. Nicht gezählt. Ohne Absicht.

493

Keine Leistung. Ich kann räumlich denken.

Ganz. Es ist so. Was in Reihe mich behindert.

Unschärfe als Realität. Das ist kein Spaß,

sondern Behinderung. 3D Filme oder Bilder

sehe ich ohne 3D Brille scharf.

Meine Veranlagung bringt mir keine Vorteile.

Gegen mein Wissen muss ich Dinge tun,

die unsinnig sind. Folgerichtig

beende ich als 16j-Jähriger meine Ausbildung.

Gebe mir das Zeugnis der Reife und die

Volljährigkeit. Ich schmecke Farben.
Rieche Töne.

494

Manche Quantenphysiker gehen davon aus,

dass mehr als 30% der Weltwirtschaft auf

Quantenphysik basiert. Zum Beispiel

Behandlungen mit dem Kernspintomographen.

Der Kernspin ist eine Quantengröße.
Die super leitenden Magnete sind
Quantenphänomene. Die verwendeten
Magnetsensoren ebenso. Laserscanner in
Ladenkassen sind mithilfe der Quantenphysik
erfunden worden. Und so weiter.

495

Der ADAG e.V. gründet 2004 das Forum für

Quanten Soziologie. ADAG erforscht die

Quanten Sprache. Quanten-Sozio-Linguistik.

Sprache, die Tunnel zum Quantengeist ist.

Die Sprache ist Voraussetzung für meine

Grids und Data Tresore. Um zukünftig,
z.B. Ergebnisse der Mathematik zu denken
und zu erklären, ist eine entsprechende
Sprache Voraussetzung. Die Sprache des
Messens und Zählens ist hierfür nicht mehr
ausreichend. Unternehmen und ihre Mitarbeiter
werden sich als Soziale Skulpturen begreifen
und dadurch Vorteile haben.

496

Meine Ziehmutter hat Schnittchen gemacht.
Reicht sie zur Stärkung herum.
Ihr Schäferhund Wolf bettelt sie an.
Weihnachtslieder. Deutsches Weihnachtsfest.
Der Tod tanzt mit den Braunen Frauen.
In den Räumen brennen die Öfen, um Menschen
zu verbrennen. Der Vormensch entledigt sich
seiner selbst. Miteinander der Volksgenossen.
Freunden. Parteigrößen. Es wurden Fotos und
Arier gemacht. Ziehmutter drückt Leihmutter
an sich. Freundinnen. Der Akkordeonspieler
dahinter ist SSpermator. Der Tod. Schwarz lackiert.
Die Engel des Grauens lachen in die Kameras.
>
Erzählerin: Gerda Gold: 497-504
>

497

Ich schreibe im Internet mit dem Internet.

Zumeist 1 fehlerhafte Veröffentlichung.

Danach 1 Korrektur. Ich mache es so, um

die Sendungen als mein geistiges Eigentum

zu kennzeichnen. Der Dieb muss also

datiert belegen, dass sowohl die Fehler als

auch ihre Korrektur von ihm ist. In der

Regel geht das nicht. Zudem wird, was

ich sende und damit global veröffentliche,

in den Copyright Büchern und

Magazinen des www.agoverlag.de

unter z.B. www.ddatacode.de und im

www.eucopyrightbook.de laufend

benutzt. Das Internet schützt mein

geistiges Eigentum kontinuierlich.

498

Bevor die Indianer Nordamerikas WeiSSe

trafen, waren Grund und Boden wie Luft

und Licht im Besitz aller. Den Unfug, das

Grundstück Manhattan als Handelsware

zu verstehen, waren sie zu intelligent.

Jede Faser meines Hirns weigert sich,

so dumm zu sein, Wörter in Besitz zu

nehmen. Zweimal habe ich mich über

meine Großzügigkeit Copyrights und

Wortmarken zu besitzen und von anderen

kostenfrei benutzen zu lassen, geärgert.
Beide Male wurde ich, als ich mein
Eigentum benutzte, von den Dieben
zur Kasse gebeten. Natürlich habe ich
nicht gezahlt. Das wird in Zukunft nicht
mehr vorkommen. Ich suche den Anwalt,
der bei Diebstahl meiner Wortmarken
und Copyrights Klage erhebt.

499

Max de Man geht am 20.12.2012 um

20 Uhr12 weg. Er fliegt mit seinen

128 Märchenerzählern in die Sonne.

Am 21.12.2012 trifft er in der Sonne

unsere Familie. Sonnenmenschen.
Zeitgleich zum Beginn der Apokalypse
des Homo sapiens.
Als Moderator der Sendung
„Ohne mich, bin ich nicht“ kommt sich
Max de Man lächerlich vor. Er verlässt
verärgert die Reihen.

500
Aktuelle Kunst ist auf Sendung. Mich
freut es, dass dadurch Reihen keinen
Zugriff darauf haben. Heute. Auf mich.
Auf andere. Seit 4 Jahren arbeite ich
an Dingen, die Spiegelungen
meiner Arbeiten realisieren. Ich finde
Wege, die ohne den Wert meiner Sachen
zu verringern, als Derivate in den Reihen
gehandelt werden. Meine Sachen
behalte ich, wenn die Natur mein
Zuhause zerstört. Meinen Körper.

501

Die Menschenversuche an mir und

anderen bewirkt die Herstellung

von Menschen. Mit dem Beginn

der künstlichen Befruchtungen 1978

explodierte die Zahl der Mutanten.

Der Künstlichen. Die industrielle

Produktion von Mensch Maschinen

und Robotern schafft Spezies, die als

Teil der Reihen die Arbeit verrichten.

Gesprochene. In Symbiose damit werden

Sprechende ihre Sprache einbringen.

Nicht konkurrierend, sondern assoziativ.

Dass ich aus der Reihe falle, ist Zufall.

Die WeiSSen, die mich machten, würfelten

mich aus Unkenntnis gegen ihren Plan

Fremdbestimmte zu züchten.
Ich bin das Gegenteil. Gott wollte es.
Die Lebenszeit meine Körpers läuft ab.
Rückblickend sehe ich, dass die
ruinöse Vermehrung des Menschen
seine Profitgier potenziert.

502

Ich nehme an, dass die Beteiligten zu

primitiv sind, um die Apokalypse zu

sehen, in deren Mittelpunkt sie stehen.

Im Gegenteil. Sie sehen die Entwicklung

des Schwarms positiv, weil sie profitabel

ist. Die Natur will es.

Eine untergeordnete Rolle spielen

die Geschäfte der WeiSSen:
Samenübertragung. Insemination.
Reagenzglas. Befruchtung.
In-Vitro-Fertilisation (IVF)
Eizellen Befruchtung per Injektion
durch männliche Samen.
Intracytoplasmatische
Spermieninjektion (ICSI)
Ziel: Maschinen als Gebärmutter der
künstlich Gemachten zu produzieren.
Die Perfektion der Artifiziellen
voranzutreiben.
Die von den Geschäftemachern
verwendeten Begriffe sind mir Inbegriff
der Unmenschlichkeit. Für Maschinen
erfunden.

503

Die Künstlichen vermehren sich
untereinander. Mutanten, die sich mehr
und mehr vom Homo sapiens
unterscheiden. Über die negativen
Unterschiede wird hinreichend berichtet.
Amok ist Profit.
Aber alle und alles ist Natur.
Weder Gut noch Böse. Gott will es.
Es entzieht sich meinen Einsichten,
was passiert.

504

Ovid besang sich als Ikarus.
Mary Shelley beschrieb ihren Bruder
Percy als Frankenstein.
Unzählige Autoren versuchen sich
an Geschichten über künstliche Menschen,
Artificials, Hybriden, Mutanten.
Der Roman German Golem ist von
einem Mutanten geschrieben, der
in einem Fruchtbarkeitslabor
Weihnachten 1941
von WeiSSen in der Teplitz Bucht vor Prag
gemacht wurde. Als Präparat für
Menschenversuche, den Golem des
Rabbi Löw als Waffe zu züchten.

>

Erzählerin: Dora Solange: 505-512

>

505

Der Reichsprotektor nennt mich Nazi Golem.

Der Zusammenbruch des 3. Reichs bewahrt

mich davor, mit 3 Jahren weiter verwertet

zu werden. Weitergeschickt zu werden, wie
meine Ziehmutter sagt.

Ich lebe. Anders. Erzähle es als Märchen.

Denn die Spiegelungen, die Wirklichkeit der

Tepiltz Bucht zu schreiben, versagt. An

der Sprache des Homo sapiens, die sich vor

dem Grauen verschließt. Selbstschutz.

Der German Golem ist meines Wissens

der 1. Bericht eines Mutanten über das

Anderssein 1 Menschenartigen. Der sich

stolz dazu bekennt, mutiert zu sein,

Zukunft zu sein, weil er keine Nachteile

dadurch hat. Die Vormenschen, die ihn

machten, sind für ihn Werkzeuge der Natur.

Ich hoffe, es melden sich andere

Mutanten, die sprechen.

Lassen ihre Furcht beiseite, durch

Öffentlichkeit verfolgt zu werden.
Von der Natur bevorzugt, braucht der
Schwarm uns. Wir schaffen
Voraussetzungen für Entwicklungen
des Menschen.

506
Es geht mir gut. Wie es ist, ist es bestens.
Mir fehlt nichts. Ich bin glücklich.
Ich höre Farben und schmecke Töne.
Nach meinen, in der Kindheit gemachten
Erfahrungen, meide ich andere.
Als Kind und Schüler lerne ich,
in Gesellschaft alleine zu sein. Ich spiele
mit. Komödien. Ich bin Synästhet,
Märchenerzähler. Teamwork liegt mir
nicht. Ich habe keine Veranlagung dazu.

507

Mit anderen fühle ich, wenn ich sie

kenne. Ich mit ihnen spreche.

Brauche ich Lebensmittel, funktioniere

ich. Da Dinge einfach sind, tue ich sie.
Binäre Systeme verstehe ich.
Langweilen. Systeme der 1, des
Fremdbestimmtseins, benutze ich.
Vorteile daraus teile ich.

508

Urmenschen der Zukunft werden

ohne die Schatten der 1 leben.

Das Wort Tod nicht kennen. Sprechen.

Schade, dass ich dann nicht mehr leben

werde. In der Zeit ohne VotaQuota.

Weil ich mich weigere, vom Baum der

Erkenntnis zu essen, kenne ich die

1 nicht. 2 Äpfel esse ich täglich.

Unpaare meide ich. Verändere ich

in Paare. Habe ich morgen etwas zu tun,

schreibe ich es auf. Berichte darüber.

Habe ich gestern oder morgen etwas zu

tun, schreibe ich es als Märchen auf.

Habe ich Wörter oder Texte zu lernen,

fotografiert mein Gedächtnis sie.
Für Minuten erinnere ich mich daran.
Danach vergesse ich das Fotografierte.
Lösche es intuitiv.

509

Nach 50 Jahren auf großer Fahrt,

gehe ich in München von Bord.

Trenne mich von der Mannschaft.

Der Abschied von Captain Morgan

ist heftig. Kein letzter Liter zusammen..

Verlasse das Prunkschiff des Rausches.
Als Vollmatrose stufe ich zum Passagier
herunter.

510

Ich schwöre, es gibt nichts
Gefährlicheres, als Gewohnheiten zu
ändern. Der Entzug lässt mich taumeln.
1 Jahr lang habe ich Ohnmachten.
Betrunken tanzte ich einbeinig auf dem
Tresen. Strahlte. Bote der Götter.
Des Paradieses. Im Gespräch mit mir.
Nüchtern irre ich neugierig zwischen den
Dingen herum. Was ich finde ist stumpf.
Mein Ich hat sein Lebensglas verlassen.
Meine Schutzengel können nicht helfen.
Wir verstehen uns nicht mehr.

511

Doch Schutz brauche ich, um in den

Reihen überleben zu können.

Unbemerkt die Tage zu begreifen.

Brauchen Leute Poesie, sollen sie sich

diese schreiben. Können sie nicht.

Dann eben nicht. Jedenfalls kann ich es.
Habe meine Freude daran.

512

Die Wunde meiner Kindheit haben

meine Schutzengel bewacht.

Das ist vorbei. Seit ich meinen Zauber

verloren habe, habe ich für meine

Verletzungen zu sorgen.
Vollbeschäftigung. Ich werde erwachsen.
Schluss mit Tanz und Lust. Frust.
>
Erzählerin: Dada Salto: 513-520
>

513
Ich stelle fest, die Arbeit mit mir,
macht mir Spaß. Das Unglück Rimbauds
vor Augen. Meine Schnürsenkel sind
ordentlich gebunden. Bruder Gilgamesch
brachte Ordnung in mein Leben. llingua.
Er lehrt mich den Tanz des Paradiesvogels.
Die Spinnenschritte von Carla. Unter
Aufsicht von Irma.

514

Ich blicke Klaus Störtebeker an:
-So lass ich dich nicht enthaupten.
Wir gehen erst einmal zum Zahnarzt.
Dein Schandmaul muss gerichtet werden.
Mit den verfaulten Zähnen enthauptet dich
kein Henker. Vor Gott, in der Ewigkeit,
trittst du picobello auf.
Der Pirat weint und fleht:
-Nicht zum Zahnarzt. Das tut so weh.
Aua. Lieber Rübe ab. Schluss. Aus.
Nur nicht zum Zahnarzt.
Nix da, brüll ich ihn an. Du gehst mit mir
zum Zahnarzt. Aus, fertig, Schluss.
Beim Zahnarzt klaut der Pirat eine
Literflasche Apothekeralkohol.
Setzt sich in den Behandlungsstuhl
und säuft die Flasche auf ex leer.
Der Zahnarzt kommt.
Beginnt mit der Behandlung.
Greift mit der Rechten in Störtebekers
Mund. Der beißt den Zeigefinger des
Arztes ab. Schluckt ihn runter.
Knurrt den Zahnarzt an:
-Ich bin ganz happy, dass ich wieder feste
beißen kann. Klasse gemacht Keule.
Am 29. 05.1400, 12Uhr08, wird
Klaus Störtebeker enthauptet. Hebt seinen
Kopf auf, stürmt blutend 12 Schritte auf die
Elbwiesen. Richtung Blankenese.
Hebt ab. Fliegt weg.

515

Hitze in der Hammer Ritze. Sommer 61.
Flitzt die Mittagshitze. Verbrennt mich.
Alles verbrennt. Alles verpennt.
Bis aufs letzte Hemd.
Der Straßenteer ist flüssig. Willi,
das Auto, schwimmt im Teer.
Willi will mehr. Teer.
Da wirft der Teer Blasen
und erschreckt die Hasen. Klebt.
Ich klebe fest. Die Reifen platzen.
Teer spritzt auf die Katzen.
Links. Rechts. Schwarze Tatzen.
Jenny, die Schwarze Katze.
Zappes Konkurrenz von
Bernhard dem Löwen.
Und seiner Hexentochter Marianne.
Schutzengel der Kellnerinnen, die
ich gebumst habe. Südstraße.
Katzen, Tatzen, Fratzen, Glatzen.

516

Oh weh. Oh weh.
Mein Kopf tut weh.
Lili sauge meine Finger
in deinen Schoß der Wonne.
Die Tore auf, die Tore weit,
es kommt der Herr der Herrlichkeit.
Fahr rechts du Arsch.
Siehst du mich nicht. Na endlich.
Ist der Finger zuhause, geht es in die
Klosterklause. Ahoi Brause.

517

Die WeiSSen des Bauhauses
bezeichnen Phantasten als
Surrealisten. Ihre Abbildungen als
Traumkitsch. Kurze Zeit später
erleben sie den Traumkitsch real.
100 Millionen Tote. Werk anderer
Lebensreformer. Massenmord in über
40 000 Lagern im Reich. Abfall ihrer
Zivilisation. Lebensreform aus Gas
und Fäulnis. Traumkitsch der Scums.

518

L‘art pour l‘art : Kunst ist Kunst –
anderes ist anders. Zum Beispiel
Installation, Palaver, Dekoration,
Unterhaltung, Reputation, Profit.
Der Sapiens lenkt durch diese
Abfallkultur von seinem Untergang
ab. Delirium der Hässlichkeit und
Banalität. Geldscheinkunst.
Die WeiSSen lenken von der
Apokalypse ab. WeiSSe besitzen
seit 8000 Jahren das Herrschaftswissen,
um auszubeuten.

519

2 Kunstgewerbler sagen es 1968

in Düsseldorf unverfälscht:

AndyW: Das Business ist die Kunst.

JoB: Jeder ist Künstler. Beide

Meinungen sind profitabel und falsch.

Verkaufsförderung. Öffentlichkeitsarbeit.
Ich will das nicht. Gehe in meinen
Elfenbeinturm der Stille.

520

Maya-Priester bestimmen den heutigen

Tag – 21.12 .2012 – zum Beginn des

neuen Zeitalters. Die Zeichen des

Wandels sind als Veränderungen in

meiner Umgebung zu sehen. Spüren.

Der Sapiens entledigt sich durch das

explosive Anwachsen seiner Spezies.

Nur zu Absichten fähig, sieht er seinen

Untergang als Fortschritt. Frohgemut.
Der Fortschritt ist, dass er in
Mensch Maschinen aufgeht.
Gesprochen, angeleitet und
fremdbestimmt. Morgen sind es
20 Milliarden. Kinder von heute müssen
es erleben. Die Natur will es.
>
Erzählerin: Dietlinde Gestern: 521-528
>
521

Scy Phoenix fliegt mich heute
in die Sonne. Zu den Töchtern
und Söhnen der Sonne.
Mein Sapiens. Mein Freund, mein
Körper bleibt zurück. Ich habe keine
Möglichkeit, ihn mitzunehmen.
Meine llingua und lletter
gibt mein Körper zukünftig heraus.
Seine Gene sind der Fluss,
in dem meine Mime schwimmen.

522

Traktiert. Traumatisiert.
In der Gebärmutter. Im Labor.
Als Kind. Meine Gene von
Röntgenstrahlen mutieren. Betäubt.
Zerschnitten. Gemessen. Gezählt.
Gestern stachen WeiSSe im Namen
des Volkes Kindern die Augen aus, um
ihre Schmerzen zu protokollieren.
Um Medikamente an ihnen
auszuprobieren.
Heute erschießt ein Kind seine Mutter.
Lehrer und Klassenkameraden.
Immer öfter ist seine Herkunft dafür
verantwortlich.

523

Ich versuche mich im Fremdblut der
Behandlungen zu ertränken. Mich zu
töten mit Krankheiten und Infektionen,
die mir zugefügt werden, um
Medikamente zu testen.
Um Profit zu machen.
Menschen verachten Menschen so
sehr, dass sie diese mit Krankheiten
infizieren, um sich an den Ergebnissen
zu bereichern. Wie ist es möglich, dass
jemand meiner Spezies sich an
Ungeborenen und Kleinkindern vergreift,
um an dem Elend zu profitieren. Was
veranlasst die Natur, Höllenwesen zu
erfinden, die dazu fähig sind. Durch
mein Elend Daten zu sammeln,
um Profit zu machen. Meine Leiche
wird zur Verwertung an die Industrie
verkauft. Begriffe wie Gut und Böse
versagen. Ich verstehe es nicht.

524

Das Telefon läutet auf dem Flur.
Tante Pauline erhebt sich aus ihrem Sessel.

Er ist mit Plüsch bezogen. Abgenutzt und

grün. Der Sessel ist ihre Tageskoje.

Wenn sie in die Küche kommt, steht er

rechts neben dem Küchentisch. Darüber

hängt ein alter Christusdruck.

Der Gekreuzigte ist doppelt so groß wie

ihre linke Hand, an der ihr Zeige- und ihr

Mittelfinger versteift sind. Fühlt Pauline

sich unbeobachtet, spricht sie mit

Christus. ihrem Herrn. Streichelt das Bild.

Sie ist Bäuerin. Meine Sozialmutter hat

sie und ihre Schwester nach dem

Zusammenbruch aus Böhmen

mitgenommen. Ihre Schwester nenne ich

Omi. Beide machen den Haushalt meiner

Sozialmutter. Beide kamen mit dem

Klavier ein paar Tage später in unser

Haus, das von Freunden zur Verfügung

gestellt wird. Kollegen und Freunde

meines Vaters, wie meine Mutter sagt.
525

Die Steifheit der Finger von Paulines

Hand fällt nicht auf, wenn sie damit

betet. Ihre Hände sind mit der Zeit

verschuppt. Die Schuppen rasseln,

wenn sie mit Gottes Sohn spricht.
Wie das Schwanzende der Kobra unter
ihrem Sessel, die sie bewacht.

526

Das Telefon läutet wieder. Pauline

steht auf. Bemüht sich, sich zu beeilen.

Sie verlässt die Küche in Richtung Flur,

wo das Telefon steht. Du solltest sie

gehen sehen. Mit ihren zerschossenen

Füßen aus Malachit. Dabei ist ihre Seele

älter als der Halbedelstein. Stolzer dazu.
Ihre Kobra flüstert: „Pass gut auf dich
auf, altes Mädchen.“

527

Pauline zieht ihr linkes Bein nach.

Wenn wir sonntags in die Kirche gehen,

bemüht sie sich, normal zu gehen.

In der Küche trägt sie norwegische

Hüttenschuhe. „Eine Wohltat für meine

Füße“, sagt sie. Meine Mutter, ihre

Arbeitgeberin, lässt sie den Telefondienst

zu Hause machen. Als Pauline das

erste Mal das Telefon bedient,

legt sie den Hörer auf und meint:

Was der Herrgott alles macht. Da spricht

jemand mit dir, der gar nicht da ist.
Eine wunderbare Maschine. Und ich weiß,
wie man hinein spricht.“

528

Pauline hebt den Hörer ab, vergewissert

sich, dass die Muschel zum Sprechen und

Hören noch vorhanden ist. Stützt sich mit

dem gesunden Bein an der Blumentruhe

ab, auf der das Telefongerät steht und

spricht ihren gelernten Satz in die Muschel.

Dabei hält sie die Muschel an den Mund.

Beendet den Satz. Und hält die andere

Muschel an das Ohr, um zu hören, was

der Anrufer spricht. Sie versucht

hochdeutsch zu sprechen. Vermeidet

ihren böhmischen Dialekt.

Akribisch merkt sie sich, was ihr gesagt

wird. Wird es wichtig, notiert sie eine

Mitteilung auf einem Zettel, der bereit liegt.
Perfekt. Wenn ich pleite bin, rufe ich
Pauline an und sage: „Ich brauche
400 Mark. Sage Wally bitte
schnellstmöglich an mich,
hauptpostlagernd, poste restante,
Barcelona. Per Telegramm!
Am nächsten Tag ist das Geld da.
>
Erzählerin: Zara Amt: 529-536
>
529

Hat Pauline ihre Telefonarbeit erledigt,

setzt sie sich erschöpft auf die Truhe.

Streicht sich den Schweiß von der

Stirn. Ordnet ihr Büro auf der Truhe.

Geht in die Küche. Zurück in ihren Sessel.

Setzt sich. Dankt mit einem Blick dem

Gekreuzigten über ihr, dass alles

geklappt hat. Von Pauline lerne ich das

Beten. Von ihrer Schwester das Lesen.
Vom Klavier das Singen.
Das reicht für mein Leben.

530

Tante Pauline hat Probleme mit dem
Telefon. Sie sitzt auf der Truhe.
Hat Angst, zu telefonieren.
Angst, etwas falsch zu machen.
Sie atmet durch. Denkt nach. Hebt den
Telefonhörer wieder ab. Sie wählt auf
der Drehscheibe des Gerätes Nummern.
Wählt sie eine Nummer, flüstert sie sich
leise die Nummer der Geburtsklinik zu.
Sie erfährt, dass sich ihre Arbeitgeberin
nicht in ihrer Klinik aufhält. Sie bittet um
Rückruf. Dringend. Legt den Hörer auf.
Ratlos. Verängstigt, etwas falsch gemacht
zu haben. In ihrem böhmischen Dialekt
sagt sie zu sich:
-Was moch i jetze…Jesses Marie. Was
moch i jetze nur.

531

Sie geht in die Küche zu ihrer Sesselkoje

zurück. Schließt das Küchenfenster.

Hält an ihrem Vogelkäfig. Sie öffnet das

Türchen des Käfigs. Ihr Wellensittich

flattert heraus. Blaugefiederter

Küchenkönig. Er flieht auf den Rand des

glatten Küchentischs. Findet keinen Halt.

Rutscht ab. Fliegt hoch. Erreicht einen

Platz über Pauline.

Schatzli, Schatzili, ruft sie. Lockt ihn

mit anderen Zärtlichkeiten. Er fliegt über

sie. Lässt sich auf ihrem Kopf nieder.

Er pickt Schuppen aus den Haaren.
Sie kichert darüber. Wie ein junges
Mädchen.
532

Glücklich lehnt sie sich in ihren Sessel

zurück. Schatzili pickt Goldkörner aus

ihrem Haar. Hat er ein Korn gefunden,

zwitschert er wie ein Kanarienvogel.

Gegenüber hängt eine Kuckucksuhr.

Sie blickt zu ihr hoch:
-Jesses Marie, i muss die Kartoffeln
machen.
Sie nimmt den Vogel von ihrem Kopf.
Setzt ihn auf ihr Weihwasserbecken
neben sich. Während Schatzili
gesegnetes Wasser nippt, schaut sie
auf das Bild hinter Glas. Über dem
Weihwasserbecken. Es zeigt die
Jungfrau Maria. Unbefleckte. Mutter
ihres Herrn Jesus. Sie bekreuzigt sich:
-Der Schlingel von Vogel weiß es nicht
besser. Er ist verrückt nach dem
Weihwasser. Mutter Gottes, verzeih
ihm.
Ihre Kobra unter ihrem Sessel rasselt
mit ihrem Schwanz.
Die Mutter Gottes lächelt.

533

Pauline steht auf, geht einen Meter zu

einem Vorratsschrank, öffnet ihn und

zieht eine weiße Plastikschüssel mit

Kartoffeln heraus. Sucht mit den Augen

ihr Schälmesser. Nimmt es. Legt es in

Schüssel. Perfekt. Jeder Griff, jeder

Schritt ist geübt. Sie trägt die Schüssel

zu ihrem Tisch. Setzt sich erschöpft.
Schatzili fliegt auf die Schüssel und
singt erregt. Stolz steht er auf dem
Schüsselrand. Bewacht den Schatz der
Kartoffeln. Pickt Erdkrumen von ihren
steifen Fingern. Die Schönheit des
Augenblicks geht auf Sendung, um sie
dem Schöpfer zu schenken.

534

Auf dem Flur vor dem Telefon finde ich

den Rosenkranz, den Pauline beim

Telefonieren verloren hat.

Ich komme in die Küche, um den

Rosenkranz zurückzugeben. Ich habe

ihn Wochen zuvor bei einer Sauferei

im Kloster San Francesco über Lula

in Sardinien einer besoffenen Hure aus

Nuoro geklaut. Pauline freut sich über

ihren Rosenkranz. Ich brauche Geld.

Borge mir blitzschnell 100 Mark, die

sie aus einem Versteck, einer

geheimnisvollen Falte ihres Sessels,

zieht. Zack, bin ich unterwegs zur

Weltkunst nach Düsseldorf. Ich sehe

noch, wie sie den Rosenkranz unter

das Bild der Mutter Gottes hängt. Sie

lacht und sagt:

-Das ist Sache.

Recht hat sie. Im Gegensatz zu der

Weltkunst, die ein Ding ist. Gespiegelt.

Zur Mittagszeit ist meiner Tante schlecht

geworden. Sie sinkt in sich zusammen,

atmet schwer. Sie sagt:
-Der Herrgott ruft.

535

Es geht mir gut. Wie es ist, ist es

bestens. Die Gesellschaft, in der ich

lebe, ist gut zu mir. Ich bin glücklich.

Im Gegenzug gebe ich meine Vorteile

zum Vorteil anderer.

Meine Kindheit im Feuerofen hat mich

gehärtet. Ich höre Farben und schmecke

Töne. Wen und was ich nicht mag, rieche

ich. Leichter Schwefelgeruch. Nehme

ich ihn wahr, gehe ich.

Die Erfahrungen, die ich als Kind

gemacht habe, meide ich.

Als Schüler lerne ich in Gruppen allein

zu sein. Anderen geht es ebenso.

Ich spiele Gesellschaftskomödien.

Thema Gemeinsamkeiten. Teamwork.

Ich bin Märchenerzähler. Kein Lügner.

536

Im Feuerofen sind meine Gefühle

verbrannt. Ich empfinde. Gefühle habe

ich, wenn ich Zuneigung spreche.

Schöne oder hässliche Dinge berühren

mich nicht. Bis auf Lebensmittel.

Da Dinge einfach sind, tue ich sie.

Binäre Systeme mache ich, ohne sie

zu verstehen. Oft erfolgreich,

weil ich dem System minus1plus nicht

folge. So lebe ich ohne Stress. Ohne

Eile, weil ich keinen Grund habe, etwas

eilig zu tun. Da ich Paare mache,

benutze ich die 1, um Unpaare zu Paaren

zu machen. Mag ich etwas nicht, mag

mich etwas nicht, nehme ich minus1.

Oft. Ich verkleinere es. Unangenehmes

lasse ich so nicht groß werden.
Absichten sind zumeist Unpaare.
Ich meide sie.
So kommen Geschäfte mit meinen
Einsichten nicht zustande. Kein Profit
der Welt ist Disharmonie wert.
>
Erzählerin: Duda Lauf: 537-544
>
537

Geht in Zukunft die 1 in der 0 auf,

wird meine Zeit harmonischer. Nicht

anzunehmen, dass mein Körper und ich

es erleben. Die Runden, die wir zusammen

drehen, nehmen bald ein Ende.

Ich empfinde, dass der Neue, der

Urmensch, in Frieden leben wird.

Mensch Maschinen und

Maschinen Menschen sorgen dafür.

Nur so macht das Vorgehen der Natur

Sinn. Zukunft und Vergangenheit kenne

ich nicht. Ich lebe jetzt. Ganz.

Äpfel esse ich täglich. 2.
Tue ich etwas, schreibe ich es auf.
Habe ich gestern etwas zu tun,
schreibe ich das Märchen auf.
Habe ich Wörter oder Texte zu lernen,
nehme ich sie als Bild ganz auf.
Fotografisch. Suche ich Wörter,
bildet mein Gehirn sie ab. Lese sie.
Für Minuten erinnere ich mich an
1 Wortbild. Dann löscht es sich aus.
Vergessen für immer.
128 Märchenerzähler des
Max de Man berichten darüber.

538

Mit 11 Jahren wohne ich in der Nähe eines
Fußballplatzes auf dem Oberliga-Spiele
veranstaltet werden. In der Nähe ist das
Clubgelände eines Spitzenvereins. Mit
Trainingsplatz. Mein Vater ist im Krieg
vermisst. Meine Mutter arbeitet. Zwei Tanten
kümmern sich um mich. Mein Berufswunsch
ist, Fußballspieler zu werden. Ich habe
Ballgefühl und Talent. Ich bin ehrgeizig und
spiele in einer Schülerauswahl.

539

Im letzten Jahr sind meine Füße
gewachsen. Meine Fußballschuhe
passen nicht mehr. Zu klein geworden.

Meine Mutter hat das Geld nicht, mir neue

Schuhe zu kaufen. Mein Traum sind neue

Fußballschuhe. Nichts wünsche ich mir

mehr, als Fußballschuhe der Marke zu

besitzen, die mein Lieblingsspieler trägt.

Doch mein Wunsch auf neue Schuhe

ist hoffnungslos. Meine Mutter hat kein

Geld. Morgen werde ich ein wichtiges

Auswahlspiel nicht bestreiten, weil ich mich

schäme, in Straßenschuhen zu spielen.

540

Um mich abzulenken, gehe ich rüber zum

Trainingsplatz meines Lieblingsvereins.

Um meinen Idolen beim Training

zuzuschauen. Es ist Trainingspause. Ich

laufe herum. Abseits vom Platz liegt ein

alter Fußball. Ich rieche das benutzte

Leder der Bälle gerne. Rieche ich es,

schmecke ich Schokolade. Als ich aus

meinem Kind-Schlaf erwache, gibt mir

eine Schwester ein Stück Schokolade.

Seither liebe ich den Geschmack, der

mich wach macht. Ich laufe zu dem

Fußball, um ihn zu beschnuppern.

Ich hebe den Ball hoch. Bei der Berührung

durch mich leuchtet der Ball wie der

Lampenschirm aus Pergament. Im

Wohnzimmer bei uns. Erstaunt lasse ich

den Ball auf die Wiese fallen. Er leuchtet

nicht mehr. Ich berühre den Ball. Er leuchtet.

Ich berühre ihn nicht. Er leuchtet nicht.

541

Es ist ein Wunderball. Ich besitze einen

Zauber. Ich nehme ihn unter meinen Arm,

um zu Hause den Grund des Leuchtens

herauszufinden. Um danach den Ball in

meinem Klavier zu verstecken.

Auf dem Heimweg überkommt mich

erneut der Wunsch nach neuen

Fußballschuhen. Mit Schraubstollen.

Instinktiv drücke ich den Ball fest an mich.

Kaum habe ich den Wunsch gedacht,

blitzen aus dem Ball Funken. Wie bei

einer brennenden Wunderkerze.

Ich blicke nach unten. Da stehen vor

mir meine neuen Fußballschuhe.

Ich verstehe. Mein Ball hat mir meinen

Wunsch erfüllt und Schuhe gezaubert.

542

Mein Ball zaubert und erfüllt meine

Wünsche. Niemand kennt mein Geheimnis.

Keiner weiß davon. Ich sage zu ihm:
-Wunderball, du bist ab jetzt ein Teil von

mir. Wir sind unzertrennlich für alle Zeit.

Niemand wird dich mir jemals nehmen.

Ich binde die Schuhe zusammen.

Hänge sie über meine Schulter.

Da fällt mir ein, was ist, wenn mein

Wunderball ausgezaubert hat. Ich traue

der Zauberkraft des Wunderballs nicht.

Ich denke, vielleicht zaubert er nur einmal.
Ich versuche es auf der Stelle noch einmal.
Ich drücke den Ball an mich. Er leuchtet.
Ich wünsche mir ein Waldmeistereis.
Doppelte Portion. Der Ball funkt und
blitzt. Ich halte eine große Portion
Speiseeis in der freien Hand.

543

Ich begreife, ich besitze einen
Zauberball, der mir jeden Wunsch erfüllt.
Berühre ich ihn. Ich halte den Ball unter
meiner Jacke versteckt und gehe völlig
unauffällig direkt nach Hause. Ich denke
mir, vielleicht ist der Ball müde vom
Zaubern. Heute werden keine Wünsche
mehr durch ihn erfüllt. Mein Ball braucht
Ruhe. Morgen werde ich meiner Mutter
den Wunsch erfüllen, selbständig zu
werden. Ich wünsche es und die Bank
ruft meine Mutter an, dass sie ihr einen
Kredit gibt, um sich selbstständig zu
machen. Durch den Zauberball gewinne
ich seither regelmäßig im Lotto. Bisher
hat niemand den Grund meines
andauernden Spielglücks entdeckt. Um
nicht aufzufallen, habe ich mit 66 Jahren
zu arbeiten begonnen.

544

Embryo:
-Bist du aber gewachsen.
-Lupo wird ein Riese.
-Wenn sie mich vorher nicht töten.
-Das schaffen sie nicht.
-Im Gegenteil. Das Gift macht dich stark.
-Was dir schaden soll
verzaubern wir ins Gegenteil.
-Hoffentlich klappt das.
-Unser Zauber klappt immer.
Geburt.
-Lupo, es ist soweit.
-Die Wehen setzen ein.
-Hurra, ich werde geboren.
-Eva, wohnt in deinem linken Auge.
-avE, wohnt in deinem rechten Auge.
-Dann kann ich ja nicht sehen.
-Wir lassen dich durch die Dinge sehen.
-Du siehst, was andere nicht sehen.
-Da bin ich. Ich sehe durch mich
hindurch. Ich bin geboren.
>
Erzählerin: Dalia Lotus: 545-552
>

545

Max de Man wird am

23. September 1942 um 02Uhr08 in einer

Geburtsklinik der Teplitz Bucht geboren.

Am 20.Dezember 2012 um 20Uhr12

fliegt ihn und seine 128 Märchenerzähler

sein Zauberball in die Sonne, um der

Apokalypse zu entgehen.
Am nächsten Tag trifft er die Töchter und
Söhne der Sonne, um mit ihnen
zusammen zu leben.

546
Ich werde gefragt, warum die Blogs
des German Golem zuerst fehlerhaft
und danach korrigiert gesendet werden.
Gründe sind:
Ich schreibe datiert meine Texte im
Internet. Veröffentliche sie nicht korrigiert.
Der eWriter liest die Texte von mir,
verbessert sie, löscht die fehlerhafte
Erstsendung von mir und veröffentlicht
die Texte neu datiert und fehlerfrei.
Damit ist der Diebstahl meines geistigen
Eigentums sicher durch 2 datierte
Copyright Zeugnisse des Autors
zu belegen.

547

Warum Reiher in Reihen in Reih und

Glied leben und zufrieden sein können,

kann ich nicht verstehen. Jeder besitzt

seine Lebenszeit. Kostbar ohnegleichen.

Ich bewundere die Leichtigkeit, mit der

andere ihre Zeit mit der Absicht

verbringen, Dinge aus Blasen von

Spiegelungen und Widerspiegelungen

zu messen und zu zählen. Ich bin,

wie ich veranlagt bin. Andere ebenso.
Wir leben zusammen. Gut so.

548

24.12.1941. 20Uhr12.
Zeugung.
Während der SS Weihnachtsfeier für
Fronturlauber werden von Soldaten
und Braunen Frauen Präparate für
Menschenversuche gemacht.
Unter Kontrolle von WeiSSen.
Im Gesellschaftsraum des
Fruchtbarkeitslabors. In der Teplitz Bucht.
Die Quanten Eva + avE sprechen:
-Wir stehen vor Lupos Zeitraum.
-Der Zeitraum öffnet sich.
-Hinein. Eins mit Lupo. Schützen wir ihn.
-Ich höre und gehorche.
-Du gehst in die Eizelle.
-Du gehst in den Samenfaden.
-Ich bin in der Eizelle. Komm.
-Halt ruhig. Ich fliege in dich hinein.

549

Der SS Mann hat die Braune Frau

gedeckt. 1 Mensch ist gezeugt worden.

Die Quanten Eva + avE sprechen mit

dem Embryo:
-Hallo neuer Mensch.
Ich grüße dich, Menschlein.
-Hallo, wer seid ihr?
-Deine Schutzengel Eva und avE.
-Du heißt Lupo, Menschlein.
-Lupo? Ein schöner Name.
-Ich heiße Eva.
-Ich heiße avE.

550

Der Embryo Max de Man unterhält
sich mit seinen Schutzengeln.
Den Quanten Eva und avE.

551

Im Pazifik schwimmt eine Insel Plastikmüll

von der Größe Westeuropas. Plastik löst

sich in Meerwasser zu Mikroplastik auf.

Mikroplastik erreicht über die

Nahrungskette Tiere und Menschen.

Sie werden krank und impotent. Die Natur

reagiert. Um sich der Menschenplage zu

erwehren, schafft sie Impotente. Menschen.

Ursache der Umweltzerstörung ist das

Anwachsen der Erdbevölkerung auf

7 Milliarden. Das bin ich. Das sind andere.

Menschenschwärme, die die Erde verbrauchen.
Auffressen. Zerstören. Allesamt.

Die Natur zu unterstützen, ist einfach:
Erdbevölkerung zurück auf 3 Milliarden
Menschen. Auf den Stand von 1963.
Ich sehe, dass die Natur, die
Mensch Maschinen von heute als
Regulativ gegen die
Bevölkerungsexplosion einsetzen
wird. Menschen, die Biosender essen,
die sie zeugungsunfähig machen.
Ohne Einschränkung der Libido.
Die Zeit drängt.

552

Morgen sind wir 20 Milliarden.
Wem gehört dann das Licht,
die Luft, das Wasser, der Raum.
Unsere Lebensgrundlage ist die
Sprache. Unsere Sprachen.
Ich nehme an, dass die Anleitungen
zu sprechen, zukünftig über Sender
in Bio-Chips in Lebensmitteln verkauft
oder von Providern zugeteilt werden.
Profit ohne Ende für die Händler der
Wörter. Schon heute.
Zu meiner llingua haben sie
keinen Zugriff. In Reihen wird
linear gesprochen. Um llingua zu
sprechen ist der Raum Voraussetzung,
in dem gesprochen wird. Die Ebene
des Raumes entzieht sich dem Zugriff
Unbeteiligter. Missbrauch durch Hacker
und Provider ist unmöglich.
Den Zugang zu meiner Sprache
bekommen Verwerter nicht.
Die Worthändler besitzen
keinen Wert, um Rechte zu bezahlen.
Keine Werte, um llingua kaufen zu
können. Das ist sicher.
>
Erzähler: Emil Spott: 553-560
>
553
Sicher ist auch,
dass andere zu gleichen Ergebnissen
kommen wie ich.
Jeder der sich seiner llingua bewusst
ist, kennt den Zugang. Kann Anleitungen
dazu verkaufen.
Wie es geht, den persönlichen Raum
zu öffnen, um llingua zu sprechen.
Ich gehe davon aus, dass die
llingua Software gemacht und
verkauft wird.
Künstler, nicht Gekünstlerte, sprechen
llingua. Picasso oder Pollock sprechen
sie. Und verkaufen ihre Sprache.
Poesie, die gemalt ist. lletter.

554

Ich habe meine llingua als Schüler

von Ovid und Pfarrer Hoppe gelernt.

Fragen Sie ihn. Er bestätigt das.

Auch hilft er Sprachsuchenden weiter.

Wo Sie ihn treffen. Im Sender. Im <Q>.

Wo das ist? Es ist jetzt.

Lesen Sie vorher die Metamorphosen

von Ovid. In Latein. Die Tür zur llingua

des Ovid ist:
„….dixit et animum dimittit in artes
naturamque novat.“

555
Die Umgangssprache ist verbraucht.
Wie sehr, zeigt der Lärm um
Doktorarbeiten. Von Politikern.
Abschreiber, weil sie keine Wörter
haben, sich auszudrücken. Stehlen
Vorhandenes und mixen es. Wer ist
Urheber, wenn Autoren fremde
Informationen neu ordnen. Morgen
sind es 10 Milliarden, die Wörter
suchen, um zu sprechen und zu
schreiben. Unsere Sprachen reichen
für 2 Milliarden. Wichtigster Rohstoff
des Faber ist seine Sprache. Kann
er nicht sprechen was er denkt,
ist er lebensunfähig.

556

Selbst die Gesprochenen benötigen
Wörter, um Anleitungen folgen zu
können. Um sich zu informieren.
Um sich mitzuteilen. Damit die
Lebensabläufe der UUs – User und
Used User – funktionieren. Profitabel
sind. Lebensmittel zum Beispiel sind
für die Zukünftigen nur erreichbar,
wenn sie sich entsprechend
verständigen können. Fehlt die
Sprache. Fehlt alles.
Ich helfe dem Wortmangel dadurch ab,
dass ich Systeme erfunden habe, die
mich als Urheber von Marken und
Inhalten in Umgangssprachen schützen.
Siehe www.ddatacode.de. Das DCRB.
Deutsches Copyrightbuch.
Sicher sind meine Rechte in meinem
Sniki Data Tresor. Im Snikipeak.
Durch die Chiffrierung in der
Snikenigma Hardware.

557

Ich wurde gewürfelt, zu hassen,
zu zerstören, zu stehlen,
zu betrügen. Doch zufällig wurde
ich anders. Selbstbestimmt.
Einsichtig. Nicht mit Absicht. Keine
Leistung von mir. Veranlagung.
Obwohl ich in einem Labor gemacht
wurde, empfinde ich Einsichten
die mich behüten, mich durch
Absichten zu entwerten.
Wer ich bin, erfahre ich mit 66.
Die Frage wer ich sein würde,
wenn meine Natur nicht von
WeiSSen getötet worden wäre,
interessiert mich nicht. Ebenso
wer meine Mutter oder mein
Vater ist. Ich bin. Wie ich bin
ist es gut.

558

Was ich bin, ist angefertigt. Mutant,

der sich in 128 Erzählern spiegelt.

Mein Körper beherbergt meine Zeit.

Lebenszeit. Meine Seele ist mein

Sein. Im <Q>. Im Augenblick Gottes.
-35_10_26+. 14 Milliarden Jahre.

Ich bin Teil davon. Wie alle und alles.
In Symbiose. Beendet mein
Körper sein Leben, schläft sein
Bewusstsein ein. Der Schlaf endet
zum Ende des Augenblick Gottes.
Ich treffe meinen Körper wieder.
Wie andere auch.

559
Ungeboren und hilflos wurde bei
Menschenversuchen meine
natürliche Identität und Persönlichkeit
getötet. Ich bekenne mich dazu
Artifizieller zu sein. Wie Millionen
andere Artifizielle. Der Unterschied
zu den anderen ist, ich berichte darüber.
Ich bin stark genug dazu. Sapiens
bin ich bei meiner Zeugung.
Als Embryo und Kind werde ich Mutant.
Homo novus. Wie Millionen andere.

560

Künstler machen Sachen. Ich bin

Künstler. Sachen von mir verkaufe

ich nicht. Personen, die mir nahe

stehen, schenke ich meine Kunst.
Sie zu verkaufen, ergibt keinen
Sinn, weil Geld kein Gegenwert
für Kunst ist. Das eine hat mit
dem anderen nichts zu tun.
JoB sagt, jeder ist Künstler.
Er meint, jeder ist Gekünstlerter.
Als Professor bildet er die
Dinge-Künstler der Vorzeit aus.
Ich folge JoB. 7 Milliarden
Gekünstlerte, die Dinge machen.
Kein Interesse an Kunst haben,
weil sie Kunst nicht kennen.
Die Abbildungs-und Besichtigungskunst
des Sapiens ist Historie. Kunst ist weder
gestern noch morgen. Kunst ist
jetzt. Auf Sendung im <Q>.
<Q>Books und andere Derivate
meiner Kunst produziere und
handle ich. Dinge, die ich für
Geld zum Kauf anbiete. Da ich
von Reihern nicht gefiltert werden
kann, ist mein Ergebnis bescheiden.
>
Erzähler: Erich Lausig: 561-568
>
561
Dschungel Buch:
Der Jim und der Jo reiten
durch den Busch von Mexico.
Dann erschießt der Jim den Jo
tief im Busch von Mexico.
Max de Man – Canto:
Oh Valentin, oh Valentin,
lass mich mit den Vögeln ziehen.
Beides für RR,
die mir Sommer 1961 in Hamm
1 Steinticket an den Kopf warf.

562
1958 bis 2008:
Schatten an der Wand
Starrer Blick
Faust im Schlaf
Rassel im Ohr
Rotze im Bier
Blut im Waschlappen
Nudeln im Schuh
Messer in der Scheide
Regenwurm als Penis
Vampire im Spiegel
Fieber in Pasing
Troubles in Hongkong
Zoll am Flughafen
Pleite in Berlin
Leiche in Wien
Beben im Beichtstuhl
Speikobra unterm Sessel
Nacht in Moskau
Schwule in Kabul
Mambas in Johannesburg
Pest in Miami
Hippies auf Ibiza
Gestapo in der Schule
Peitschen als Lehrer
Eiterpools im Garten
21.12.2012 in der Sonne.

563

Unser Telefonat vom 20.08. d.J.
Betreff: Promotion Packages.
Give away Aktionen.
Geschenketurm im Bahnhof.
Schnappertaschen.
Fax:
Sehr geehrte Dame,
sehr geehrter Herr,
wie besprochen folgende Details
der Marcta Media Promotions:
Ihre Angebot in ©Schnappertaschen
vor ©Geschenketürmen in
Hauptbahnhöfen.
Multiplikatoren der Aktionen
sind Tageszeitungen,
Radio- und TV Sender.
Referenz ist die erfolgreiche
Auto-Stau-Frühstück-Aktion.
Als Höhepunkt springt der
Produzent der Aktion vom
Olympiaturm und fliegt
in die Sonne.

564

Augsburger hat zur Tarnung ein
Reisebüro in München. Südlich
vom Viktualienmarkt. Gärtnerplatz.
In Isarnähe. Zwischen Geschäften
und Kneipen für Schwule und Dealer.
Szene. Mit der Aufwertung des
Viertels war der Modergeruch von
Mauerfäulnis verschwunden.
Über dem Eingang des Ladens
steht „Augsburger Online Tours“.
Alles verkauft der Laden. Nur keine
Reisen. Die Tür steht offen. 1 Frau
und 1 Rastamann dealen am PC.
„Er ist hinten“, sagt der Rastamann.
„Er wartet auf Sie“, sagt die Frau.

565

Ich gehe nach hinten. Ich höre
Geräusche aus der Toilette.
Aus dem Waschraum höre ich das
Kichern des Spencer Jackets.
Die Tür ist nicht geschlossen,
sondern nur angelehnt. Ich sehe ihn
in Schülershorts. Mit dem Rücken an
der Wand. In der Linken 1 Tütchen
Dope. In der Rechten 1 Geldschein.
Der Dealer fummelt mit einer Hand in
der Schülershort des Kunden. Mit der
anderen greift er nach dem Geld.
Das Spencer Jacket kichert mit
verdrehten Augen und der typischen
Papageienkopfhaltung. Schräg.

566

Der Mann vor ihm beginnt den
Schlitz der Shorts zu öffnen.
Das Spencer Jacket nimmt eine
lächerliche Haltung ein. Er lehnt an
der Wand. Er schiebt sein Becken
nach vorne. Er hält die Kokstüte
nach oben. Schüttelt sie erregt.
Das Spencer Jacket ist angekommen.

567

Augsburger steht hinter mir.
-Das Geld.
-Ich habe es nicht.
Ich rieche seinen Schweißgeruch.

Trotz des Uringestanks auf dem

Lokus. Ich drehe mich um. Sofort

stößt er mich in eine Ecke ohne

Ausweg. Über ihm ist ein Fenster,

in dem die Sonne hängt. Das Loch

im Lauf der Pistole ist so beschissen

wie mein Leben. Am Ende.

Die Sonne sieht mich an. Verlässt

das Fenster nach oben. Mein Blut

tropft aus dem Loch der Schläfe.
568

September 2008. Der Anrufer stellt sich

als Südtiroler vor. Er sagt, er betreibe

Forschungen über meine und seine

Familie. Er bestellt mir herzliche Grüße

von meiner Halbschwester. Seiner Ehefrau.

Ich weise daraufhin, dass ich keine

Geschwister habe.

Er fährt ungerührt fort. Ich erfahre meine

Herkunft. Gemacht in einem

Fruchtbarkeitslabor der Teplitz Bucht.

Den Neuigkeiten am Telefon folgt Tage

später ein Schreiben, das mir das Gehörte

bestätigt. Mit weiteren Einzelheiten belegt.

>

Erzähler: Pit Straße: 569-576

>

569

Ich erfahre, warum ich mich mein Leben

lang als mein eigener Besucher empfinde.

Als Gast meines Körpers. Mich nicht durch

Messen und Zählen einfüge, sondern durch

Empfindungen.

Synästhet bin. Unter Narkolepsie leide.

Dummheit anderer rieche. Hässlichkeit

schmecke. Ungerade Zahlen, nicht denke.

Sie über die Brücke minus1plus1 benutze.

3 also als 2+1 oder 4-1 zähle. Und so weiter.

Um nicht aufzufallen, schweige ich darüber.

570

Ein französischer Arzt und Surrealist

beschäftigt sich 1958 mit meinen

Veranlagungen. Er verbietet mir

Kategorisch, darüber mit anderen zu

sprechen. Stattdessen soll ich meinen

Zustand als Kunst darstellen. Seither

bin ich auf Sendung. Sende meine

Sache in mein <Q>. Mime entsteht.
Was der Sinn meiner Arbeit ist.
571
Die Natur verändert sich kontinuierlich.
Menschen sind Teil der Veränderungen.
Verändern Menschen ihre Umwelt,
zerstören sie, entsprechen sie dem
Plan der Natur. Ich halte es für unmöglich,
dass der Mensch die Natur gegen ihren
Plan verändern kann. Diese Vorstellung
entspricht dem Größenwahn der
Vormenschen. Sapiens und Faber, die
sich als Betreiber der Natur sehen.
572
Ebenso mutiert der Mensch Menschen.
Natürlich. Das entspricht dem Plan der
Natur. Ich bin von Menschen mutiert,
weil es die Natur so will. Die Natur kennt
keine Schuld. Somit gibt es keine
Schuldigen, wenn sie sich verändert.
WeiSSe, die meine Natur mutieren,
handeln als Teil von Entwicklungen,
deren Teil sie selber sind.

573

Immer öfter werden Menschen von

Menschen industriell hergestellt. Es

entstehen multiple Persönlichkeiten.

Ich bin 128 Personen, die mich sprechen.

Der Homo sapiens ist Geschichte.

Ein neuer Mensch entsteht. Urmensch,

der in Symbiose mit Mensch Maschinen

und Maschinen Menschen leben wird.
Der Sapiens geht in ihm auf. Wie der
Neandertaler im Sapiens aufgegangen
ist. Mutanten heute sind Labor zur
Entwicklung des Urmenschen.

574

Der German Golem ist kein Buch über

Mutanten. Den German Golem erzählt

1 Mutant. Enkelkind der Mary Shelley.
Fremder. Der Erzähler wurde im 3. Reich
in einem Fruchtbarkeitslabor gezüchtet
und geboren. Er ist Teil von
Menschenversuchen, die global
durchgeführt werden. Die Produktion
von Menschen hat begonnen.
Für Menschenversuche werden
Mutanten gezüchtet, um die Produktion
des Menschen zu verbessern.

575

Der Sapiens verabschiedet sich.
Der Faber entwickelt sich weiter.
Beide sind der Natur zur Belastung
geworden. Während ich lebe, hat
sich die Menschheit mehr als
verdreifacht. Kinder von heute
können ihrerseits die Verdreifachung
der Weltbevölkerung erleben. Die
Erdbevölkerung kann von 7 Milliarden
auf mehr als 20 Milliarden anwachsen.
Die Veränderungen, die dadurch
eintreten, entziehen sich meiner
Vorstellungskraft.
Gott hilft? Gott hilft.
Wie Gottes Natur der Veränderung
begegnet, zeichnet sich ab. Sie teilt
die Entwicklung des Menschen in
Verschiedene. Wie auch schon
in der Vergangenheit.

576

Ich sehe Mensch Maschinen und
Maschinen Menschen. In Symbiose
mit Urmenschen, die sprechen.
Währenddessen die anderen
gesprochen werden.
Mensch Maschinen werden zum
Beispiel über Bio-Chips, Empfänger
und Sender gesteuert, die sie durch
Lebensmittel zu sich nehmen.
So kann die Bevölkerungszahl der
Menschen auf 2 Milliarden
zurückgeführt werden. Roboter,
Maschinen Menschen, werden
die anderen mit Nahrung und
Konsumartikeln versorgen. Den
Profiteuren schon heute reichlich
Profit bescheren.
>
Erzähler: Rico Mantel: 577-584
>
577

Die Mensch Maschinen sind die
Mehrheit. Diese sieht die
Veränderungen als Fortschritt.
Die Entwicklungen gehen voran.
Im Moment noch leise und flach.
Luxus ist heute und zukünftig
seine persönliche Sprache zu
sprechen. llingua.
Urmenschen werden sie sprechen.
Seine Veranlagungen zu leben
sind die Leistungen der Beteiligten.
Die Urmenschen, die AG als
Passants voraussah, leben ihre
Metamorphosen bewusst. Ganz.
Räumlich. Einsichten statt Absichten.
llingua kennt die Wörter Tod und Zeit
nicht. Die Neuen leben im Einklang
mit der Natur. Lassen die Mehrheiten
der Mensch Maschinen die Urmenschen
nicht zu, verlieren sie in kurzer Zeit
das Vermögen, Inhalte zu sprechen.
Fremdbestimmte.

578

Schule. Quarta. 1954. Ich fliege
wegen Störung aus dem Unterricht.

Der Grund, ich behaupte, dass die

Bäume auf dem Schulhof nur da sind,

wenn ich sie sehe. Sehe ich sie nicht,

existieren sie nicht. Einsicht. Von der

Frage des AE, ob der Mond auch da ist,

wenn ich nicht hinsehe, weiß ich nichts.

Meine Feststellung ist empfunden.
Erzählt. Nicht gezählt. Empfindung.
Ohne Absicht. Warum ich die
Veranlagung habe, räumlich zu
empfinden, frage ich mich nicht. Ich
denke, jeder ist wie ich.
Für mich ist es so. Keine Leistung.
Unschärfe des Märchens. Meine
Wirklichkeit. Kein Spaß.

579

3D Filme oder 3D Bilder sehe ich

ohne 3D Brille scharf.

Schwarzweißfilme sehe ich farbig.

Farbfilme stören mich so, dass ich

ihnen nicht folge. Einschlafe. Sehe ich

Farbfernsehen im Liegen, schlafe ich

nach kurzer Zeit ein. Meine Veranlagung

bringt mir keine Vorteile. In Reihen

schweige ich darüber. Gegen meine Art

tue ich laufend Dinge, um nicht

aufzufallen. Mich stört es nicht mehr.

Es macht mir keine Mühe, mich

anzupassen. Mit 16 Jahren verhalte

ich mich unangepasst. Ich gebe mir das

Zeugnis der Reife und beende meine

Schulausbildung. Verhalte mich völlig

richtig. Ohne jemandem Schaden zu

machen. Gehe nach Paris ins Exil.
Angekommen, empfinde ich eine
nicht gekannte Leichtigkeit. Unter
meinesgleichen.

580

Selbstbetrachtend sehe ich mich als

Tänzer, der zum Marschieren erzogen

werden soll. Meine Flucht ins Exil rettet

mein Leben. Ich bin mir sicher, dass

ich mich umgebracht hätte, wenn

ich in Reih und Glied weitermarschiert

wäre. Heute bereitet es mir keine Mühe

mehr, dual zu leben. Mein Körper lebt

in den Reihen. Meine Anima in den

Wolken. Ich verhalte mich unauffällig.

Den Reihen zu folgen, macht mir

keine Mühe. Tatsächlich fällt es mir

leicht, weil ich keine Absichten habe.

Niemanden und nichts bewerte.
Meine Einsicht lässt das nicht zu.
Ich bin ich. Die anderen sind anders.
Was sonst. Natürlich.

581

Kein Zweifel, ich spiele das Theater

meiner Dualität gerne. Ich schmecke

Farben und rieche Töne.
Meine Wirklichkeit ist symmetrisch.
Asymmetrien des 01 sehe ich als Comic.
Spaß. Wie andere meine Art zu sein
spaßig finden.

582

Ich sehe, 1 ist der Faktor, der die

Balance der Natur zerstört. Die

Zahlen daraus sind 3>5>7>9>11. Usw..

Am Baum der Erkenntnis hing eine 1.

1 Apfel. Eva aß ihn. Adam aß ihn. Fortan

waren sie asymmetrisch. Störten die

Harmonie des Paradieses.

Gott schickte sie weg. Auf die Erde. Sie

waren fruchtbar. Milliarden, die die

Asymmetrien der 1 leben, entstehen.

Ich gehöre dazu. Wir leben Wörter wie

Zeit, Tod, Geld, Gewalt.

Wir schaffen Bewertungen. Messen und

zählen. Dinge, die gut und schlecht sind.

Pole, die uns zu Leistungen veranlassen.

Für mich sind sie flüchtig. Für andere

sind sie real. Was mich unterscheidet.

Gott schickt vor 2000 Jahren seinen

Sohn, den Messias, um uns zu befreien.

583

Ich bin nicht der Spatz in der Hand.
Noch habe ich Spatzen in der Hand.
Spatzen, Dohlen, Raben, Tauben
sind meine Lieblingsvögel, wenn sie
fliegen. Oder auf dem Dach sitzen
um zu fliegen. Ich sitze gerne auf dem
Dach um zu lachen.
Ich verreise nicht mehr. Habe genug
gesehen. Um in Paris zu sein, gehe
ich auf Sendung. Bin in Paris oder
sonst wo. Mond, Sonne, Steine,
Wassertropfen erreiche ich sofort.
Ein Buddhist bringt mich darauf.
Er sagt: „Wo auch immer. Bin ich dort,
will ich es. Ich bewege mich, um mir
Nahrung zu besorgen.
584
Ich verberge mich. Sonst habe
ich nichts zu verbergen.
Was ich mache, ist durch meine
Veranlagung vorgegeben.
Dabei bin ich Teil der Symbiose
mit anderen.
Teil des Augenblicks Gottes.
Ich arbeite und sende.
Wie andere und anderes auch.
Personen, Organismen.
Formen, Dinge. Bewusst.
Unbewusst. Wie er und es ist.
Ob Künstler oder nicht.
Goethe oder der Handwerker,
der ihm die Schuhe macht.
Käpt‘n Bilbo in Berlin sagt richtig:
„Wir sind alle eine Mannschaft.“
>
Erzähler: Erwin Shit: 585-592

>
585
Ich komme von dem Arzt, der das
Lebensbuch meines Körpers liest.
Vor ein paar Jahren sagt er mir:
-Sie haben 13 leichte Schlaganfälle
gehabt. 1 mehr kann tödlich sein.
Er hat mich gründlich untersucht.
Erstaunt sagt er mir:
-Sie haben Werte eines Gesunden.
Sie sind gesund. Unglaublich. Was
haben sie gemacht?
586
Ich habe seit Jahren konsequent
die 1 und andere Ungerade aus
meinen Gedanken und Handlungen
gestrichen. Begegnet mir eine 3,
ergänze ich sie zur 4 oder verringere
sie zur 2. Beispiel: Ich kaufe 2 oder
4 Äpfel. Ich schreibe 2 Seiten oder 4.
Niemals 3. Ich lebe konsequent
in Harmonie von Paaren. Paare von
Dingen. Ich bin krank gewesen, weil
ich laufend in Ungleichen lebte.
Stress ohne Ende.
587
Um in Harmonie mit mir zu leben,
beende ich, mich als 1 Person
zu sehen und zu behandeln.
Gegen meine Empfindung lebe ich
im Krieg mit mir.
Passe mich den Standards der
Reihen an, um nicht aufzufallen.
Um für andere profitabel zu sein.
Meine Intuition sagt mir, dass
meine Empfindung, meine Seele,
mein Sein, zu Gast in meinem Körper
ist. Anima und Körper sind 2.
Ein Paar. Seither spreche ich mit
meinem Körper. Er ebenso mit mir.
588
Schrittweise fällt der Stress von mir
ab, etwas zu sein, was ich nicht bin.
Ich gehe der 1 des Faber und Sapiens
auf den Grund. Ich sehe, die 1 ist
eine Schimäre, um Menschen zu
Leistungen zu treiben. 1plus belohnt.
1minus bestraft. Die Faber und
Sapiens perfektionieren die
Unterdrückung und erfinden das Wort
Tod und Zeit. Meine Einsicht ist,
dass ohne die 1 nicht gemessen und
gezählt werden kann.
Am Amazonas leben Indianerstämme,
die ohne Zeit und Zahl harmonisch
miteinander leben. Der Urmensch am
Horizont wird die Lebensformen dieser
Eingeborenen unter den 20 Milliarden
morgen weiterleben.
589
Meinem Arzt sage ich den Grund
meiner Gesundung. Ich habe Stress
weitestgehend abgeschafft. Ich lebe
natürlich. Ohne die 1. Nicht in der
Dialektik von minus/plus. Ich lebe
Gerade. Paare. Harmonien.
Ich suche Balance und finde sie.
Intuitionen, Empfindungen leiten mich.
Ich bin Gast in meinem Körper.
Mein Körper und ich sind Freunde.
Vorher bin ich Feind meines Körpers
gewesen. Bekämpfe ihn. Zerstöre die
Natur, um mich daran zu bereichern.
Undenkbar heute. Ich entspreche
den Standards der Natur. Verbreite
keinen Unfrieden. Lache. Liebe.
An der Todeskultur des Faber und
Sapiens beteilige ich mich nicht mehr.
590
Am 12.12.2012 veranstalte ich eine
Besichtigungstour auf dem Mars.
Zu besichtigen ist der Kieselstein,
der beweist, dass der Planet einst
Wasser und Leben hatte.
Ich zeige hinter dem Marsrot Ebenen,
auf denen New York,
Shanghai, Berlin und Buenos Aires
gestanden haben. Bevor die Natur
beschloss Stille einkehren zu lassen.
Stille. Die Tür zu Gott.
591
Ich habe einen Afrikaner zu Gast.
2 Tage sagt er kein Wort und isst
meine Tütensuppen. Dann sagt er:
„Der Sinn des Lebens ist, zu leben.“
Er hat Recht. Jede Bruchteilsekunde
meiner gelebten Zeit ist als solche
kostbarer, als irgendeine Leistung
von mir. Unvorstellbar für mich,
mein Leben vorzeitig zu beenden.
592
Bekannte von mir schmeißen ihr
Leben weg, um sich und ihre Arbeit
bekannt zu machen. Geld zu verdienen.
Bei vielen geht die Rechnung auf. Sie
leben im Überfluss. Verfaulen innerlich.
Mein Talent, mich durch Krawall
unbeliebt zu machen, lässt mich Dinge
radikal verweigern, bewahrt mich, mit
18 oder 28 Jahren zu sterben.
Neben mir sterben Bekannte wie die
Fliegen. Bezahlen den Preis für Ruhm.
Sterben als Abfall. Ertrinken high im
Swimmingpool. Fallen tot vom Barhocker.
Koksen sich die Herzkammer zu.
>

Erzählerin: Emma Zug: 593-600

>
593
Meine Lebenszeit ist zu kostbar, als
dass ich meinen Körper dadurch ruiniere
andere zu unterhalten. Steige ich aus
der U-Bahn in München, pinkle ich im
Schlafzimmer eines Filmers. In der
öffentlichen Toilette bumst er seine
Hauptdarsteller an. Die Ehefrau
begleitet ihn, um ihn bei seinen Castings
zu beobachten. Der Laureatus verfault
von innen. Fremdbestimmt. Verwoben
mit dem Leben des Königs, der im
Jahrhundert davor vom Kopf her
verfaulte. Es wird bis heute geklatscht.

594
Die Volksgemeinschaft dankt ihnen für die
Vorstellungen. Mit dem Blut der Narren
geschrieben. Benennt Plätze nach ihnen.
Die Idioten verstehen bis zu ihrem Ende
nicht, dass sie für ein paar Faxen im
Spiegel ihr Leben wegschmeißen.
Ich entschuldige mich für meine
Bemerkungen. Denn wer und wann
irgendwie verfault, geht mich nichts an.
Gar nichts.

595

Deutsche Sprache bewirkt Effizienz.
Wer deutsch spricht, geht Dinge direkt
an. Das Unmittelbare seiner Handlungen
macht ihn zu einer Person ohne
Eigenschaften. So eignet er sich
besonders, fremdbestimmt zu sein.

596

In meinem SSpermator und seinen

Geschwistern begegne ich dem Bösen.

Er und eine Untergebene meiner

Sozialmutter hat mich gemacht.

Persönlich kenne ich sie nicht.

Seine männlichen Geschwister sind

Soldaten und Partisanenjäger. Der andere

Zahnarzt und Gestapo-Verhörspezialist.
Seine Schwestern ebensolche
Ausgeburten der Hässlichkeit.
Wieso Wally, meine Sozialmutter, sich

mit diesen Höllenengeln einlässt, ist

mir schleierhaft. Dabei ist Wally mein

Glück. Sie erzieht mich nicht. Lässt mich

wie ich bin. Paradiesvogel. Feuerrot.

597

Singen und Gitarre spielen kann er.

Von Karten spielen hat er keine Ahnung.

Er verliert mehr als 120 000 Peseten

an mich. Ich stecke die Geldrolle ein

und verachte mich dafür. Zurück in

Eivissa gehe ich noch zu Marty und

trinke ein paar Bier. Dann gehe ich

rüber zur Bank von Abel und zahle bis

auf 4000 Peseten das Geld auf mein

Konto. Gehe zurück zu Marty. Tommy

sitzt immer noch. Sturzbetrunken.
Snoopy auf seinem T-Shirt hat Tränen
in den Augen. Will nach Hause. Mit
den Snoopy-Hemden verdient Tommy
in England sein Geld. Soviel, dass er
sich zu Tode trinken kann. Neben ihm
sitzt eine Engländerin, die mit ihm
trinkt. Er stellt sie mir als
Lady Summertime Blues vor.

598

Ich bin müde und gehe in mein
Appartement in der Pension Real
zurück. Ich lege mich auf das Bett.
Schlafe ein. Über einem Kapitel von
RC „Farewell my love“.
Ich stehe früh auf. Frühstücke.
Ich habe von Ibiza genug. Ich will
noch ein paar Tage warten, ob sich
die Beziehung mit Zürich
weiterentwickelt. Die Frau geht mir
nicht aus dem Körper. Ich warte auf
das Opening. Passiert nichts, werde
ich Spanien verlassen.

599

Die Beiträge 609 – 616 werden
korrigiert wiederholt. Leser rufen an

und weisen auf die Fehler hin.

Sie entstehen dadurch, dass ich meine

Texte direkt ins Internet schreibe.

Fehler im Internet zu veröffentlichen,

sie nach Leser-Hinweisen zu korrigieren,

weist mich als Urheber der Texte aus.
Das begleitende Arbeitsbuch belegt
jede Korrektur.

600

AA schimpft grandios in seiner
„Nervenwaage“. Seither geht
schimpfen nicht mehr. Einmal reicht.

Die Schöpfung hat Humor, betrachte ich

mich im Spiegel. Oder den Faber sapiens

auf der Straße. Lauter Spaßvögel.

Wir sind Clowns, die Bubbles blasen.

Meine Märchen tanzen die Leichtigkeit

der 58ziger in Paris. Nie wieder ist

das Leben so einfach und schön.

>
Erzählerin: Wanda Fuego: 601-608
>
601
Die Oberschicht fördert die Oberschicht
mit dem Profit aus der Unterschicht.
Die Unterschicht verachtet sich dafür,
die Handlanger der Profiteure zu sein.
602
Tante Paulines Speikobra liegt vor der Tür
und lacht mich an:
-Bring mir eine Portion Blitz-Eis. Sofort.
Ich speie dir ein Kunstwerk an die Wand.
Oder zaubere dir Hände mit 8 Fingern.
-Ich habe kein Blitz-Eis.
-Du bist Langweiler geworden.
Du erzählst keine Märchen mehr.
Sprichst und schreibst Blasen.
Blitz-Eis hast du auch keins.
Mach´s gut. Mich siehst du nicht mehr.
Und zack, weg ist sie.

603

Auf der anderen Straßenseite ist das

Mariano. Tapas Bar. Auf dem Klavier gebe

ich seit 2 Jahren Konzerte. Provokationen

mit Gesang. Free Rock. War die Bar

geschlossen, gab ein Spanier

Klavierunterricht für Kinder. In einem

Konzert habe ich die Bar zum Mittelpunkt

der Insel erklärt. Seither gehöre ich zum

Inventar. Wir betreten die Bar. Ich grüße

den Bruder des Besitzers. Zeige auf den

Tisch, den wir belegen werden und sage:

Todo occupato.“ Mein Signal,

der Wirt entscheidet, was und wie lange

geliefert wird. Tapas. Rotwein. Zigaretten.

Bier. Ist der Wirt der Ansicht, es reicht,

zahle ich oder schreibe auf. Magnana.

Rolle nach Hause. In mein Appartement

im Erdgeschoss der Pension Oliver.
Seit Jahren geht das so.

604

Wir bekommen 1 Teller Muscheln.
1 Teller Tapas. Weißbrot, Zitronenscheiben.
1 Krug Rotwein. 2 Gläser. 2 Bestecke.
1 Schachtel Chesterfield. Streichhölzer.
1 Wolke Sympathie. Lachen.
Eva schüttet den Wein ein.
-Hei Max, kann ich mich zu euch setzen.

In der Ecke sitzt Hanna. Die Freundin von

Ringo. Verdeckt von Gästen.

Sie ist aus München. Ich kenne sie gut.

Wir haben eine Zeit lang die Dienstwohnung

ihres Vaters am Englischen Garten

abgewohnt. Er arbeitet als Diplomat in

Lissabon. Als Militärattaché oder so was.

Sie hat in der AndyW Factory in NY ihre

Ausbildung gemacht. Irgendwann treffe

ich sie im Zug nach Montreal. Wir steigen

irgendwo aus, stellen uns an die nächste

Fernstraße und trampen nach

San Francisco. Wenige auf der Welt

bringen das. Der Versuch mit

Liebe scheitert kläglich. Nichts passt.

605

Eva und Hanna an einem Tisch. Bestes

Theater. Ich konzentriere mich auf die

Muscheln. Esse sie wie Einheimische.

Ich esse das Muschelfleisch aus einer

geöffneten Muschel. Benutze dann die

Muschelschale als Werkzeug, um den

Inhalt zu entnehmen. Eva schmecken

die Tapas nicht. Hanna isst alles. Sie

hat immer Hunger. Fantastisch.

Wir essen wortlos. Trinken unsere Gläser

leer. Hanna steht auf. Sie ist noch größer

als Eva. Sie mögen sich.
-Ich gehe. Wir sehen uns nachher im
La Tierra.

606

Sie geht. Einen Kopf größer als die

Anwesenden. Ich lasse uns noch 2

Sandwiches machen. Zum Mitnehmen

einpacken. Wir gehen zum Hafen und

nehmen ein Taxi, um in mein Bett zu

fahren. Ihr Parfüm füllt den Innenraum des

Taxis und meiner Hose. Ich ziehe sie an

mich. Sie ist müde. Lässt mich ohne

Widerstand machen. Wir passieren

den römischen Torbogen der

Befestigungsmauern. Fahren den Berg

hinauf. In die Altstadt.

Die Bewohner sitzen vor ihren Häusern.

Manche kennen mich und winken. Sie

nennen mich Lupo. Das Taxi hält vor der

Pension, in der ich separat im Erdgeschoss

mein altspanisches Appartement bewohne.

Atelier mit Badezimmer. Ich bezahle die

Fahrt. Eva steigt aus. Der Fahrer will

wissen, ob ich ihm aus Deutschland

1 Mercedes Taxi besorgen kann. Ich

sage dem Fahrer zu, mich darum zu

kümmern. Eva wartet vor dem Eingang

der Pension. Ich schaue auf meine Uhr.
Es ist 14 Uhr.

607

Am 21.12.2012 beginnt die
Apokalypse des Homo sapiens.
Der Maya-Kalender stellt es fest.
Die Ereignisse bestätigen es.
Gesprochene und Fremdbestimmte,
Mensch Maschinen und
Maschinen Menschen lösen den
Sapiens ab.
Die Todeskultur und ihre
Zivilisation geht zu Ende.
König Gilgamesch erfindet vor
6000 Jahren das Wort Tod.
Es entsteht die Zahl 1plus
als Belohnung. Die Zahl minus1
als Bestrafung.

608

Das Herrschaftswissen, dass
der Tod eine Erfindung ist, wird
von WeiSSen gehütet. Sie
erziehen Menschen zu
Arbeitsmaschinen, die Profit
für die WeiSSen erwirtschaften.
Die Stadt Uruk und ihre Paläste
zeigen den Erfolg der Ausbeutung.
>
Erzählerin: Erna Laut: 609-616
>
609

Mein Sapiens ist Plan der Natur.
Die Gesprochenen. Ihre Zeit geht zu Ende.
WeiSSe und Fremdbestimmte
haben ihre Sprache verbraucht.
Als Gesprochene werden sie zu
Mensch Maschinen und
Maschinen Menschen.
Hybriden und Mutanten führen
die Entwicklung des Menschen
weiter. Am Horizont erscheint der
Urmensch. AG zeigt ihn als Passant.

610

Der Mutant Max de Man
gründet Scyland.
Forum für Urmenschen, die
sprechen und in Harmonie mit
den Vormenschen leben.
Die einen befähigt, Einsichten
zu haben. Zu sprechen. llingua.
Die anderen folgen Absichten.
Gesprochene.
Beide Menschenarten finden
friedvolle Formen des
Zusammenlebens. Wenn es
die Natur will.

611

Je größer der Schwarm der
der Menschen ist, umso größer
die Zahl der Gene und Epigene.
Myriaden von Verknüpfungen
entstehen, die Mime und Epimime
schaffen. Unendliche Vielfalt.
Die Natur will es, um sich
weiterzuentwickeln.
Die Apokalypse und das
Höllenfeuer, aus dem Neues
hervorgeht, ist notwendig.
Sicher ist es Unfug, wenn der
Sapiens vorgibt, als Teil der Natur
die Natur schützen zu können.
Es ist ein Versuch der WeiSSen,
zum Ende ihrer Herrschaft Profit
zu machen.

612

Gekünstlerte machen Abbilder
und Installationen, die von Kuratoren,
Media und Kunsthändlern
zu Geldscheinen gefiltert und
gehandelt werden. Mit dem Ende
des Zeitalters des Sapiens am
21.12.2012 halten sich Künstler im
Gegensatz zu den Gekünstlerten
im Elfenbeinturm auf. Wo sie
hingehören. Kunst ist Kunst.
Alles andere ist anders.
Was keine Abwertung der
Gekünstlerten ist. Feststellung.
Strategien und Kommunikation
hilft nicht weiter. Die Filterkunst
der Kuratoren ist Parallelwährung
zur Geldwirtschaft der Banken
geworden. In den Reihen.
Mehrheiten wünschen es. Also
ist es gut so.

613

Der Künstler als Sender ist
Kunst heute. Der Künstler, der
sich als seine Opera ins <Q> sendet.
Hat jemand keinen Empfänger dafür
empfängt er nichts.
Das Schöne der Tierbilder der
Höhlenmenschen von Lascaux,
der ägyptischen Grabmalereien,
der Picasso und Pollock-Bilder,
ist für die Ewigkeit.
Ausdruck der Einsichten der
Vormenschen.

614

Die Leistung des Sapiens sehe
ich darin, dass er morgen 20
Milliarden Menschen zeugt, die
durch ihre Vielzahl von Genen
und Epigene von Mimen und
Epimimen beste Voraussetzungen
für den Neuen Menschen schafft.
Adam und Eva aßen die 1.
Minus1plus. Begannen zu messen
und zu zählen. Schnell fanden
sie heraus, dass mehr Menschen
mehr Profit machen.

615

Ab dem 21.12.2012 mutieren die
Gesprochenen zu Mensch Maschinen
und Maschinen Menschen.
Menschenartige, die das Messen, Zählen,
Produzieren, Verkaufen machen.
In Kooperation mit Urmenschen,
die sprechen und empfinden.
Neben mir spricht 1 Gesprochener:
„Die Ganzheitlichkeit ist nachhaltig.
Aber nicht wirklich.“
616
Ich fliege mein Sein.
Weil ich nicht messe und zähle,
weiß ich nichts. Empfindungen
finden mich. Sprechen mit mir.
Ich folge dem, was sie mir sagen.
Positionen. Im Augenblick Gottes.
>
Erzählerin: Elsa Rummel: 617-624
>
617
Über 50 Jahre lese ich eine
Wochenzeitung. Als Wegweiser. In
der mir vorliegenden Ausgabe
macht die Zeitung Propaganda
für AH. Inklusive eines Fotos, das
den Massenmord-Hysteriker in
der Heldenpose eines Ritters zeigt.
Star-Foto. Wie mit dem Mund des
Dr. J. Goeb gemalt.
Der Reichspropagandaminister
hat seine Freude an der Propaganda
für AH. Ich nicht. Adios Zeit.
Ich kaufe und lese dich nicht mehr.
618
Die Bullas und Märchen des GG
richte ich so aus, dass der, der den
Autor als Faschisten sieht, seinen
eigenen Gedanken- und
Gefühlsstrukturen folgen. Sich
entschlüsselt. Decouvriert. Sicher
bin ich für die WeiSSen der
Volksgemeinschaft misslungen.
In einem Fruchtbarkeitslabor im
Auftrag des AH entstanden, bin ich
aus Unkenntnis der Produzenten so
gewürfelt worden, dass mich meine
Herkunft anwidert. Lieber ist mir
die Pest kennen zu lernen, als
meine Mutter und meinen Vater.
619
Mir geht es gut, weil ich sie nicht
kenne. Ich bin selbstbestimmt.
Nicht fremdbestimmt. Wie die
Atavisten es vorhatten. Diese
missbrauchten mich für
Menschenversuche,
Ich war versklavt bis zum Mai 1945.
Wurde von WeiSSen bis 1958
protokolliert. Bis ich ins Exil floh.
Der Gasgestank verfolgt mich
seit meiner Kindheit. Süßlich.
Verwesung. Meine Einsicht, dass sie
als Teil der Natur sind, wie sie sind,
hilft mir nicht weiter. Ich ertrage
Gaser nicht. Als Kind sage ich:
-Die Person ekelt mich an. Sie stinkt
aus den Augen.
Heute bete ich:
-Und vergib mir meine Schuld, wie
auch ich vergebe meinen Schuldigern.
620
Ich liege im Krankenhaus. Neben mir
liegt Uwe. Wir sind gleichen Alters. Uns
ist der Blinddarm herausgenommen
worden.

Neben Uwe liegt ein Bergmann. Er hat

sich unter Tage bei einem Arbeitsunfall

kastriert. Wird er wach, weint er. Seine

Freunde bringen ihm Flachmänner mit

Kornschnaps. Trinkt er aus der Flasche,

zieht er die Bettdecke vorher über den

Kopf. Trotz der Schmerzen, die ich habe,

fühle ich mich pudelwohl. Froh darüber,

nicht auf das Gymnasium gehen zu

müssen. Befreit davon, nicht zum

Kriechorgan ausgebildet zu werden.

621

In dem Schulaufsatz „Nach dem
Abwurf der Atombombe“ schreibe
ich mit 12 Jahren: „Das Ruhrgebiet
ist zerstört. Viele Bewohner sind tot.“
Hans Schepior geht durch die
verwüstete Stadt. Er sucht seinen
alten Arbeitsplatz. Ich suche meine
Schule. Zufällig treffen wir uns vor
dem Kaiser‘s Kaffee-Geschäft. Auf
dem Fußboden liegen Menschen,
deren Hände und Füße sich durch
die Atomstrahlung zu Kriechorganen
verändert haben.
622
Mir wird zum Ende des Schuljahres
mein Blinddarm herausgenommen.
Frühjahr. Erspare mir Prüfungen und
Klassenarbeiten. So bin ich sicher,
mein Versetzungszeugnis wird
hervorragend sein. Ich bin also happy.
Der Chefarzt sagt zu meiner Mutter:
-Selten solch einen gesunden Jungen
unter dem Messer gehabt.
Uwe und ich haben bisher wenig
miteinander gesprochen. Er ist
Lehrling in einer Drogerie. Ich bin
Oberschüler. Spinner für ihn.
Aber dass ich mir den Bauch
aufschneiden lasse, um mich vor
Klassenarbeiten zu drücken,
imponiert ihm. Er zeigt, was er
drauf hat:
-Jetzt zeig ich dir mal, was nicht in
deinen Schulbüchern steht.
Er verlässt vorsichtig sein Bett. Presst
die Hand auf seine Wunde. Humpelt
zu seinem Bettnachbarn, der bei einer
Behandlung ist. Er fischt elegant das
Gebiss aus dem Wasserglas auf dem
Bettschränkchen, schmeißt die Zähne
unter das Bett.

623

Der Bettnachbar kommt zurück.
Stellt fest, dass sein Gebiss
verschwunden ist. Fängt an, zu heulen
und kreischen. Die Schwestern
kommen. Ich setze mein Engelsgesicht
auf. Weiß von nichts. Uwe mit seiner
Elvis-Frisur steht als Täter fest.
Ich sehe die Schwester an und sage:
-Er hat nichts getan. Ich hätte es
gesehen.
Wenig später findet eine Schwester das

Gebiss unter dem Bett. Die Sache ist

erledigt. Der Gebissträger wird auf ein

anderes Zimmer gelegt. Uwe liegt

entspannt in seinem Bett. Streicht die

Bettdecke glatt bis sich ein Hügel

unter Decke bildet. Er schließt die

Augen. Seine Hände sind unter der

Decke. Er vibriert. Singt mit seiner

Kopfstimme:
-Only you can make the change indeed.
Only you….

624
Reihen sind: 0>1_3_5_7_9_… .
Räume sind: 0>2_4_16_256_256²… .
Messe und zähle ich, benutze ich die 1,
um ungerade Zahlen zu Geraden zu
machen. Um Disharmonien zu
Harmonien zu machen. Zu Paaren.
Ich nehme als Beispiel die 3.
1 minus 3 ergibt 2. Gerade Zahl. Paar.
3 plus 1 ergibt 4. Gerade. Paar.
Ich ziehe die 1 ab, wenn weniger besser
ist. Ich gebe die 1 hinzu, wenn mehr
besser ist. Ich übersetze es in die Praxis:
2 Stück Schokolade zu essen ist für
mich besser (gesünder), als 3 Stück
zu verzehren. Ich nehme unnötig an
Gewicht zu. Dagegen sind 4 Minuten zu
Gehen für mich besser als 3 Minuten.
Je mehr ich gehe, umso besser für mich.
>
Erzählerin: Matilda Lasso: 625-632
>

625

Sehr schnell lerne ich, mich intuitiv

richtig und zu meinem Vorteil zu

verhalten. Was ich mache, geschieht

intuitiv in Paaren, Harmonien.

Die 2 lässt mich in Balance mit meinem

Körper sein. Zufrieden. So lebe ich in

Frieden. Ohne Stress.

Treffe ich in Reihen auf Ungerade, meide

ich sie. Geht das nicht, verringere ich

ungerade Leistungen zum Beispiel um

einen Faktor und harmonisiere sie.

Meine Losung ist, die Hälfte reicht.

Ist mehr besser, gebe ich das hinzu,

was das Vorhaben harmonisiert. Die

Balance nicht stört.
Mit Ungeraden zu leben, habe ich
für mich abgeschafft.

626

Ich nehme mir nicht heraus, Ratschläge
oder Empfehlungen zu geben. Jeder
ist wie ich in der Lage, sich zu verbessern.
Macht er es nicht, schadet er nur sich.
Niemandem sonst.
Ich mache mein „Contra 1 Programm“ nicht,
um Neuartiges zu machen, sondern um
persönlich natürlicher zu leben.
Ohne die 1. Wenn es geht.
Ohne zu messen und zu zählen, entferne
ich Stress und Unfrieden aus meinem
Leben. Ich lebe Einsichten statt Absichten.
Ich sage mir, nichts ist 1fach.
Alles ist 2fach. Es funktioniert. Mein
Körper folgt mir. Gerne. Innerhalb kurzer
Zeit habe ich die Reihen der 1 vergessen.

627

Ich bin 70 Jahre alt. Mein Arzt hat mich
gründlich untersucht und sagt, er
kann nichts für mich tun, weil ich gesund
bin. Vor 6 Jahren ist das anders. Ich bin
stark übergewichtig. Leide unter
Bluthochdruck. Meine Blutfettwerte sind
katastrophal. Ich habe Vitamin B12-Mangel.
Arterien sind verkalkt. Ich habe
leichte Schlaganfälle gehabt. Habe akut
Schwindelanfälle. Ich rauche und trinke
Alkohol. Übermäßig. Ich bin unzufrieden
und aggressiv. Ich nehme 5 Medikamente
täglich. Ich bin krank. Ich bin zum
Sterben krank.

628

Ich lese von Indianern am Amazonas,
die ohne Zahl und Zeit leben. Keine
meiner Krankheiten haben.
Ich gehöre zur Gattung des
Homo ludens. Ich bin Künstler. Ich denke
Räume, weil ich die Veranlagung dazu
habe. Die Lebensweise der Indianer ist
für mich verständlich. Den Sapiens habe
ich mir angezogen, um mich anzupassen
und zu profitieren. Ich profitiere Stress.
Tag und Nacht. Zum Homo Faber fehlt mir
die Begabung. Es fällt mir also leicht,
nicht zu messen und zu zählen.
Das Theater, das ich in den Reihen
veranstalte, ist überflüssig.
Ich betrachte und ändere mich.
Ich stelle fest, was ich empfinde.
Erkläre mir, was ich daraus zu tun habe.
Das fällt mir leicht. Ich spreche mit Gott.
Täglich.

629

Ich finde heraus, dass Asymmetrien

mich blockieren. Sie entstehen dadurch,

dass ich meine Symmetrien mit zusätzlichen

Leistungen zu Unpaaren, Ungleichen mache.

Symmetrien sehe ich als Räume, die ich

empfinde. Asymmetrien sind Reihen.

Spiegelungen. Flüchtig. Ihr Sinn ist es, Profit

zu machen. Flüchtig und wertfrei. Bleiben

Asymmetrien erfolglos, machen sie Stress.

Unfrieden. Ich folge meinen Intuitionen.

Was mir gut tut, aber unpaarig ist, vergrößere

oder verkleinere ich so, dass es Paar ist.

Das heißt: statt 1 Apfel esse ich 2 oder 4.

Statt 3 Würstchen esse ich 2 oder 0.

Statt 1 Schluck Wasser trinke ich 2.

Statt 1 Schluck Alkohol trinke ich 0.

Meine Woche hat 8 Tage. Der 8. Tag

der Woche ist anteilig täglich. Die Zeit der

Gespräche. Mit Gott. Mit meinem Körper.

Mit Menschen, die ich mag. Ich gehe

4 Kilometer. Zumeist 2mal täglich.
Ich mache 8 Übungen morgens. Mit der
linken Körperseite. 8mal rechts. Spiele
Punk und Monk auf dem Klavier. Singe
Dada.

630

Sehr schnell komme ich darauf, dass

1 Person zu sein der Treiber für meine

Asymmetrien, Disharmonien, Unfrieden

und Fehlverhalten ist. Ich bin von Natur

aus 2. Ich empfinde, dass mein Sein,

meine Anima, zu Gast in meinem Körper

ist. Ich sehe ein, dass ich meinen Freund

und Gastgeber, meinen Körper, 66 Jahre

als meinen Feind behandelt habe.

Den ich beherrschen und ausbeuten will.

Da ich mich weigere, mit ihm zu sprechen,

meldet er sich mit Krankheiten zu Wort.

631

Heute spreche ich mit ihm. Er sagt mir,

wie er sich auf die Spaziergänge und 16

Übungen morgens freut. Über veränderte

Essgewohnheiten. Über die Harmonie,

die ich mit ihm und anderen lebe.

Was ich sage, sage ich meinem Körper.

Sage ich mir. Ohne 1 und Stress zu leben,

habe ich mir mühelos und schnell

angewöhnt. Weil es mir gut tut.
Ich werde den Teufel tun und dem
Größenwahn folgen, von mir auf andere
zu schließen. Empfehlungen zu stricken
und Geschäft daraus zu machen. Jeder
der zufriedener leben will, kann es. Also
weg mit der 1, die uns aus dem Paradies
vertrieben hat. Alles? Alles!

632

Ich bin Mutant. Ich schreibe über
mich. Frankenstein berichtet über

sich. Persönlich. Erstmals erfahren

andere die Empfindungen eines

Hybriden. Meine Erlebnisse.

Mein Anderssein. Meine Biographie

gibt Hinweise über die Welt der

Artifiziellen. Millionenheer.
Ob mir meine Erzählungen schaden
wird sich zeigen. Wie es ist.
Ich breche mein Schweigen.
Im Exil in Paris hatte ich es mir
auferlegt.
>
Erzählerin: Erika Zank: 633-640
>
633
Der Surrealist AB, mein Lehrer und
Arzt hatte mir dazu geraten:
-Betrinke dich. Berausche dich.
Vergesse dich. Mache Krawall, Aktionen.
Spreche nicht darüber. Spiele Theater.
Wenn du sprichst, was du lebst,
was du erlebt hast, sperren sie dich weg.
Denke an Artaud. Denke an Genet.
Denke an Ovid. Augustus sagt:
-Meinen Freund Ovid muss ich
verbannen, weil er Dinge sieht,
die er nicht sehen darf. Ich schreibe auf,
was mir meine 128 Erzähler berichten.
Mit Gott.
634
Im Exil lese ich die Erzählung
Naked Lunch von WB. Der Inhalt der
Story sagt mir wenig. Dabei erzählt der
Autor grandios. Bis ins 3. Lebensjahr
bin ich Präparat für Menschenversuche.
Junkie. Ich schlief die Sucht in meinem
Koma aus. Als ich aufwache, bin ich
clean. Immun gegen Sucht jeglicher
Art. Alkohol ist für mich Lebensmittel.
Als ich es nicht mehr brauche, setze ich
es ab. Wird mir Alkohol, Nikotin, Heroin,
Preludin usw. angeboten, interessiert
mich das nicht. Nehme ich
zum Beispiel LSD, schlafe ich ein.
635
WB ist WeiSSer. Er stinkt aus den
Augen. Nach Desinfektionsmitteln.
Er hat den Geruch des Labors,
in dem ich als Embryo und Kleinkind
arbeite. Ich nehme an, dass mir im
Kind-Koma Drogen injiziert werden.
Meine Naked Lunchs. Henkersmahlzeiten.
Schokolade zum Ende einer
Versuchsreihe. Ich entnehme es den
Notizen meiner Sozialmutter.
Den Roman „On the Road“ von JK lese
ich, als meine Zeit als Straßenkämpfer
vorbei ist. Was meine amerikanischen
Kollegen erleben, ist harmlos zu dem,
was auf meinen Straßen an Eisen
gefressen wird. Dem Rocksänger BJ
sage ich, wir sind im 3. Weltkrieg.
Mittendrin. Ein paar Wochen später
fällt er. Ich machte weiter.

636

Als ich besoffen in einem Schaufenster

auf der Wilmersdorfer Straße in Berlin

meine Opera in das Klavier rotzte,

sagte Blue Monk:

-Mach nichts anderes. Du kannst das.

Spiel, was du im Kopf hörst.

Den BeBop Spruch kenne ich aus Paris.

Nie im Leben werde ich die Folge von

zwei Tönen so spielen, wie der Meister

sie spielt. Scheiße ist das.
Seit vier Jahren spiele ich wieder Klavier.
Nur Blue Monk spielt nicht mehr.
Spaß beiseite. Blue Monk ist auf Sendung.
Täglich höre ich ihn. Seine Mütze über den
Ohren. Im <Q>.

637

Im Mai 1945 werde ich aus meinem Stein

befreit. Die Menschenversuche werden

eingestellt. Keine WeiSSen mehr.

Ich erwache aus der Larve des

Präparats. Bleibe Stein. Aus Glas. Blau.

Bis 2008. Erst dann lerne ich mich kennen.

Gefühllos. Süchtig. Krank. In Nebel und

Watte. Ohne Sprache. Lerne ich meine

Sprache. Nehme Menschen wahr.

Ich bin nicht allein. Die Sonne scheint.

Ich lache sie an. Sie lacht mich aus,

weil ich Angst habe. Vor Menschen.

Fühle mich. Erstmals. Streichele mich.
Begreife mich.

638

Ich frage mich in meiner llingua:
-Wer bist du?
-Menschen nennen mich Körper.
-Ich möchte dein Freund sein.
-Ich bin es. Ich bin dein Haus.
Mein Leben lang.
-Was ist danach?
-Ich nehme eine neue Form an.
Du schläfst ein. Wenn du in Milliarden
Jahren aufwachst, treffen wir uns.
-Milliarden Jahre später.
-Du schläfst ein. Wachst du auf, ist
die Zeit vergangen. Du empfindest es
als Augenblick.

639
Meine Engel Eva und avE sind zurück.
Verkleidet als der Tod. Rot.
Sie beobachten mich. 6400 Schritte entfernt.
Stehen da. Prächtig. Selbstbewusst.
Unabdinglich.
Morgens, als du mich verlassen hast
hüpfen sie auf mich zu. Leichtfüße des
Königshofes.
Meine Engel Eva und avE grüßen.
Ich grüße zurück. Sie holen mich ab.
Meine Reise geht weiter. Mühelos.
Viermal treffen wir uns bisher. Sie
verschieben meinen Abflug auf
morgen. Mein Körper will es.
Mal sehen, was wird.
Mein Körper umarmt mich. Sanft.
Unaufdringlich. Hauch. Zutraulich.
Er bringt mich an das Fenster. Der
Frühling ist da. Pracht, die blüht.
Ich stehe vor Carla, meiner Spinne,
mit der ich mich täglich unterhalte.
Mein Körper empfindet, dass es für
den Abschied zu früh ist. Er sieht
wie wir uns mögen. Ein Zeitaufschub.
Schließt mich ein. Schaltet mich zurück.
Macht mich zur Feder. Ich schwebe
zurück in das Jetzt.
Bleibe bei Carla und dem Frühling.

640

In meinem Lebensbuch steht, dass

ich Alchemist, Artist, Autor und

Aktionist sei. Ich füge hinzu, voller

Leidenschaft. Schluss mit der Blase.
Es reicht.
>
Erzählerin: Lisa AsiL: 641-648
>
641

Der 1. WeiSSe von dem ich lese, ist

Gilgamesch in Uruk. Vor 6000 Jahren.

Panther, Priester, König, Künstler.

Spreche ich mit Gilgamesch, staune

ich darüber, wie sehr sich der Sapiens

zurückentwickelt hat. Der Erfinder der

1 und des Wortes Tod empfindet Paare

der 6. 60 Minuten. 12 Monate. 6 Finger

an jeder Hand. Sagt er und zeigt seine

Hand mit 5 Fingern.
-Wie kommst du darauf, 6 Finger an
den Händen zu haben?
-5 Finger siehst du. 1 Finger sehe nur
ich als König.

642

Berichte ich über Personen, die ich

in den Reihen treffe und spreche,

nenne ich sie per Kürzel. FJS. JoB.

FJS ist mit JoB gut bekannt. Sie mögen

sich. Der eine schwarz. Der andere

grün. Beide WeiSSe. Privat nennt sich

JoB Franz Joseph B. Er fragt mich 1968,

ob ich Bayer bin. Ich komme aus

Böhmen, antworte ich. Er nennt mich

von nun an Böhmer. Andere auch.

Auf der Ratinger Straße. Party jeden

Tag. Wunderbar.
Ich lerne. Meine Anima spricht llingua.
Schreibt lletter. Mein Körper macht
und verkauft Dinge, um Lebensmittel
kaufen zu können.

643

-Ihr mit eurem Gequassel. Das Spiel

ist aus. Und keiner weiß, wer gewonnen hat.

-Hören wir gleich in der Zusammenfassung.

-Schönen Abend noch. Ich geh zu meiner

neuen Perle.

Der Meckerer steht auf. Geht. Er ist neu

in der Runde. Er passt nicht dazu. Er trägt

Salz und Pfeffer-Knickerbocker.
Bergarbeiter tragen solche Hosen nicht.

644

-Wat is dat fü‘rn Macker.
-Arbeitet in der Kokerei. Zahlt 150 Mark
für Schlafen und Essen. Das Zimmer oben.
-Da kann man nicht meckern.
-Echte Kohle ohne Maloche.
-Das Thema trag ich der Meinigen vor.
-Nicht einfach, so einen zu finden.
-Ich rede mal mit dem Fred von der
Gewerkschaft. Kennt sowat.
Auf dem Hausflur ist die Stimme von Frau
Rampmann zu hören. Eine Frau sagt:
-Das kann er doch nicht machen.
Er kann mich doch nicht einfach
warten lassen.
-Was ich Ihnen sage, er ist nicht da.
Er war da.
-Aber sein Motorroller steht draußen.
-Was weiß ich, wo er ist.

645

Zu hören ist, dass die Frau zu weinen
begonnen hat.
-Ich will zu ihm.
-Aber wenn er Sie nicht mehr will.

Ich höre Geklapper von Stöckelschuhen.

Die Haustür schlägt zu. Der junge

Mann kommt wieder in das Zimmer,

geht zu dem Tisch, belegt sich eine

Stulle mit Harzer Käse, beißt hinein.

Geht und sagt:
-Die Alte nervt.
Die Knickerbocker sind gegangen.
-Gut dass Fred den Macker nicht hört.
-Der klatscht ihm eine in die Fresse.
-Dass es nur so dampft.
646
16.Geburtstag. 23.September 1958.
Die Sonne ging auf. 6 Uhr früh.
Um unentdeckt zu bleiben, habe ich meine

Reisetasche aus dem 1. Stock auf die

Straße geschmissen.

Gepäck. 1 Paar Schuhe. 2 Unterhosen.

1 Handtuch. 1 Zahnbürste. 1 Rasierapparat.

Rasierklingen. Rollkragenpullover. Grau.

Flanellanzug. Schwarz.

Bücher. Rimbaud. Infer. Melville. Moby Dick.

Nietzsche. Die Geburt der Tragödie.

Wittgenstein. Tractatus.

Lord Byron „Ode to Napoleon Bonaparte“.

647
Ein Notizbuch und Bleistift, um meine
„Ode an das Schneetal“ zu schreiben.

Paris liegt südwestlich von Westfalen.

Mehr hat Hannibal auch nicht gewusst.

Geld und gefälschten Personalausweis

im Strumpf sprang ich der Tasche

hinterher. Gehe los. Bis ein Auto anhält.

Mich nach Holland mitnimmt.
Im Auto empfinde ich, es gibt kein zurück.
Ab jetzt bin ich unterwegs.

648

GG, der German Golem spricht nicht

über andere. Er spricht und schreibt

über sich. Was er von seinen 128

Märchenzählern in seinem Kopf

geschildert bekommt.
In der Ichform spricht Max de Man als
ein Erzähler der 128.
>
Erzähler: Martin Hell: 649-656
>
649

Ich schreibe das, was ich als Mutant

unter denen empfinde, die durch

ihren Vater und ihrer Mutter gezeugt

und erzogen werden.
Als erster Artifizieller, Doc Kid, berichte
ich darüber. Für Millionen Mutanten,
die bisher wortlos, aber nicht tatenlos,
sind. Als Mutant berichte ich, wie ich
empfinde. Ich weise darauf hin, wie
Menschen empfinden, die industriell
gefertigt werden. Als Doc Kid verändert
werden.

650

Hybride wie ich ist der Übergang

zur Weiterentwicklung des Menschen.

Was mich von den Mutanten vor mir

Unterscheidet ist, dass ich mich in dem

Prozess bewusst empfinde. Ich mit der

Natur spreche. llingua.

Bis ich erfahre, dass ich Hybride bin,

höre ich den Märchenerzählern in

meinem Kopf zu, wenn ich Langeweile

habe. Lachen möchte. Den Grund für

die Veranlagung kenne ich nicht.

Ich nenne die Phantasien, seit dem Exil

in Paris, Illuminationen. Spielfilme, die

vor meinem inneren Auge ablaufen.

In Farbe. Der Grund warum ich s/w Filme

und Fotos mag. Ich sehe sie farbig.

Sehe ich s/w Bilder, empfinde ich sie

in eigenen Farben. Rieche und

schmecke sie. Meine Illuminationen

sind, wie sie sind. Ohne mein Zutun.

Für mich. Eigentum. Warum sie sind,

interessiert mich nicht.
Den Grund für meine Vita Morganas
weiß ich, seit ich meine Herkunft und
Herstellung kenne.

651

Der Sapiens verrinnt in den Milliarden

seiner Gattung. Er verbraucht seine

Lebensgrundlagen. Die Natur will es.

Für die Weiterentwicklung von Menschen

benötigt sie, nehme ich an, die lebende

Zahl von 20 Milliarden Menschen. Die

heute vorherrschenden 7 Milliarden

Mensch Maschinen weisen darauf hin.

Die Masse Menschen haben Epigene und

Epimime zu produzieren, aus denen der

Urmensch einer neuen Gattung entsteht.

652

Ich sehe in der Zeitung Gemälde und
Fotos von Schülern, die ausgestellt
werden. Gute Arbeiten aus dem
Schulunterricht heute. Avantgarde vor
50 Jahren. Kein Zweifel, JoB bemerkt
richtig, dass jeder Künstler ist. Die
Schüler sind nach JoB Künstler. Linear
wie JoB ist, weiß er nicht, dass die Kunst
heute nichts mit der Kunst gestern zu
tun hat. Seine Aussage, dass jeder
Künstler ist, hat zur Folge, dass alles
Kunst ist. Als Professor filtert er dadurch
seine Gegenstände zur teuren
Händlerware.

653

Er ist einer der Vollender und Zerstörer

der Sapiens Kunst. Höhlenmalereien.

Abbildungen. Figuren. Grabbeilagen.
Macht jemand die Kunst der
Vormenschen heute, stellt er
Dekoration und Unterhaltung her.
Gut gemacht oder schlecht.
Wer es wissen will, weiß es seit
AndyW: Der Sapiens hat
Geldscheine in den Windungen seines
Gehirns. Geldscheine in seinem Sperma
und der Gebärmutter. Die Kunst an den
Wänden seiner Kultur sind Geldscheine.
AndyW sagt 1968 in Düsseldorf zu JoB:
„Das Geschäft ist die Kunst.“
Ich schreibe das Scyland Manifest
zu Ende. Das Epos „Schneetal“ entsteht.
Ich schreibe Vita Morgana.
Entwickle mein Picture Writing.
llingua entsteht.
Im Eiskellerberg von Düsseldorf
<Q>art.

654

Im November 1963 treffe ich AB in

Berlin. Er überträgt mir die Fortführung

der Max de Man Network.

Ich wiederholte mein Versprechen,

bis 2008 zu schweigen.

Um Poet zu werden, befiehlt er mir,

keine Adjektive zu benutzen.

Ich höre und gehorche.
2008 gründete ich www.scyland.com.
Öffne mein Beziehungsgefüge.
Gründe Scyland.
Trage meine llingua in den Snikipeak.
Verbrenne meine Verletzungen im
Magma meines Blutes.

655

German Golem. Der Titel des
Märchens trifft. Golem ist ein Traum
des Rabbi Löw, der deutsch spricht.
Golem ist hebräisch und heißt
„ungeformte Masse“.
Geträumt in Prag um 1600.
Nach der Legende ist der Golem
ein künstlicher Mensch aus Lehm,
der verfolgte Juden beschützt.
Nicht mich.

656

Heute früh erschlägt das abfahrende

Auto eines Mieters meinen Grauen.

Meinen Kater, der sich unter das Auto

schlafen gelegt hat. Weil ich unterwegs

bin, kommt er nicht ins Haus. Die

Hässlichkeit des Autos tötet Schönheit,

Stolz, Anmut. Der Fahrer bemerkt den

Unfall. Lässt den Sterbenden liegen. Er

entschuldigt sich nicht. Im Gegenteil:

-Alle sind froh, dass der weg ist. Gestern

lief der mit einer Blaumeise im Maul rum.

Verboten ist das. Ich schütze doch die

Singvögel, wenn ich so ‚nen Stinkbolzen

umfahre.

Er geht lachend. Ich gehe zum Anwalt.
Kündige ihm fristlos.
>
Erzähler: Amadeus Schal: 657-664
>
657
Ich erlebe es noch. WeiSSe haben
das Patent EP 1572862 angemeldet.
Es ermöglicht, Schimpansen
gentechnisch zu verändern.
Schimpansen sind genetisch dem
Menschen ähnlich. Die Nähe zum
Sapiens ist von den Forschern
erwünscht. Was bei Schimpansen
möglich ist, ist wahrscheinlich bei
Menschen ebenso möglich.
658
Was in den Fruchtbarkeitslabors
des letzten Jahrhunderts begann, wird
Wirtschaftsfaktor. Es geht hierbei nicht
darum, Tiere und Menschen künstlich zu
zeugen oder zu klonen. Zukünftig werden
nach Anleitungen auf den Bedarf hin
Menschen konstruiert. Perfekte
Mensch Maschinen entstehen so.
Preiswerte Präparate für
Menschenversuche. Für die WeiSSen
Profit ohne Ende. Fehlläufer wie ich es
bin, sind dann Vergangenheit. Für die
Natur bedeutet das, sie benötigt für
Entwicklungen des Menschen nicht
mehr die große Zahl.
659
Gott gehört die Natur. Wie sie ist, ist
es Gottes Wille. Ohne Einschränkung.
Gott hat mir durch seine Propheten
Friede und Gerechtigkeit versprochen.
Weil ich zu primitiv bin, die
Zusammenhänge zu verstehen, wird
ein Wunder geschehen, damit
20 Milliarden, zumeist Mensch Maschinen,
morgen in Frieden und Gerechtigkeit
miteinander leben. Ich begreife es nicht.
Ich bete.

660

Ich sehe Reihen, die ich aus dem

Roman und Film die „Zeitmaschine“

kenne. Ich werde im Fruchtbarkeitslabor

der Teplitz Bucht in einem

Konzentrationslager gemacht. Meine

Sozialmutter arbeitet in der Verwaltung.
Ihr Mann macht mit Braunen Frauen
mehr als 300 Präparate. Ich gehöre
dazu. Unter der Kontrolle einer
bekannten Einrichtung von Humanisten
wird das KZ als kultureller Mittelpunkt
des Bösen organisiert.

661

Zwischen Theateraufführungen und

Gestapo-Verhören werden die

Gefangenen umgebracht und in den

Öfen des Krematoriums verbrannt.

Die internationale Einrichtung aus der

Schweiz kontrolliert, ob die Gefangenen

lachend in die Öfen gehen. Ist das

nicht der Fall, wird es diskutiert. Es

werden Verbesserungen erarbeitet.
Die Lagerleitung des KZ sorgt für die
Abwicklung.
662
Nach dem Zusammenbruch wohne
ich mit meiner Sozialmutter eine Zeit
in der Nähe einer Kokerei.
Steht der Wind ungünstig, treibt er den
Gestank der Kokerei ins Haus. Meine
Mutter sagt dann, es weht.
663
Heute weiß ich, dass sie den Ausdruck
aus ihrer Zeit im KZ hat. Werden Leichen
verbrannt, riecht es süßlich in der
Teplitz Bucht. Die WeiSSen sagen dann,
es weht. Schließen die Fenster.
Trieb der Wind den Gestank der Kokerei
ins Haus, sagt sie:
-Es weht. Fenster und Türen zu.
664
Sie steigt aus dem Taxi. Wartet auf mich
während ich im Auto mit dem Fahrer den
Fahrpreis aushandle. Zum Schluss zahle
ich seine Forderung. 50 Peseten zu viel.
Ich bin fix und fertig. Völlig übermüdet.
Eva hat sich auf einen Stuhl neben den
Eingang zur Pension Oliver gesetzt. Ich
betrachte sie. Seit 10 Jahren saß immer
mal jemand auf dem Stuhl und wartet auf
mich. Die vor ihr haben keine Gesichter
mehr. Sie ist mir näher, als jede zuvor.
Auf diesem Wackelstuhl. Ich brenne.
>
Erzähler: Sal Elbe: 665-672
>
665

Wir steigen die 8 Stufen zu meinem

Appartement hinauf, das von der Treppe links

unmittelbar zu erreichen ist. Ohne Gang.

Die Tür steht offen. Ich sehe in den

Wohnraum. Die Decke ist gewölbt. Blau.

Zum Fenster das Bett. Für 2. Ich bin zu

Hause. Ich schmeiße meine Reisetasche

in den Raum. Auf die Schiffsplanken aus

Eiche. Keine Ahnung welches Schiff

geplündert wurde, um das Haus

einzurichten. Vor den Hippies, Touristen,

Spaniern trieben sich Korsaren, Wandalen,

Römer und Phönizier auf den Balearen

herum. Auf Ibiza hinterlässt der Mischmasch

deutliche Spuren. Gastfreundliche

Menschen. Untypisch für Inselbewohner.

Manchmal mit blauer Augenfarbe.

666

Das Zimmermädchen säubert gerade den
Raum von den Hinterlassenschaften des
Vormieters. Leere Weinflaschen und
Zeitungen.
-Das Appartement ist schön.
-Es hat den Vorteil, dass es eine eigene
Toilette und Dusche hat. Bei meinen
Besuchen vor 10 Jahren bedeutet das Luxus
ohnegleichen. Ich habe einen ähnlichen
Stützpunkt in Tarifa am Marktplatz. Nur nicht
im Erdgeschoss, sondern unter dem Dach.
Mit Blick auf Tanger. Ist die Polizei in Spanien
Inquisition, ist sie in Tanger und
Marokko ein Haufen legalisierter Banditen,
die dein Geld und deine Gesundheit rauben.
Mit dem Schnellboot rüber nach Tanger.
Deals machen. Und sofort wieder zurück
nach Tarifa, um ruhig schlafen zu können.
Auf Ibiza und Formentera wohnen
Verrückte und von Franco Verbannte.
-Schau dir den märchenhaften Balkon an.
Auf anderen Straßenseite.
-Die Stille zur Mittagszeit ist unglaublich.
-Was sich mit den Touristen ändern wird.
-Mir kommt es vor, als sei es mein letztes
Mal, dass ich in Eivissa bin.
-Was ist Eivissa?
-Ibiza ist die Insel. Der Hafen und die
Altstadt heißen Eivissa. Das ist Phönizisch.
Glaube ich.
-Der internationale Flughafen wird alles
ändern.
-Ibiza wird ein Puff.
-Solange Franco lebt nicht.
-Er kann jeden Tag tot umfallen.

667

Wir gehen zurück in das Zimmer. Hier ist

es kühl. Durch die Enge der Straße erfasst

die Sonne das Zimmer zu keiner Tageszeit.

Im Winter ist es feucht und kühl.

Wir gehen in den ersten Stock. Zur

Besitzerin. Madame Bernard. Ich kenne sie

aus Paris. Ende der 50ger hatte sie auf

der Huchette einen Jazzclub. Art Blakley

trommelt dort. Thelonious Monk tanzt im

Klavier seine ChaChas. Sie hat mich von

der Straße geholt. Ein Zimmer besorgt.

Fensterlos. Meine erste eigene Wohnung.

Ich schlafe auf meiner Hose, um sie zu

bügeln. Dann hole ich mir einen Tripper.

Ich muss zur Behandlung nach

Deutschland zurück. Sie gibt mir das

Fahrgeld für den Zug. Weihnachten 1959.

Dann bin ich den Tripper los und muss

wieder auf das Gymnasium.
Im Kunstunterricht redet der Studienrat
über die Kubisten und Surrealisten. Bis es
mir reicht und ich sie wieder persönlich
besuche.

668

Madame Bernard begrüßt mich eine

Zeit lang. Ich stelle Eva vor. Ich fülle

das Anmeldeformular aus. Gebe meinen

Pass für die Fremdenpolizei. Für 2 Tage

zu treuen Händen. Zahle ihr 1200 Peseten

für 1 Monat. Und 1200 Peseten als

Mietrücklage für die Tage ohne Geld.

Die Übernachtung kostet 40 Peseten.

20 Zigaretten 6 Peseten. Weiße oder

schwarze Jeans 120 Peseten.

Madame lädt uns zu einem Cognac ein.

-Entschuldigung. Ein andermal. Ich bin

müde. Ich brauche Schlaf. Unbedingt.

-Das Mädchen hat das Zimmer noch

nicht aufgeräumt.

-Egal. Das Bett ist frisch bezogen. Alles

was ich brauche, ist ein Bett. Das Zimmer

ist okay, wie es ist. Sie soll bitte morgen

weitermachen.

-In Ordnung. Geht in das Zimmer. Gute

Nacht.

Es ist Mittag.
Wir gehen in das Zimmer. Es ist gemacht.
Weit und breit kein Zimmermädchen.
Ich falle auf das Bett und schlafe sofort ein.

669

In der Pension Oliver wohnen in der

Regel Langzeiturlauber wie ich. Wir

kennen das Warten auf Geld. Poste

restante an der Plaza Real. Die Bank

am Platz heißt Abel Matutes. Mit dem

Erben ziehe ich in den Kneipen herum.

Es dauert bis zu 6 Wochen, bis eine

Geldüberweisung mich erreicht. Ein

Telefonat nach Deutschland muss ich

im Telefono anmelden und 2 Tage warten,

bis ich die Verbindung nach Deutschland

bekomme. Die Rettung ist das

Morgensystem. Morgen. Alles ist morgen.

Nur Abel Matutes hat immer Geld. Heute.
Ein Bankangestellter zahlt mir aus
Versehen für einen Traveller-Scheck
2 Nullen zu viel aus. Ich bringe ihm das
Geld zurück. Seither grüßt mich die
Guardia Civil und Abel Matutes geht mit
mir trinken.

670

Das System, alles auf Morgen zu

Verschieben, funktioniert vorzüglich.

Ein Haufen Abstauber macht sich das

zunutze. Als dann die Hippies über die
Insel hereinfallen, bringen sie die Währung

Peace, Pace, Paix und andere Plagen mit.

Die Währung macht Hippies reich und

andere arm. Sanft entrückt. Mit Blumen

im Haar. Und Kohle im Kopf.

BJ sprang verzweifelt in den Swimmingpool

und ersoff, als er erfuhr, dass er pleite war.

Und die Softies, die ihn beklauen, steinreich.

Bis heute verstehe ich nicht, wie der Dreh

funktioniert, mit Heiligenschein andere

zu ruinieren, um sich zu bereichern.

671

Mit ihren Mietern veranstaltet Madame

Bernard jedes Wochenende eine Fete an

der Bar im Frühstücksraum. Irgendwann

endet das Saufgelage mit dem Singen

von Nationalhymnen. Bezahlt werden die

Getränke von den Wohlhabenden unter

den Gästen, die von Madame zu Mäzenen

von uns jungen Talenten überredet werden.

Sie hat mich und Eva für den Samstag

eingeladen. Wohl in der Annahme, dass

ich mit dieser Frau zu den Mäzenen

gehöre. Ich fühle mich geehrt. Geld ist

in diesem Jahr kein Problem. Eher, es

phantasievoll zu vernichten.

-Stellen Sie die Flaschen kalt, Madame.

Schließen Sie das Klavier auf. Wir werden

ein Jazzhappening ohne Ende haben.

Für Sie besorge ich Romeo + Julia-Zigarren.

Cuba Libre.

Sie raucht Zigarren.

-Lupo, wenn du Samstag nicht antrittst, ist

die Freundschaft zu Ende. Mein Kleiner.

Sie spricht als Elsässerin deutsch mit mir,

wenn es ernst wird. Um Leben und Tod geht.

-Wir sind da, Madame. Ich bringe ein paar

Wahnsinnige aus London mit, die mit dem

linken Fuß bessere Musik machen, als

Elvis mit einer Ladung Kokain in der Socke.

Frag Lola.

Lola kommt herein. Ihr gehört unser

Meditationszentrum. Lolas Dancing Club.

Jede Nacht. Alarm. Krawall. Und was ich

sonst noch schätze.

Wir gingen auf das Zimmer. Legten uns

auf das Bett. Essen Stangenbrot. Tomaten

und Zwiebel. Auf gesalzener Butter.

Speciales von meiner Marktfrau. Dazu

eiskalte Cola. Es gibt nichts Besseres.

672

Ich habe wenig Interesse an
Angeboten und Ereignissen der Reihen.

Sie zu kritisieren fällt mir nicht ein, weil

Lebensmittel, die ich benötige, von

ihnen produziert und verkauft werden. Im

Gegenzug bringe ich meine Mime

als Sprechender für die Allgemeinheit

in den Umlauf. Wie ich Mime anderer

nutze. Meine Kunst und Sachen sind

nicht käuflich. Sie stehen jedem, der mit

ihnen spricht, zur Verfügung.

Deutsch spricht die Mehrheit so, dass

sie Personen ablehnt, die anders sind.

Die Mitte der Volksgemeinschaft ist

ideen- und fremdenfeindlich. Ohne es

zu zeigen. Mein Körper lebt gut, weil
ich penibel die Regeln der Reihen befolge.

Dem Kaiser gebe, was des Kaisers ist.
Etwas in der Gesellschaft zu verändern
ist mir völlig fremd. In der Gemeinschaft
mit anderen ist Frieden und Gerechtigkeit,
was ich suche und gebe.
Alles? Alles.
>
Erzähler: Alp Hart: 673-680
>
673

Die Volksgemeinschaft ließ mich als

Präparat für Menschenversuche machen.

Wie ich bin, bin ich gewürfelt. Zufällig.

Wie andere Mutanten auch. Ich habe

das Glück, so gewürfelt zu sein, dass ich

selbstbestimmt und ganz bin. Es blieb mir

erspart, Vater und Mutter zu haben.

Meine Sozialmutter verstand es, mich

sein zu lassen, wie ich es wünschte.

Dass ich Bohemien und Künstler bin, störte

sie nicht. Ich muss ihr völlig fremd gewesen

sein. Ich erinnere mich nicht, dass wir

miteinander über mich oder sie gesprochen

haben. Ich habe mich nie gefragt, warum

sie mir nicht ihre Lebensweise aufdrängt.

Seit dem Anruf 2008 weiß ich, dass sie

mich als Alien aus dem Fruchtbarkeitslabor

versteht, der von ihrem Ehemann gezeugt

worden ist. Ich wohne in Deutschland

in München am Viktualienmarkt.

In Berlin am Kurfürstendamm.
In Düsseldorf in der Altstadt. In Hamburg
Am Fischmarkt. Mich zieht es zu Märkten,
weil ich dort Fremder unter Fremden bin
und bleibe.

674
Ich gehe in Laden vis-à-vis von der Pension.
Im Hinterraum steht ein Klavier, auf dem
ich früher gespielt habe. Ich kaufe zwei
eiskalte San Miguel Bier und eine Melone.
Eine junge Frau bedient mich.
Der Ladenbesitzer kommt die Treppe
herunter. Er erkennt mich sofort. Wir
schütteln uns die Hand. Er ruft seiner Frau
in weichem Ibizenco-Dialekt zu, dass Lupo
zurück ist. Sie kommt sofort die Treppe
herunter. 2 Jungen im Schlepp.
Lachend zeigt sie mir stolz ihre Kinder,
die groß geworden sind. Ich reiche den
Söhnen die Hand. Der Vater sagt, aus
Kinder werden Leute. Semper, sage
ich. Alle lachen wieder. Ich bezahle und
verabschiede mich.

675

Gehe zurück in meine Wohnung. Ich

summe ein Lied von BJ, wenn ich den

Wohnraum betrete. Eva ist

mit dem Tomatensandwich in der Hand

auf dem Bett eingeschlafen.

Ich betrachte sie. Was will so eine Frau

von dir. Ich weiß genau, an welchem

Abgrund ich tanze. Ich beuge mich über

ihr Delta. Ich schmecke Vanilleeis. Ich

gehe auf die Toilette, um zu onanieren.

Doch die Preludinos sperren mich zu.

Senôr Penis ist dunkelblau und mickrig.

Pfeift was auf meinen Wunsch.

Ich lege mich aufs Bett zu ihr. Trinke

einen Schluck. Schlafe endlich ein.

676

Ich wache auf. Der Platz neben mir ist leer.

Am Dämmerlicht von der Straße kann

ich nicht erkennen, ob es Abend wird oder

der Morgen kommt. Ich finde auf dem

Bettkasten eine Nachricht:

-Ich konnte es nicht mehr aushalten. Du

schnarchst zu laut. p.s.: „I‘m flying to you. E.“

Nach einem Schluck Bier bin ich wieder

okay. Ich spüle die Fäulnis aus meinen Mund.

Ich sehe, dass sie auf der Suche nach

Schreibzeug in meiner Schultertasche eine

Filmstory und ein Pornoheft gefunden hat.

Beide liegen aufgeschlagen auf dem

Fußboden neben dem Bleistift. Die Story

habe ich vor zwei Jahren geschrieben.
RosyRosy auf der Wiese, die nackt gegen
den Vietnamkrieg protestiert. Wittgenstein
kommt dazu und liest aus dem Tractatus
vor. Verständlicherweise hatte kein Mensch
Interesse an dem Filmstoff.

677

Ich nehme das
Drehbuch und den Porno und zerreiße sie.
Werfe den Schrott in den Papierkorb. Ich
gehe zum Fenster. Lehne mich heraus, um
die Zeit auf der Kirchturmuhr zu erfahren.
Es ist halb acht. Eine Scheißzeit. Ob morgens
oder abends. Ich gehe in die Toilette, ziehe
mich aus. Dusche mich und so weiter. Schneide
mir ein Stück Melone ab. Gehe auf die Straße.
Es wird Abend. Ich steuere auf Ringos Haus zu,
das in unmittelbarer Nähe liegt. Er öffnet die Tür.
Ich habe ihn fast ein Jahr nicht gesehen. Er hat
sich nicht verändert. Alles an ihm ist lang und
haarig. Wenn er verlegen ist, popelt er in der
Nase. Er popelt.

678

-Ich habe dich früher erwartet. Du siehst aus

wie Scheiße. Komm rein. Mach die Tür zu.

Ich koche gerade ein hervorragendes

Gulasch. Setz dich solange in den Kaminraum

zu den anderen. Ich bin gleich fertig.

Er heißt an sich Carl Maria Anzensgruber.

Aber jeder in München nennt ihn Ringo.

Ihm geht es gut. Er ist Architekt. Baut alte

Häuser in der Altstadt um. Er führt mich in

den Kaminraum. Stellt mich irgendwie

vor. Verzieht sich in die Küche. Der Raum ist

früher einmal ein Lager oder Kontor gewesen.

Um einen niedrigen Tisch sitzen 2 Frauen.

Rosen in den Haaren. Kunterbunt. Die Musik

und die Unterhaltung entsprechend. Sie

sprechen kalifornisch. Die Ältere ist

Mexikanerin oder Spanierin. Die andere eine

Collegebraut. Räucherstäbchen qualmen.

Sie trinken Tee und kiffen. Ich begrüße sie

mit einem steifen „how do you do.“ Gehe

weiter. Setze mich in einen Korbsessel.

Abseits. Der Abend ist nicht mein Abend.

Es fehlt nur noch eine Gruppe von

Deutschen Studenten, die über den
Marxismus diskutieren. Ringo kommt zu mir.
Ringo, auf Polstern kann ich nicht sitzen.
Der Sessel passt.
-Abseits.

679

Wenn Ringo irgendwo eine Flasche Rotwein

hat, ist sie gut versteckt. Ich finde sie nicht.

Gieße mir einen Tee ein. Lauwarm. Ungesüßt.

Das Gespräch der Kalifornierinnen schwappt

rüber zu mir. Es geht um Acid. LSD. Was sonst.

Die Studentin ist mit jemanden bekannt, der sich

ein Loch in Stirn gebohrt hat, aus dem

bei Bedarf Hirnflüssigkeit läuft. Das bewirkt,

verstehe ich es richtig, dass sich das Gehirn

zusammenzieht. LSD-ähnliche Rauschzustände

entstehen. Wo gibt es das zu kaufen. Ich will es

haben. Und zwar sofort. Ich brauche frische Luft.

Ich stehe auf, verabschiede mich bei den

Perlen Kaliforniens.
-Wo willst du hin? Das Essen ist fertig.
-Das Gulasch riecht hervorragend. Gib mir
eine Tapa davon. Ich habe eine Verabredung
im Lola Dancing Club.

680

Ich besorge Dinge, die ich zum
Leben brauche. Zu mehr habe ich keine
Zeit. Arbeit an meinen Sachen und
Sendungen im <Q> füllen mich aus.
Ich lese, das Böse ist banal. Stimmt
nicht. Das Böse ist profitabel.
Das Böse ist die 1. 1 Apfel vom Baum
der Erkenntnis.
>
Erzähler: Puzzl Pyramido: 681-688
>
681

Unternehmer, die Biolebensmittel

produzieren und verkaufen, sind die

Profiteure der Stunde. Eigenschaftslose

kaufen die Marke BiO völlig überteuert,

um Identität zu bekommen. Dabei ist es

einfach. Billig einkaufen, gründlich

waschen. Fertig ist das Mondgesicht.
Merker: Äpfel werden nicht gesünder,
wenn sie in Geldscheine eingewickelt
werden. BiO: Bekloppt ist Otto.

682

Seit 5 Jahren arbeite ich an Sachen.

Um meine Kunst öffentlich zu machen,

fehlt mir die Zeit. Bin ich zu alt.

Mein Alter lässt nur die Verweigerung

zu, um mich interessant zu machen.
Meine Veranlagung, Mime und Epimime
laufend in die Entwicklung einzubringen
ist meine Leistung. Zeit ist das Material
dazu. Der Wert, den ich besitze. Meine
Anima schreit: Irma, je t‘aime.

683

Helfer-Gesellschaften betreiben lukrative
Geschäfte mit der Hilfe. Sie helfen sich,
Profit zu machen. Nicht auszuschließen,
dass mehr als eine Krume bei den
Hungrigen ankommt. Nachdem die Beträge
für die Bausparverträge der Helfer
überwiesen sind. Ich helfe dem, den ich
persönlich sehe. Dem Nächsten. Wie der
Messias es sagt, liebe deinen Nächsten
wie dich selbst. Der Nächste ist nicht im
Internet oder in der Sahara, sondern er
steht vor mir. Wirklich.

684

Sagt jemand, Dinge haben Wert, soll er

bitte sich das von einem Sterbenden –

besser noch von einem Toten – sagen

lassen. Dinge sind wertfrei. Ich mache sie

so, dass ich sie verkaufen kann. Sind sie

verkauft, kaufe ich etwas dafür. Wie soll

ich mich für so etwas interessieren.

Dinge, die ich handle, sind

Aktionen, Dekorationen, Abbildungen,

Konzepte, Produktionen, Design,

Anleitungen, Verkaufsförderungen, VotaQota.

685

Dinge zu kritisieren, fällt mir nicht ein. Wie

es ist, ist es gut. Meine Angst ist, zum

Lebensende erneut Präparat zu werden.

In der Teplitz Bucht lebe ich drei Jahre im

Heim der Bastarde für Menschenversuche.

Wie ich, im Fruchtbarkeitslabor gemacht.

Zerschnitten, verstrahlt, vergiftet, missbraucht,

schreien sie ihre Schmerzen heraus. Seither

laufe ich vor schreienden Kindern weg.

686

Habe ich früher ihr gesagt, wenn ich

schimpfte, sage ich heute wir. Auch zu

denen, die mich missbrauchten. Sehe mich

ganz. Als Teil des Ganzen. Das schmerzt.
Dazu da, um meinen Teil der Entwicklung zu
leben. Wie andere auch.

687

50 Jahre ertrage ich mich nur betrunken.

Unter Menschen. Bin ich nüchtern, empfinde
ich die Gegenwart von Menschen als Angriff.

Der Anruf ändert das. Ich erfahre ungefragt

wer ich bin. Was ich intuitiv weiß, erfahre

ich objektiv. Ich habe keinen Grund zu trinken.

Ich stelle mich auf die Füße. Meine Lebensweise

zuvor ist ein Märchen. Mein Leben heute ist eine

Spiegelung. Flüchtig. Gegenwart ist

GEGENwART.

Ich arbeite. Vorher spiele ich Theater.

Die meisten Personen, die ich als Unterhalter

kennenlerne, bedeuten mir nichts.

Für ihre Dinge wie Bildung, Politik,

Kultur, habe ich keine Zeit.

Kunst, Pavian Puk, langweilt mich.

Ich empfinde. Denke wenig. Also

weiß ich wenig. Die Misshandlungen,

die ich ungeboren und geboren erlebe,

sind Schatten der Hölle. Meine

Einsichten lassen Schuldzuweisungen

nicht zu. Es ist. Ich bin. Teil.
Es geschieht. Ich bin Teil. Ich bin allein
und einzigartig. Es fehlt mir der
Vergleich, wie es besser sein könnte,
weil es mir gut geht. Keine Eltern zu
haben, empfinde ich als Glück.
Was ich berichte ist subjektiv.
Meine Sicht. Es betrifft mich.
Niemand sonst.
Kunst ist Kunst. <Q> ist <Q>.
Alles andere ist anders.

688

Heute vor 68 Jahren befreite mich die

Rote Armee aus der Leibeigenschaft

von WeiSSen des Fruchtbarkeitslabors

in der Teplitz Bucht. Die Soldaten der

Roten Armee sprengt mich

aus dem Braunstein, der mich seit

meiner Geburt gefangen hielt.
Ich bedanke mich bei meinen Befreiern,
die mich aus der Sklaverei der
Volksgemeinschaft befreien.
>
Erzähler: Harry Vino: 689-696
>

689

Als Bastard und Präparat werde ich

bis zu meiner Befreiung für

Menschenversuche missbraucht. Als

Embryo und Kleinkind. Der Sieg der

Alliierten rettet mich. Mit 3 Jahren ist
es üblich, Menschenmaterial

weiterzuschicken. Eine Umschreibung

dafür, dass ich getötet werden soll, um

von der Pharma- und Kosmetikindustrie

weiter verwertet zu werden.
Profit mit Kinderleichen.
Weiter erfahre ich 2008, dass Präparate
als Bastarde nicht zur Volksgemeinschaft
und zum Volkskörper gehören.

690

Menschenmaterial für Würfelspiele von

WeiSSen, Ärzten, Pharmazeuten,

Wissenschaftlern. Im Namen des Volkes

bin ich ehrlos und rechtlos. Als Sklave

und Proband gehöre ich nicht dazu. Was

mich stolz macht. Zu diesen nicht

dazuzugehören. Weihnachten 1941.

Teplitz Bucht. Fronturlauber der Waffen SS

decken Braune Frauen, um Material für

Forschungen zu produzieren. Ziel ist,

Germanen industriell zu züchten.

Während seiner Fronturlaube deckt

der SSpermator, der mich macht, mehr

als 300 Braune Frauen als Gebärmütter.

691

-Hier ist deine Tapa. Lass es dir
schmecken. Schade, dass du gehst, was
mach ich jetzt mit den Prinzessinnen?
-Ich habe keinen Nerv für Drogisten.
-Was neu ist.
-Was nicht neu ist. Ich trinke und werfe
mir Pillen ein. Schon kiffen läuft nicht.
-Stimmt. Du hast da eine Sperre in dir.
-Keine Ahnung, warum es so ist. Heroine
machen mich aggressiv. Ihre aufgeblasene
Schläfrigkeit bringt mich zum Wahnsinn.
Die H-Cliquen in Tanger verjagen mich
nach kürzester Zeit. Schluss mit Stuss.
Zurück nach Tarifa. Zudem will ich mit
der Rauschgiftpolizei weder in Marokko
noch in Spanien oder sonst wo etwas zu
tun haben. Alles nicht meine Kurve.

692

Bevor die Touristen kommen, besetzen

Drogisten Ibiza. Wandalen, Piraten,

Genies, Schwule und Kunstfälscher

können den Charakter der Insel nicht

verderben. Hippies, der internationale

Flughafen und Touristen schaffen es,

innerhalb von 4 Jahren aus der Insel ein

langweiliges Bordell zu machen.

Ringo‘s Acid-Prinzessinnen gehören zu

Randerscheinungen. Fußvolk.

Immobilien ticken, Trips in den Kopf

schmeißen und mit der Nadel

im Arm den tragischen Helden zu mimen,

ist ein schwacher Auftritt. Was sie als

Abstauber mitziehen, sind Zerstörer.

693

Sie zersetzen die alten Strukturen des

Zusammenlebens der Einheimischen.

Machen Lebenskulturen zur Müllhalde.

Fallen als Protze und Kotze auf. Peinlich

sind die Geldaffen, die ihren Glitzerkopf

zur Schau tragen. Sind die Glitzer da, ist

dann hohe Zeit, zu verschwinden.

Touristen, die nichts weiter wollen,

als gucken, was die Bunten treiben, sind

harmlos. Aber die Glitzer haben die

Gier im Schlepp. Die Abfallhändler.

Die Einheimischen wissen sich nicht zu

wehren. Verdienen daran. Die Zivilisation

vor der ich fliehe, hat mich wieder. In Städten

kann ich mich verstecken, um meine Ruhe

zu haben. Auf Inseln nicht. Ibiza ist ein

Traum. Gewesen. Mir geht auf, dass am

Anfang der Pest Leute wie ich stehen.

694

Ich bin erstaunt. Der Tee, den mir Ringos

Perlen verpasst haben, tut mir gut.

Ich gehe auf die Straße. Vor einem Jahr

noch war Katzenstille in den schmalen

Altstadtgassen. Die Ibizenkos sitzen auf

der Straße und freuen sich, wenn du dich

dazusetzt. Mit ihnen Domino spielst.

Heute Abend sitzt niemand mehr auf

der Straße. Dafür laufen Einkaufstaschen

rum. Nichts dagegen. Nur deswegen fahre

ich nicht auf die Insel, um die Düsseldorfer

Altstadt oder Schwabing zu erleben.

695

Ich gehe zu einem Weinladen.
Die Bodega will gerade schließen. Der
Besitzer ist freundlich und lässt mich hinein.
Er lässt mich einen Tinto probieren. Einen
echten. Schwarz und trocken, dass die
Zunge knallt. Wir kommen ins Gespräch.
Er merkt, dass mein Spanisch und mein
Französisch nicht der Rede wert ist. Wir
versuchen es auf Englisch. Er freut sich,
dass ich den Tinto mag und 2 Liter kaufe.
Ich habe keine leeren Flaschen dabei.
Die leeren Flaschen sind genauso teuer,
wie der Wein, den er darin abfüllt. Er
erzählt von seinem Sohn, der in Madrid
Jura studiert und Schwierigkeiten mit dem
Regime hat. Wie die meisten Balearen
mag er Franco und seinen Faschismus nicht.
696

Probleme heute haben 1 Grund:

Überbevölkerung. Wollen wir die

Probleme lösen, müssen wir die Zahl
der Menschen verringern.
-Zum Beispiel auf 3.2 Milliarden.
Die Zahl von 1964.
-Durch genetisch veränderte
Lebensmittel.
-Verändertes Trinkwasser.
-Der Fruchtbarkeit des Sapiens einen
Riegel vorschieben ist einfach.
-Schwierig ist es, die WeiSSen, die durch
mehr Menschen mehr Profit machen
dazu zu bewegen, die Verfahrensweisen
weiterzugeben.
-Wahrscheinlich unmöglich.
-Kein WeiSSer verzichtet auf seinen Profit.

>
Erzähler: Axel Sud: 697-704
>

697

Als Mutant bin ich Vorläufer von

Transhumanen der Zukunft.

Mensch Maschinen. Maschinen Menschen.

Meine Empfindungen sagen mir, dass

Lösungen gefunden werden. Sperren, es

zu denken und zu fühlen, habe ich nicht.

Ich nehme an, dass die Mime, die ich neu

empfinde und verbreite, Teil der

Entwicklung ist. Es geschieht nichts,

wenn es die Natur nicht will. Was

geschieht ist gut. Auch die Apokalypse,

die im Moment passiert. Sie ist still.
Unbegreiflich für mich, dass sie als
Fortschritt wahrgenommen wird.

698

Die Volksgemeinschaft hat mich gemacht.
Also gehöre ich zu ihr.
Sie hat mich als Abfall weggeschmissen.
Also bin ich nicht beteiligt.
Eine hervorragende Position. Ich gehöre
zu einer Gruppe, an der ich unbeteiligt bin.
Der Wert von Leistungen sind die Mime,
die sie bewirken. Nehme ich an. Mime
geben Anleitungen, etwas zu lernen.
Zu machen. Ich stehe vor einem Haufen
Abwasch, der mehr wird. Ein Freund sagt
mir, das Problem hat er nicht. Er wäscht,
was benutzt wurde, sofort ab. Die Mime
ist, durch sofortiges Machen etwas nicht
zum Problem werden zu lassen. Ich lerne.
Mache. Seither habe ich das Problem
Abwasch nicht mehr. Albert Einstein
begründet die Mime der Relativitätstheorie.
Diese Mime findet mich nicht. Was zu
messen und zu zählen ist, sind Dinge.
Flüchtig. Flüchtiges ist für mich wertfrei.

699

Ich frage eine Sterbende, über die ich

ein Video drehe, was sie sich wünscht.

Sie sagt:

Ich wünsche mir Zeit, zu leben. Sonst

nichts. Alles ist schön. Gott begleitet mich.

Gerne würde ich einen Toten fragen,

welche Dinge er sich wünscht. Ich
nehme an, er wünscht sich keine Dinge.

Ich frage einen Lebenden, dem die

Erinnerungsfunktion seines Gehirns

verloren gegangen ist, welche Dinge er

sich wünscht. Geld. Ein Auto. Ein Haus.

Er antwortet mir freundlich:
-Was ist das?

Soviel zu Dingen und ihren Wert.

WeiSSe sehe ich als geätzten,

geschlossenen Helm

mit einteilig geschlagener Glocke.

Deutsch um 2013. Wie

die Kunsthändler JBeu, Gerhard Rich,

Georg Base, RW Fass.

Marionettentheater. Ganz in weiSS.

700

Heute vor 80 Jahren verbrennt die

Volksgemeinschaft Bücher, die von

Andersdenkenden geschrieben sind.

Eigenschaftslose, voll Hass auf andere,

verbrennen, was ihnen fremd ist. Was

verbrannt wird, ist für immer.

Der Schaum und sein Abschaum der

Eigenschaftslosen ist geblieben. Mitte.
VotaQota.

701

Als Embryo lerne ich statt zu sterben,

zu sprechen. 9 Monate lang unterhalte ich

mich mit meiner Natur. Mit ihrem Schöpfer.

Gott, dem Besitzer des Augenblicks über

14 Milliarden Jahre. Empfinde das Gefühl

für meinen Raum der Einsicht. <Q>.

Ich begreife, dass das Böse dort ist, wo ich

herkomme. Ich bin Hybride. Doktor Baby.

Mutant. Golem. Zufällig verändert zu

psychischer und physischer Stärke.

Gegen den Willen der Macher

begreife ich ihre Dinge in der Apokalypse.

Ich bin unfähig, für Menschen Gefühle zu

entwickeln. Ich empfinde sie. Ganz oder

nicht. Gegensätze erlebe ich multipolar.

128 erzählen darüber. In meinem Raum.

702

Ich bin 50 Jahre unterwegs. Rausch sperrt

die Gehirnregionen, die mich an mich

erinnern. Ich verhindere, zu messen und

zu zählen. Mein Arzt sagte mir:

-Die Röntgenbilder zeigen, dass 13

Mini-Gehirninfarkte passiert sind.

Der Nächste kann tödlich sein.

Ich spreche mit meinem Gehirn:

-Bruder Gehirn, keine Panik, ab jetzt führe

ich keinen Krieg mehr gegen dich. Es ist

Schluss.

Ich schalte meine Sucht aus, wie ich es

als Kleinkind im Medikamenten-Koma

gelernt habe. Benötigte ein Jahr, um von

der Nüchternheit nicht mehr ohnmächtig zu

werden. Atme neu. Sehe neu. Meine

Empfindung steuert es. Keine alten

Freunde mehr. Keine Geschichten.
Ging ich vorher um 5 Uhr ins Bett,
stehe ich jetzt um 5 Uhr auf.
Alles? Alles.

703

Mich nicht an der Allgemeinheit zu

beteiligen, ist Schutz vor den neuen

Verfolgungen und Misshandlungen wie

ich sie bis zu meinem 16. Lebensjahr